Sa., 26.05.12

Silvesternacht 01.01.2011 Böller, Bastler, Brandopfer

Silvester (Foto)
Gefahr für Balkone: Eine Feuerwerksrakete schiesst in der Silvesternacht in Frankfurt am Main in den Himmel. Bild: dapd

Unfälle, Feuer und Notrufe am laufenden Band: Die Silvesternacht verlief für viele nicht gerade glimpflich. Ein Silvesterböller war gar tödlich. Bei Wohnungsbränden starben zudem zwei Menschen. Und in Kiel musste der Kampfmittelräumdienst ausrücken.

Jahresrückblick 2010

Während allein auf Deutschlands größter Silvesterparty in Berlin fast eine Million Menschen friedlich das neue Jahr begrüßten, war die Feuerwehr in der Silvesternacht im ganzen Land im Dauereinsatz. In den ersten zwei Stunden nach Mitternacht zählte die Feuerwehr Frankfurt 51 Brände. In Kiel fuhr die Feuerwehr bis 5.30 Uhr 380 Einsätze, in Hannover waren es bis 4 Uhr 500 Fahrten. Oftmals gerieten Mülltonnen und Altkleidercontainer in Brand. Zudem gab es deutschlandweit mehrere Balkonbrände.

Ein selbst gebastelter Feuerwerkskörper hat einen Mann im oberbayerischen Gaißach das Leben gekostet. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte, zündete er den Sprengkörper wenige Minuten nach Mitternacht. Dabei explodierte der Knaller und verletzte den Mann so schwer am Kopf, dass dieser noch am Unglücksort starb.

Zwei Brandopfer in Bayern

In Bad Reichenhall (Landkreis Berchtesgadener Land) gab es in der Nacht drei größere Brände, die auf Feuerwerkskörper zurückzuführen waren. Eine 51-Jährige wurde tot in einer Wohnung aufgefunden, nachdem auf dem Balkon Wunderkerzen angebrannt worden waren. Außerdem brannte es in einem Wohn- und einem Geschäftshaus.

Bei einem Schwelbrand in einer Wohnung in Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) ist am frühen Morgen eine Frau ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde sie leblos in der Wohnung gefunden. Eine weitere Person wurde leicht verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Hochhauswohnung in Brand

In Saarlouis stürzten bei einem Wohnungsbrand das Dach und eine Decke eines Wohnhauses ein. Ein Ehepaar wurde aus den Flammen gerettet, das Haus ist allerdings unbewohnbar. Laut Polizeiangaben besteht ein Zusammenhang zwischen den Brand und dem Silvesterfeuerwerk, da viele Feuerwerksreste im Umfeld des Hauses gefunden wurden.

In Berlin-Lichtenberg brach im 15. Stock eines Hochhauses ein Brand aus. Nach Angaben der Feuerwehr vom Morgen waren in Lichtenberg auch Menschen in Gefahr. Das Feuer war nach ersten Ermittlungen nach dem Zünden von Silvesterknallern ausgebrochen. Nach weiteren Angaben der Feuerwehr vom Samstagmorgen geriet auch eine Wohnung im 3. Obergeschoss eines Hauses in der Spanheimstraße in Berlin-Gesundbrunnen in Flammen. Auch hier mussten Personen gerettet werden.

Lesen Sie auf Seite 2, warum in Kiel der Kampfmittelräumdienst ausrücken musste

Bei einem Dachstuhlbrand in der Innenstadt von Kiel stürzten mehrere Decken ein, drei Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst noch unklar. Das Haus wurde durch die Flammen zerstört, 18 Bewohner verloren am Silvesterabend ihre Bleibe. Sie kamen bei Freunden und im Hotel unter. Auch bei einem Kellerbrand verletzten sich zwei Menschen. Sie mussten wegen einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus versorgt werden.

Ein Böller-Bastler hat sich ebenfalls in Kiel am Silvestertag schwer verletzt und für eine stundenlange Evakuierung benachbarter Häuser gesorgt. Das Munitionsräumkommando musste anrücken, um weitere gefundene Sprengstoff-«Selbstlaborate» zu entschärfen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) berichtete. Die Bewohner der umliegenden Häuser mussten dazu für rund fünf Stunden ihre Wohnungen verlassen - für sie wurden Busse bereitgestellt.

Kontrollierte Sprengung im Hinterhof

Der 31-Jährige hatte am Silvestermorgen bei einer Explosion außerhalb seiner Wohnung schwere Verletzungen an Hand und Gesicht erlitten. Anschließend durchsuchten LKA-Ermittler die Räume des Mannes und stießen auf weiteren selbst hergestellten Sprengstoff. Über eine Drehleiter der Feuerwehr brachte der Kampfmittelräumdienst die gefährlichen Funde nach draußen. Einige Laborate sprengten die Einsatzkräfte gleich im Hinterhof, andere nahmen sie in einem Spezialbehältnis zur späteren Entschärfung mit.

Rund 60 Menschen mussten währenddessen die Häuser am Silvesterabend zeitweise verlassen. Drei Stunden vor Mitternacht konnten sie ihre Silvesterpartys dann wieder in den eigenen vier Wänden weiterfeiern. Den Böller-Bastler droht nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Zudem werden ihm die Kosten des Gesamteinsatzes in Rechnung gestellt.

Weitere größere Brände ereigneten sich darüber hinaus in Nalbach (Landkreis Saarlouis), Nürnberg, Wismar, Weimar, Münster, Bayerisch Gmain (Landkreis Berchtesgadener Land), Erbach (Odenwaldkreis), Kirchenlamitz (Landkreis Wunsiedel) oder Bergisch-Gladbach.

ruk/cvd/news.de/dpa
Leserkommentare (8) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Trottel Trompeto
  • Kommentar 8
  • 01.01.2011 19:10
 

Oda haste den GWB mit OBl verwächseld?

