Sa., 26.05.12

Unwort des Jahres 18.01.2011 Merkels alternativlose Politik

Alternativlos - so heißt das Unwort des Jahres. (Foto)
Alternativlos - so heißt das Unwort des Jahres.   Bild: dpa

Es gehörte zu den Lieblingswörtern von Bundeskanzlerin Merkel im vergangenen Jahr. Ob Afghanistan-Einsatz, Sparkurs oder EU-Hilfen für Griechenland - alles war «alternativlos». Die Gesellschaft für Deutsche Sprache kürte es zum Unwort des Jahres.

Die Jury unter Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser wählte den Begriff aus 1123 Vorschlägen aus, die der emeritierte Professor in Frankfurt am Main bekanntgab. Es werde von Politikern verwendet, um deutlich zu machen, dass es zu einem Vorhaben angeblich keine denkbare Alternative gebe, so bei Stuttgart 21.

Schlosser sagte weiter, das Wort suggeriere sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternative gebe und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation. So etwas drohe die Politikverdrossenheit der Bürger noch zu verstärken, warnte der Sprachwissenschaftler.

Gerügt wurden noch zwei weitere Begriffe: Das Wort «Integrationsverweigerer», das Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zwar nicht erfunden, aber in Umlauf gebracht habe, unterstelle, dass Migranten in größerem Umfang selbst ihre Integration verweigerten. Dass dafür die notwendige Datenbasis fehle und der Staat selbst zu wenig für Integration tue, werde dabei ausgeblendet. Zudem wurde auch die Formulierung «Geschwätz des Augenblicks» gerügt, mit der der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, bei der Ostermesse des Papstes 2010 die massiven Vorwürfe sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche habe beiseiteschieben wollen.

Zuvor war bereits im Dezember «Wutbürger» von der Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden als Wort des Jahres 2010 bestimmt worden. Das Unwort wird seit 1993 von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Im vergangenen Jahr hatte sie sich für «betriebsratsverseucht» entschieden. Klicken Sie sich hier durch die Wörter und Unwörter der vergangenen Jahre.

Unwort des Jahres
Keine Macht, keine Fantasie
Video: news.de

jag/cvd/ivb/news.de/dapd
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • gehtnicht
  • Kommentar 3
  • 21.01.2011 17:43
 Antwort auf Kommentar 1

diese Worthülsenverdreher bringen genau das auf den Punkt wie der Mensch vieles sieht und diese Wörter benutzt in überwiegend gewissen Zusammenhängen nachvollziehbar! Den Miskredit haben doch Menschen wie Merkel,Westerwelle,Wulff verursacht mit ihrem dämlichen Verhalten und Wortwahl,diese Wörter sind doch nicht einfach aus den Finger gesogen worden sondern von dem Gelb/Schwarzen Stümpern in die Welt posaunt worden ohne jegliche EThik,Wissen,Moral,was diese Politiker nicht besitzen! Abrechnung kommt bei allen sieben vielleicht auch acht Komu´munalwahlen 2011 für das Schwarz/Gelbe Pack!

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  • gehtnicht
  • Kommentar 2
  • 20.01.2011 16:50
 Antwort auf Kommentar 1

AMEN!

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 1
  • 19.01.2011 11:03
 

Eine merkwürdige Truppe sind diese Worthülsenverdreher. Die Wirkungen ihrer Hinterlassenschaften dürfen nicht unterschätzt werden. Bestes Beisp. war das Unwort "Humankapital". Diese Signierung war fast ein Verbrechen an der Sprache und an der menschlichen Werthaltung. Typisch dekonstruktivistisches Vorgehen, um das Bemühen von Wissenschaft und Gesellschaft, den Schatz in der geistigen Bildung des Menschen zu heben, im Misskredit zu bringen. Das Dasein leidet entsetzlich unter den Anschlägen der Geisel der Menschheit, der Diktatur der Linksintellektuellen, den Wutbürgern gegen den Verstand.

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