Sie haben sich bereits gegen 6500 Konkurrentinnen durchgesetzt: die 24 Finalistinnen des Wettbewerbes «Miss Germany 2011». In wenigen Stunden wird die Schönste unter ihnen gewählt. Für sie stehen die Tore zur Modelwelt offen.
24 Kandidatinnen stellen sich am Abend im Europapark Rust bei Freiburg zur Wahl der «Miss Germany 2011». Sie hatten zuvor bereits zwei regionale Miss-Wahlen gewonnen. Zur prominent besetzten Jury gehören der Schönheitschirurg Werner Mang, die Schauspieler Mariella Ahrens und Erdogan Atalay, Model Monica Ivancan, Sänger Marc Terenzi, Moderator Jan Hahn sowie Ex-Fußballmanager Reiner Calmund.
In zwei Wertungsdurchgängen werden sich die Bewerberinnen der Jury und dem Publikum präsentieren. Die jungen Damen zeigen sich zuerst in Abendkleidern und stellen sich dabei persönlich vor. Anschließend flanieren sie in Badeanzügen über den Laufsteg.
Die meisten Frauen, die mitmachen, haben eine Karriere als Model im Blick. «Früher waren viele Frauen dabei, die aus Spaß und Neugier mitgemacht haben. Heute haben die meisten Teilnehmerinnen eine genaue Vorstellung von dem, was sie machen und was sie wollen», sagt Horst Klemmer. Der 74 Jahre alte frühere Steuerberater aus dem niedersächsischen Oldenburg und Manager des Komikers Heinz Erhardt (1909-1979) organisiert seit mehr als 50 Jahren die jährliche Wahl zur schönsten Frau Deutschlands.
Dank TV-Modelshows großer Ansturm
Seit zwei bis drei Jahren erlebt der 1927 gestartete Schönheitswettbewerb einen Ansturm wie nie zuvor. An den deutschlandweit über 200 Vorwahlen beteiligten sich dieses Jahr mehr als 6500 junge Frauen. Das ist die Zahl, die es auch in den beiden Vorjahren gab. In den Jahren zuvor waren es deutlich weniger Bewerberinnen gewesen.
«Der Beruf Model ist heiß begehrt», sagt Klemmers Sohn Ralf (46), der die Wahl mit seinem Vater auf die Beine stellt. Die Wahl zur «Miss Germany» profitiere von einem Trend, der sich auch in entsprechenden Shows im Fernsehen zeigt - allen voran die ProSieben-Castingshow «Germany's Next Topmodel». Ralf Klemmer sagt: «Die Sehnsucht nach dem Rampenlicht war noch nie so stark.»
Die Berliner Studentin Anne Julia Hagen (20) hat den Rummel bereits hinter sich. Sie ist vor einem Jahr in Rust zur «Miss Germany 2010» gekürt worden. Nun muss sie die Krone abgeben.
«Es öffnet sich das Tor zu einer Welt, von dem viele junge Mädchen träumen», sagt sie über ihre auf ein Jahr beschränkte Tätigkeit als Schönheitskönigin. Nun nimmt sie zwar ihr Studium wieder auf, plant zusätzlich jedoch eine Karriere als Model. Selbstvermarktung sei für viele junge Frauen ihres Alters eine Selbstverständlichkeit, sagt sie. Ebenso die Suche nach Öffentlichkeit.
Hagen passt damit ins Bild: «Die Frauen stolpern nicht blauäugig auf den Laufsteg. Sie wissen genau, was sie tun. Sie haben ihren Wunschberuf fest im Blick», sagt Ines Kuba-Klemmer. Die 39-Jährige, die 1991 «Miss Germany» und ein Jahr später «Queen of the World» wurde, arbeitet heute in der Miss-Wahlen-Organisation. «Die Teilnehmerinnen sind bereit, hart an sich und der Karriere zu arbeiten. Die Bereitschaft, Leistung einzubringen, ist enorm.»
mat/news.de/dpa/dapd