Sie haben offenbar einen besonders feinen Geruch: Brieftauben schnüffeln sich per rechtem Nasenloch nach Hause, haben Forscher ermittelt. Das Magnetfeld der Erde spielt für die Orientierung keine entscheidende Rolle.
Brieftauben mit verstopftem rechten Nasenloch brauchten wesentlich länger, um aus einer ihnen unbekannten Gegend nach Hause zu fliegen, als Vögel, bei denen das linke Nasenloch abgedichtet war. Dabei wählten die Tiere mit dem blockierten rechten Nasenloch nicht nur eine deutlich längere Route, sondern machten auf dem Flug auch mehr Zwischenstopps als die anderen Vögel. Das schreiben die Wissenschaftler um Anna Gagliardo von der Universität in Pisa im Fachjournal Journal of Experimental Biology.
Brieftauben sind für ihre unnachahmliche Fähigkeit bekannt, stets den Weg nach Hause zu finden. Frühere Studien hatten bereits darauf hingedeutet, dass sie sich dabei auf verschiedene Systeme stützen - ihren Sehsinn, das Erdmagnetfeld und möglicherweise auch ihren Geruchssinn. Wie wichtig letzterer für den Orientierungssinn der Vögel tatsächlich ist und welche Rolle die beiden Nasenlöcher spielen, wollten die Ornithologen um Gagliardo herausfinden. Dazu statteten sie Brieftauben mit kleinen GPS-Sendern aus.
jag/ivb/news.de/dapd