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  • Netty Allkohol von Ballermann
  • Kommentar 7
  • 01.01.2011 19:06
 

Am Silvester-Böller-Terrorismus verdient der Gevatter Staat ne Menge Kohle, da kommt es auf ein paar Tote und Verletzte mehr oder weniger nicht an. Kohle ist alles, der einzige hier im Lande bekannte Wert. Komisch ist es nur, dass die Bölleridiotie von Den Bin Laden Terroristen nicht genutzt worden ist. Gibt es den GWB überhaupt? "G"

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  • Irina Appel
  • Kommentar 6
  • 01.01.2011 18:32
 

Meiner Meinung nach gehört die Knallerei zu Silvester in Bereiche, wo keine Balkon-/Wohnungsbrände zu befürchten sind, d. h., dass dies nur auf bestimmten Plätzen zulässig ist. Dafür muss endlich ein neues Gesetz her, damit man zu Silvester nicht um sein Leben bzw. Hab und Gut fürchten muss. Wir hatten im Ritterlandweg im Wedding in der Neujahrsnacht einen Balkonbrand (die Mieterin war nicht anwesend und wird, wenn sie nach Hause kommt, den Schock ihres Lebens bekommen!!) Übrigens, wer mit dem Feuer spielt, verletzt nicht nur sich, sondern auch andere! Wünsche allen ein gesundes Jahr 2011.

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  • kaktus
  • Kommentar 5
  • 01.01.2011 18:11
 Antwort auf Kommentar 2

Also, wenn ich so meine Lebensfreude äußern muss, würde ich mir selbst leid tun! Ich kann das Ganze noch aufstocken. Was machen bei dem Geballer die Afghanistanveteranen? Für die ist das bestimmt schön, weil hier keine Kugeln fliegen. Dann zu dem Übertreiben; In Städte wird für PKW und LKW, weil sie laut Gesetz "Dreckschleudern" sind, die Einfahrt gesperrt aber Feuerwerke zu jeder Gelegenheit sind erlaubt. Dann kalte Jahreszeit: Im TV wurde doch den ganzen Tag gezeigt, wieviel der Weltbevölkerung die Umwelt wert ist. War da überall Winter? Usw, usw. Trozdem, Frohes neues Jahr.

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  • aber
  • Kommentar 4
  • 01.01.2011 16:44
 Antwort auf Kommentar 1

da kann ich Kommerntar 1 in jedem Punkt zustimmen !!! Ich vermute, daß viel mehr geballert wurde als im Jahr zuvor. aber aber, bin deshalb nicht unglücklich, trotzdem bedauere ich Leute die ihr Geld so unütz vergeuden. Immerwieder vermisse ich, daß von einer "höheren" Stelle an die Menschen appeliert wird, endlich viel weniger dafür auszugeben. Es scheint so gewollt zu sein !!! Morgen aber kann man wieder hören und lesen, was das neue Jahr an Verteuerungen bringen wird und das große Jammern fängt an !!! Aber niemand will verzichten, ganz im Gegenteil : das Geld wird in die Luft geschossen !

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  • neues Jahr neues Glück
  • Kommentar 3
  • 01.01.2011 16:44
 Antwort auf Kommentar 1

Erstmal ein frohes neues Jahr. Es heißt nicht Sylvester (das ist der Kater aus der Zeichentrickserie), sondern Silvester. Und es ist Tradition - man vercheucht die bösen Geister und begrüßt das neue Jahr. Schlimm genug, dass der Mensch es sich anmaßt Tiere zu halten (Kindersatz und gegen die Einsamkeit). Sowas gehört verboten ! Lass sie doch böllern - und wenn dabei der ein oder andere Verletzt wird oder eine Wohnung abbrennt, ist das doch auch in Ordnung. Wer mit Feuer spielt, der verbrennt sich die Finger.

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  • Emanuel
  • Kommentar 2
  • 01.01.2011 16:37
 Antwort auf Kommentar 1

Aber, aber,man kann auch übertreiben! -Ein Feuerwerk im kalten dunklen Winter, Ausdruck von Freude, Leben, positivem Denken von Menschen.- Dass man aber Feuerwerk selber bastelt ist schon eher Dummheit. -Umweltbelastung durch Feuerwerk masslos übertrieben.- Tierquälerei (durch Feuerwerk) von Haus- und Wildtieren, ist emotionale unüberlegte Gefühlsduselei, wenn man sieht und erfährt wie Hund, Katze,und Co.zu Hause gehalten werden und wenn man weiss wie Wildtiere sich in bewohnten Gebieten anpassen und verhalten. Im Sinne von glücklichem Zusammenleben, auf ein gutes Jahr 2011

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  • kaktus
  • Kommentar 1
  • 01.01.2011 12:53
 

WARUM? Warum muss Sylvester überhaupt geballert werden? Tradition oder nur Kohlemache? Wir zahlen, DANK unserer "HOCHINTELLIGENTEN" Regierung Unsummen in den Klimaschutz! Wofür? Ist das KLIMASCHUTZ, wenn, nicht nur Asthmatiker sondern auch andere kaum noch Luft holen können? Wieviel Dreck, Chemie und €URO'S werden in dieser kurzen Zeit in die Luft geblasen? Für Haustiere wird ein Mittel vom Veterinär geholt, damit sie ruhig bleiben und was ist mit den Wildtieren? Aber was verlangt man von Leuten, die ihre Weihnachtsgeschenke gleich vorm Tierheim anbinden? Ich wünsche ein "Frohes Neues Jahr".

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