Sa., 26.05.12

Arbeitsalltag 11.01.2011 Kein Stress im Büro

Stress im Büro (Foto)
Zum Verzweifeln: Viele Arbeitnehmer wissen bei viel Stress nicht mehr wohin mit sich selbst. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff

Verzweifeln Sie, weil der Berg auf dem Schreibtisch unaufhaltsam wächst? Oder der Chef mit immer neuen Aufgaben in der Tür steht? Stress im Büro ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Doch er darf nie die Überhand gewinnen. News.de verrät, wie Sie ihn stoppen.

Das Wochenende war wieder viel zu kurz, Sie sind gerade erst übermüdet ins Büro gestolpert und schon steht der Chef in der Tür - wo bleibt das Paper? Wie weit sind Sie mit der Präsentation? Warum sind die Briefe noch nicht rausgegangen? Der Puls steigt, Sie fangen an zu schwitzen, atmen schneller: Stress.

Stress gehört zum Arbeitsalltag dazu und das ist nicht per se schlecht. Denn Stress hat auch positive Seiten. Biologisch ist er sogar äußerst sinnvoll: Durch die Reaktion des Körpers auf außergewöhnliche Belastungen können diese überhaupt erst bewältigt werden. Was dem Menschen im Laufe der Evolution immer wieder gefährliche oder besonders anstrengende Situationen überstehen ließ, nützt auch heute noch im täglichen Bürowahnsinn. «Ein Leben ohne Stress wäre für uns undenkbar», sagt Autor Sascha Katschemba. «Denn er sorgt dafür, dass wir angetrieben werden und uns auf wichtige Dinge konzentrieren und fokussieren können.»

Doch Stress kann leicht außer Kontrolle geraten und krank machen. Gerade im Büro darf er nicht Überhand gewinnen. Damit das nicht geschieht, gibt es ein paar Regeln, die Sie beachten sollten. Denn Stress kann zwar nicht immer vermieden, oftmals aber verringert werden. Auch sogenannte Stresskiller helfen, sich auf Arbeit zu entspannen - lesen Sie mehr dazu in der news.de-Fotostrecke.

Positiver Stress
Eine leichte Überforderung, also ein gewisser Stresspegel, ist in der täglichen Arbeit durchaus sinnvoll. Ein gewisser Druck, zum Beispiel durch Deadlines, spornt an, führt zu kreativen Ideen und Produktivität. Doch der Druck sollte nicht zu groß werden, vor allem Menschen in Führungspositionen sollten ein Gefühl dafür entwickeln, ob sie ihre Mitarbeiter noch anspornen oder schon hemmen.

Stress bewusst machen
Führen Sie sich vor Augen, wenn Sie viel arbeiten, weil bestimmte Dinge anstehen. Wenn Sie sich bewusst machen, wie viel Sie arbeiten, können Sie ruhig ein wenig Stolz darauf entwickeln. Außerdem strahlen Sie so auch anderen gegenüber eine selbstbewusste Haltung aus - Ihr Chef wird kaum auf die Idee kommen, Ihnen weitere Aufgaben zuzumuten.

Pausen nehmen
Es ist ein alten Lied - aber es ist einfach wahr: Pausen, auch ganz kurze, helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Jedoch sollten Sie nicht vor Ihrem Computerbildschirm sitzen, Löcher in die Luft starren und diesen Zustand als Pause missdeuten. Gehen Sie an die frische Luft, auch wenn es kalt ist oder regnet. Fünf bis zehn Minuten um den Block spazieren reicht völlig aus, sich ein wenig zu entspannen und abzulenken. Danach arbeitet es sich motivierter, einfacher und schneller.

Bewegung und Atemübungen
Bewegung ist der Stresskiller Nummer eins - nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug. Das baut nicht nur Stresshormone ab, sondern greift, wenn Sie es regelmäßig tun, auch Fettreserven an. Doppelt gesund hilft besser. Auch kleinere Bewegungen helfen, Stress zu vermindern. Stehen Sie mal auf, strecken Sie sich ein wenig, atmen Sie tief durch. Falls es Ihnen vor den Kollegen peinlich ist, sollten Sie die Pause an der frischen Luft mit Atem- und Streckübungen verbinden: Rausgehen, etwas bewegen, dann Puls bewusst runterfahren und tief ein- und ausatmen. Am besten ohne eine Zigarette zwischen den Fingern.

