Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Wie sollen Eltern, Lehrer und Schüler mit dem Internet umgehen? Welche Möglichkeiten bietet das Netz zum interaktiven Lernen? News.de zeigt, worauf beim virtuellen Lernen geachtet werden sollte und stellt die besten Lernportale für Englisch vor.
Das World Wide Web hat einen großen Einfluss auf die Vermittlung von Wissen - nicht nur, was gelernt wird, wird immer mehr infrage gestellt, sondern auch wie: Müssen die Möglichkeiten des Internets und anderer digitaler Medien mehr in den deutschen Unterricht integriert werden? Viele Experten plädieren dafür, doch einfach nur online zu sein, bringt wenig - es braucht ein System.
Der Mediendidaktiker André Lenich von der Initiative schulen-ans-netz.de sagt, dass allein der Zugang zu Internet oder digitalen Medien keine Lernvorteile für Schüler bringt. «Schülerinnen und Schüler können die Vorteile digitaler Medien nur dann wirklich nutzen, wenn sie wissen, wie das geht», stellt er fest. Das lernen sie allerdings nicht durch beiläufiges Surfen oder durch soziale Netzwerke wie SchülerVZ oder Facebook, sondern durch die systematische Auseinandersetzung mit didaktischen Angeboten aus der Welt des Internets.
Die Kinder online begleiten
Dass sich Kinder nicht ohne die Hilfe von Eltern und Lehrern durch den unendlichen Dschungel des Netzes arbeiten können (und sollten!), versteht sich von selbst. «Nicht alles, was mit digitalen Medien möglich ist, ist auch erlaubt», warnt Lenich vor den dunklen Seiten des Internets. Deswegen sollten Eltern gemeinsam mit Ihren Kindern die Onlinewelt für Kids erforschen.
Das empfiehlt auch Gabriele Becker, Projektleiterin vom Internet ABC, einer Internet-Einstiegshilfe für Kinder. «Wenn Kinder erstmals ins Internet gehen, sollte man sie niemals alleine surfen lassen, niemals.» Nachdem sich die Kids ein wenig im Netz auskennen, müssen Eltern jedoch nicht immer mit online gehen. Denn dann fühlen sich die Kleinen übermäßig kontrolliert und verlieren den Spaß am Netz. Trotzdem sollten gerade bei der Auswahl passender Lernportale die Eltern zusammen mit den Kindern suchen. Sie können auch gerne mal ohne den eigenen Nachwuchs ein paar Portale testen und so herausfinden, ob sie sich für die Ansprüche des Kindes eignen.
So erkennen Sie gute Portale
Gute Lernportale lassen sich an verschiedenen Faktoren erkennen. Ganz wichtig ist die Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung - achten Sie darauf, dass Werbung deutlich erkennbar ist, beispielsweise als Banner am Seitenrand. Übersichtlichkeit ist ebenfalls sehr wichtig, damit die Kinder tatsächlich lernen und nicht stundenlang die passende Übung suchen.
Eltern sollten sich auch das Impressum anschauen und dort überprüfen, wer die Seite betreibt. Wenn eine Anmeldung nötig ist, sollten unbedingt in Ruhe die AGBs gelesen werden. Kosten sind nicht per se verwerflich, jedoch sollten Sie sich unbedingt vorher informieren, für was Sie bezahlen müssen, um abschätzen zu können, ob sich eine kostenpflichtige Anmeldung lohnt. Viele Seiten verfügen über einen Demo-Bereich, der auch ohne Anmeldung nutzbar ist, probieren Sie die dortigen Aufgaben gemeinsam mit Ihren Kindern, bevor Sie sich blind anmelden.
Auch Lehrer sollten sich mit neuen Medien beschäftigen und sie im Idealfall in den Unterricht und die Hausaufgaben einbinden. «Ein Unterricht ohne den Einbezug digitaler Medien ist bei der medialen Durchdringung unserer Welt weder innovativ noch zeitgemäß», sagt der Mediendidaktiker Lenich. Lehrer sollten sich an der Lebenswelt der Kinder orientieren, und da sind digitale Medien heute nicht mehr wegzudenken. Das gelte auch für die Anforderungen der künftigen Arbeitswelt, sagt Lenich. Eltern und Schüler sollten deshalb mit den Lehrern über den Sinn der Nutzung von Lernportalen zu Hause sprechen. Bestenfalls gibt es eine Empfehlung vom Lehrer an die gesamte Klasse. Dann können sich die Schüler gegenseitig über ihre Online-Lernerfahrungen austauschen oder gemeinsam pauken.
Doch auch, wenn Onlineportale nicht in den täglichen Schulunterricht eingebunden werden, können sie zu Hause sinnvoll genutzt werden. Besonders bieten sich englische Lern-Homepages an. Manche eignen sich zum allgemeinen Training der Fremdsprache, andere sind mit Vokabel-, Grammatik- und Satzbauübungen näher am Englischunterricht. Und für die englischsprachige Entspannung zwischendurch gibt es eine Reihe von Spiele- und Quizseiten. In einer Fotostrecke stellt news.de Ihnen die besten Lernportale für Englisch vor.
rzf/reu/news.de