Sa., 26.05.12

Lernen im Netz 06.01.2011 Weg mit vergilbten Büchern

Ayke Süthoff (Foto)
News.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff. Bild: news.de

Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff

Der schulische Alltag wird auch 2011 von klassischen Lehrbüchern und schlechten Tafelbildern bestimmt. Die meisten Lehrer und Schulen verpennen so den Trend zu Online-Lernportalen.

Das Internet scheint an deutschen Schulen noch immer nicht richtig angekommen.  Dabei sind die sogenannten neuen Medien nach knapp zwanzig Jahren öffentlicher Nutzung kaum noch als neu zu bezeichnen. An Schulen bleiben sie die Ausnahme: Fast jeder zweite deutsche Schüler nutzt nur selten oder nie das Internet im Unterricht, fand der Branchenverband BitkomBundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Dabei handelt es sich um die Lobby-Vereinigung der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Der Bitkom vertritt eigenen Angaben zufolge 1200 Unternehmen, darunter Geräte-Hersteller, Anbieter von Software, IT-Services sowie von Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation, Consumer Electronics und Content Provider. heraus. Schade, denn heute wachsen Kinder mit dem Netz auf, ein Alltag offline ist bei 10- bis 18-Jährigen undenkbar. Das gilt auch für die künftige Arbeitswelt der jetzigen Schülergeneration: Ohne beste PC- und Internetkenntnisse kommt ein Berufsanfänger heute nicht weit.

Umso schlimmer, dass die Schulen sich noch immer nicht umgestellt haben. Zwar gibt es seit einigen Jahren Informatikunterricht und Computerräume - doch beides ist meistens, sobald es im Lehrplan verankert wurde, längst überholt. Gerade deshalb ist es an den Lehrern, die Kenntnisse der Schüler sowie deren private Computerfähigkeiten in den Unterricht einzubinden.

Verstockte alte Lehrer, die keine Lust haben, sich mit neuen Lernmethoden zu beschäftigen und stattdessen lieber auf Altbewährtes zurückgreifen, haben an Schulen nichts mehr zu suchen. Und das ist nicht die einzige Hürde. Junge, engagierte Lehrer, die modernen Unterricht machen wollen, können es nicht - dank fehlenden Weiterbildungen und miserabler technischer Ausstattung der Schulen.

Doch all das ist teuer, von den Eltern darf die Finanzierung nicht verlangt werden und die schulischen Mittel sind begrenzt. Investieren muss der Staat, denn für diesen zahlt sich eine gute Bildung aus. Moderner Unterricht macht mehr Spaß - den Schülern und den Lehrern. Er führt zu besseren Noten und schafft nicht zuletzt bessere und produktivere Arbeitskräfte. Also: Weg mit den vergilbten Lehrbüchern und ranzigen Tafeln und her mit Laptops und Beamern. Für einen modernen Unterricht an deutschen Schulen.

kas/ham/reu/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Günther Klumpp
  • Kommentar 1
  • 10.01.2011 11:03
 

Sehr geehrte Kollegin Ayke Süthoff, der Alltag sieht längst anders aus - zumindest im östlichen Ruhrgebiet: Hier arbeiten alle Schulen - von der Grundschule bis zum Gymnasium, von der Förderschule bis zum Kolleg online im Schulcampus. Teilweise werden die Schulen nur noch als Notebookschulen geführt. Informieren Sie sich: www.unit21.de.

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