Den Stressberg besteigen
Sind Sie schon an dem Punkt, an dem sich der Stress kilometerhoch vor Ihnen auftürmt? Zugegeben, hat sich sehr viel Arbeit aufgestaut, atmet sich der Stressberg nicht einfach weg oder lässt sich durch Strecken bekämpfen. Trotzdem sollten Sie Ruhe bewahren und in Etappen denken. Besteigen Sie den Berg Stück für Stück. Führen Sie sich vor Augen, was Sie schon geschafft haben. Belohnen Sie sich, wenn sich Teilerfolge einstellen - bestenfalls mit Pausen und Bewegung.

Zu viel ist zu viel
Es gibt einen Punkt, an dem die Arbeitsbelastung nicht mehr zu schaffen ist. Wenn Sie diesen Punkt erreicht haben, müssen Sie darüber reden, mit dem Chef, mit den Kollegen. Seien Sie offen, niemand hat etwas davon, wenn Sie irgendwann zusammenbrechen. Bitten Sie einen Kollegen um Hilfe und fragen Sie beim Chef nach einer Prioritätenliste, die Sie Stück für Stück abarbeiten können.

Arbeitsklima und Streit
Ein schlechtes Arbeitsklima belastet alle - der Stress wird erhöht. Herrscht ein guter Zusammenhalt, entspannt das stressige Situationen. Reden Sie mit Ihren Kollegen über Ihre Belastungen, vielleicht hilft der Blick eines anderen weiter. Vielleicht kann der ein oder andere Schreibtischnachbar auch etwas von Ihrer Arbeit übernehmen. Dafür müssen Sie ihm allerdings in einer ähnlichen Situation ebenfalls zur Seite stehen. Ein großer Stressfaktor ist Streit. Dann heißt es in Ruhe mit dem betroffenen Kollegen reden, die Unstimmigkeiten entschärfen, Lösungen suchen. Bleiben Sie professionell, das Gespräch sollte den Streit nicht weiter anheizen. Grundregel Nummer eins: Erst mit dem Kollegen reden, bevor Sie petzend zum Chef gehen. Damit provozieren Sie nur neuen Ärger und Stress.

Nach der Arbeit abschalten
Sport ist ein gutes Mittel, um abzuschalten und den Stress der Arbeit für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Auch wenn Sie von der Arbeit kaputt sind, sollten Sie sich aufraffen - denn durch regelmäßigen Sport werden Sie insgesamt fitter und können auch besser mit stressigen Phasen umgehen. Sie müssen auch nicht unbedingt Leistungssport treiben - regelmäßig ein halbstündiger Spaziergang wirkt Wunder, wenn Sie nicht so langsam gehen, dass Sie dabei einschlafen. Abgesehen davon ist es gut, mit der Familie oder Freunden über die Arbeit zu sprechen, den stressigen Tag zu rekapitulieren. Allerdings sollten Sie nicht zu viel außerhalb der Bürozeiten über die Arbeit reden, sonst können Sie nie abschalten. Außerdem sollten Sie auch mal von Erfolgen erzählen und sich damit für Ihren Fleiß belohnen.

Anti-Stress-Gadgets
Gadgets sind kleine Spielereien, Anti-Stress-Gadgets oder auch Stresskiller sollen Ihnen helfen, im Büro kurz abzuschalten. Teilweise funktioniert das durch Bewegung, wie bei den berühmten Knautschbällen, teilweise dadurch, dass Sie sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren und so für ein paar Minuten ihre Aufgaben vergessen. Außerdem fördern diese Spielereien die Bewegung und selbst kleinste Bewegungen verringern Ihre Nervosität. Auch lustige Stresskiller wie eine kleine Voodoopuppe, auf die Sie Ihre Wut fokussieren können und über die Sie mit Ihren Kollegen lachen können, helfen, Stress zu verringern.

News.de hat die besten Anti-Stress Gadgets für Sie zusammengestellt, lesen Sie mehr dazu in unserer Fotostrecke.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftler und Autor Sascha Katschemba.

Lesetipp: Stressfrei leben - Gelassen und gesund durch den Alltag; Spomedis Verlag; 120 Seiten; 9,95 Euro.

rzf/ivb/news.de
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