Schnee und Eis lähmen den Verkehr. Kommen Sie rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause? News.de sorgt für Durchblick im Chaos auf Flughäfen, Bahnhöfen und Straßen. Außerdem zeigen wir, welche Rechte Sie bei Annullierungen haben und wie das Weihnachtswetter wird.
Aktuelles zum Bahn-Fahrplan:
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, zum Weihnachtsfest wichtige Routen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung zu verstärken. So will sie den starken Zustrom von Reisenden, die angesichts des eisigen Winterwetters von Auto und Flugzeug auf die Bahn umsteigen, in den Griff bekommen. Die abweichenden Fahrpläne gelten laut Bahn voraussichtlich bis 29. Dezember. «Wir hatten einen guten Anlauf, der Verkehr läuft relativ stabil», sagte ein Bahnsprecher.
Zusätzliche Züge: Vor allem auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin werden 16 zusätzliche Züge eingesetzt. Einen detaillierten Plan finden Sie hier. Auch zwischen Hamburg und München will die Bahn Zusatzverbindungen anbieten, acht weitere Intercitys sollen rollen. Eine Gesamtübersicht zu den Änderungen lesen Sie hier.
Auf den Routen, die jetzt verstärkt werden, seien bis zu 30 Prozent mehr Reisende unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum, berichtet ein Unternehmenssprecher. Seit dem Wintereinbruch habe die Bahn eine halbe Million zusätzlicher Buchungen gezählt. Derzeit kauften täglich rund 50.000 Fahrgäste mehr als sonst ein Bahnticket, freitags seien es sogar bis zu 100.000 Zusatzbuchungen auf den Hauptstrecken.
Ausgedünnte Strecken: Auf weniger ausgelasteten IC-Strecken wird die Linienführung verändert, zum Teil werden auf diesen Verbindungen ersatzweise Regionalzüge fahren. Einige Verbindungen fallen komplett aus. Das betrifft laut Bahn-Informationen folgende Strecken: Hannover - Magdeburg - Halle - Leipzig; Karlsruhe - Stuttgart - Aalen - Nürnberg sowie Nürnberg - Augsburg - München. Welche Verbindungen über die Feiertage ausgedünnt oder verändert werden, lesen sie hier.
Entschädigung für Bahn-Fahrer:
Grundsätzlich erhalten Bahnkunden bei Verspätungen von mindestens 60 Minuten ein Viertel des Fahrpreises für die einfache Fahrt zurück, ab 120 Minuten ist es die Hälfte - sofern sich die Bahn nicht wegen höherer Gewalt entlasten kann. «Das ist eine Frage der genauen Umstände im Einzelfall», erklärt Verbraucherschützerin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Die Bahn müsse für den Hinweis auf höhere Gewalt allerdings nachweisen können, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat: «Die Berufung auf Schnee und Kälte reicht nicht aus.»
Damit sie einen Beweis haben, sollten sich Zugpassagiere ihre Verspätung vom Zugbegleiter oder am Servicepoint am Bahnhof schriftlich bestätigen lassen. Die Entschädigung machen Bahnkunden dann beim Servicecenter Fahrgastrechte geltend - oder im Reisezentrum, wenn sie das Formular bereits im Zug ausgefüllt haben.
Aktuelles für Flugreisende:
Frankfurt/Main, Deutschlands größter Flughafen: An Flughäfen im In- und Ausland normalisiert sich die Lage allmählich. «Es ist schon fast wieder Normalbetrieb», sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport in Frankfurt. Es gab aber noch Verzögerungen und Verspätungen, und zudem müssen die 3500 gestrandeten Passagiere zusätzlich zum normalen Fluggastaufkommen in den Maschinen untergebracht werden.
Zudem sei für Donnerstag noch einmal mit einem Plus an Fluggästen zu rechnen, weil in neun Bundesländern die Weihnachtsferien beginnen. «Eine Prognose, ob sich rechtzeitig zu Weihnachten wieder alles normalisiert haben wird, kann wirklich noch keiner geben», sagte der Fraport-Sprecher. Hier finden Sie unsere Übersicht zu Links mit den Flugplänen aller wichtigen deutschen Flughäfen.
London-Heathrow, Europas größter Flughafen: Nach vier Tagen Winterchaos hat sich die Lage am größten europäischen Flughafen London-Heathrow leicht entspannt. Der Airport wollte zwei Drittel aller geplanten Flüge abwickeln, doppelt so viele wie gestern. Inzwischen ist die seit Samstag geschlossene zweite Landebahn wieder geöffnet worden. Trotzdem sitzen noch immer Tausende in den Terminals des Flughafens fest und warten auf ihren Flug. Es werde keine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb geben, sagte ein Sprecher. Einige Reisende hatten die dritte Nacht in Folge im Terminal verbracht.
Entschädigung für Flugreisende:
Für Flugreisende gilt: Bei verspäteten oder annullierten Flügen gibt es gute Chancen auf Schadenersatz.«Nur, wenn die Airline nachweisen kann, dass sie alles getan hat, um die Leute auch auf andere Weise zu ihrem Ziel zu befördern, haben die Gäste keinen Anspruch auf Schadenersatz», erklärt Verbraucherschützerin Sabine Fischer-Volk.
