Sogar die Fachwelt ist beeindruckt: Im zarten Alter von acht bis zehn Jahren haben Kinder einer Londoner Schulklasse das Gedächtnis der Hummel erforscht. Ihre Arbeit wurde in einer Fachzeitschrift veröffentlicht - und dort als Fortschritt für die Forschung gelobt.
Britische Schulkinder der Blackawton School in Devonshire haben eine wegweisende Entdeckung zum Gedächtnis von Hummeln gemacht: Die acht bis zehn Jahre alten Schüler hatten sich damit auseinandergesetzt, wie Hummeln Farben wahrnehmen und sich diese merken können. Die Erkenntnisse erschienen in einer Fachzeitschrift, den Biologischen Briefen der britischen Akademie «Royal Society». Damit sind die Kinder die erste Schulklasse überhaupt, die einen Artikel in einem hoch angesehenen Fachjournal veröffentlichen durften.
Mit ihren Experimenten konnten die jungen Forscher nachweisen, dass Hummeln Farben und Muster im Gehirn aufnehmen können und in der Lage sind, sich diese danach zu merken. Generell ist die Farberkennung bei Insekten nach wie vor nur wenig erforscht. Die Arbeit der Kinder bedeute einen wirklichen Fortschritt für die Forschung, heißt es in dem Magazin.
Die Kinder hatten einen Plexiglaskubus gebaut. In diesem stand für die Hummeln Zuckerwasser hinter verschiedenen farblich gekennzeichneten Flächen. Nach einer Trainingsphase merkten sich die markierten Tiere die Farbe der Zuckerwasser-Tröge und verschmähten die Farben, hinter denen Salzwasser stand - auch nach einem Positionswechsel.
Wie bei Veröffentlichungen der «Royal Society» üblich, wurde die Forschungsarbeit der Kinder von anderen Wissenschaftlern geprüft. «Die Forscher haben sich eine wissenschaftliche Frage gestellt und sie richtig beantwortet», heißt es im Kommentar. Lediglich Verweise auf frühere Forschungsarbeiten fehlten. Dies sei aber damit zu erklären, dass Grundschüler nicht unbedingt Zugang zu wissenschaftlichen Bibliotheken hätten.
«Ich bin hocherfreut, dass diese Arbeit in den Biologischen Briefen veröffentlicht wird», sagte der Rektor der Blackawton School, Dave Strudwick. «Das Projekt bedeutet eine völlig neue Art des Arbeitens und des Lernens und ich hoffe, dass andere Schulen diesem Beispiel folgen», sagte er. Professor Brian Charlesworth, Herausgeber der Zeitschrift, sagte: «Ich hoffe, das wird andere Gruppen dazu bringen, zu realisieren, dass Wissenschaft kein exklusiver Club ist, sondern für jeden erreichbar.»
sua/rzf/news.de/dpa