Mit dem Hinweis auf höhere Gewalt durch die starken Schneefälle könnten sich Fluggesellschaften nicht so einfach aus der Affäre ziehen, sagte die Reiserechtlerin: «Höhere Gewalt ist es meiner Meinung nach nur, wenn der Flughafen komplett gesperrt ist.» Ein wichtiges Kriterium höherer Gewalt sei außerdem die Unvorhersehbarkeit, «und die war spätestens seit dem Wochenende zuvor nicht mehr gegeben», erklärt Fischer-Volk.
Für den Luftverkehr sieht die entsprechende EU-Verordnung vor, dass Passagiere je nach Länge der Flugstrecke 250 bis 600 Euro Schadenersatz fordern können, wenn bestimmte Umstände eingetreten sind. Dazu gehört, dass ein Flug annulliert wurde oder Abflug und Ankunft am Zielort jeweils mindestens drei Stunden verspätet waren. Laut der EU-Fluggastrechteverordnung gibt es als Ausgleichszahlung für betroffene Flüge über weniger als 1500 Kilometer 250 Euro. Bei 1500 bis 3500 Kilometer Flugstrecke werden 400 und bei mehr als 3500 Kilometern 600 Euro fällig. Der Flugpreis spielt dabei keine Rolle.
Urlauber, die bei einem Reiseveranstalter gebucht haben, dürfen derzeit wiederum kaum auf Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude hoffen. «Dafür müsste ein Verschulden des Veranstalters vorliegen, zum Beispiel, wenn er eine anderweitige Beförderung hätte organisieren können», erklärte die Verbrauchschützerin. «Das ist beim derzeitigen Wetter aber nicht gegeben.»
Aktuelles für Autofahrer:
Wer sich in diesen Tagen statt auf Bahn und Flugzeug auf das eigene Auto verlassen will, muss kurz vor dem Weihnachtsfest allerdings ebenfalls viel Geduld aufbringen. Der ADAC erwartet für Donnerstag und den ersten Weihnachtstag das stärkste Verkehrsaufkommen.
Unterdessen gab es in einigen Regionen am Mittwoch bereits erste Warnungen vor gefährlichem Blitzeis. Unter anderem in Berlin und Brandenburg war nach Tiefsttemperaturen bis zu minus zehn Grad warmer Regen auf die eiskalten Böden gefallen. Hier müsse sich die Bevölkerung den ganzen Tag über auf das tückische Eis einstellen, warnte der Wetterdienst.
Wie das Wetter bis Heiligabend wird:
Temperaturen über dem Gefrierpunkt bringen Schnee und Eis zumindest in Süddeutschland zum Schmelzen, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Weiter gen Norden wird es kälter, beispielsweise mit minus sechs Grad in Hannover, minus sieben Grad in Bremen und Rostock, minus fünf in Hamburg und minus acht Grad in Berlin. Dieses Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd soll laut DWD-Prognose generell anhalten, wobei jedoch die milderen Temperaturen in die Mitte Deutschlands vorrücken. Dort droht Blitzeis.
Für Heiligabend sagt der DWD für weite Teile Deutschlands leichten Schneefall voraus. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt soll es zunächst am Vormittag in Berlin, Frankfurt/Main, Stuttgart und München noch Regen oder Schneeregen geben, zum Abend hin wird es dann laut Prognose aber deutschlandweit leicht schneien.
jag/iwi/reu/news.de/dpa/dapd
@Lothar Stork, all diese "besseren Leute" brauchen nur wieder ein Flüchtlingstreck von Ostpreußen nach Deutschland, bei Kälte und viel Schnee, dabei frierend und hungernd, dann kommen diese Typen alle wieder auf den Teppich. Vorschlag: Diese Edelleute einfach nach Afghanistan mit Schlafsack und Zelt delegieren und dort für die edlen Ziele unserer Demokratie "unter falscher Falgge" kämpfen lassen. "G"
jetzt antwortenKommentar meldenDer Winter kann nicht hart genug sein, alle Jahre wieder, und dann Schnee, Schnee u. nochmals Schnee. Nur so kann dieser arrogante Mensch in natürliche Bahnen gezwungen werden, die Erde, Natur und Umwelt schonen. Nicht großkotzige Globalisierung, die alle Vielfalt beseitigt, ist gefragt, sondern Seßhaftigkeit, Bodenständigkeit, fammiliäre Bande, Region und Heimat sind die Zukunft für Mensch, Natur und Umwelt. Wir warten noch darauf, dass idiotische Politik nicht nur den Krieg gegen den Terror "unter falscher Flagge" führt, sondern auch noch den Krieg gegen Klima und Wetter beginnt.
jetzt antwortenKommentar melden... all´ diese Deutschen, die jetzt einen Impuls verspüren, schnell ´mal zum "Shopping" oder so ... nach z.B. New York fliegen zu müssen, sollten bei Wasser und Vollkornbrot eine Woche und nur mit einem Nachttopf unter der Rotkreuzliege, in einer Ecke eines Flughafen-Terminals verbringen müssen.
jetzt antwortenKommentar meldenDas ist ja wirklich gut gemeint von der Bahn. Die Idee mit den zusätzlichen Zügen hätten sie aber mal haben können, bevor es ohnehin taut.
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