Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Kinder wachsen heute mit den Möglichkeiten des World Wide Web auf und gehen ganz selbstverständlich mit dem Internet um. Trotzdem müssen gerade am Anfang bestimmte Dinge beachtet werden. News.de erklärt, worauf es ankommt.
Laut einer Studie der Europäischen Kommission gehen die meisten Kinder etwa in der ersten oder zweiten Schulklasse das erste Mal ins Internet. Manche sogar noch früher. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Je früher sich die Kinder an das World Wide Web gewöhnen, desto besser. Denn online zu sein, wird im Alltag zunehmend wichtiger: in der Schule, in der Universität, im späteren Beruf.
Aber der Umgang mit dem Internet will gelernt sein. Hilfe gibt es - Überraschung - im Netz. Zum Beispiel auf der Homepage Internet-ABC - hier wird den Netz-Neulingen erklärt, wie Suchmaschinen benutzt werden oder wie man von einer Webseite auf die nächste kommt. Einfach den Computer hochfahren und drauf los surfen ist vielleicht für Erwachsene in Ordnung, für Kinder ist dies jedoch zu gefährlich. Sie erkennen Werbung nicht so leicht, sind unvorsichtig und landen schnell auf zwielichtigen Seiten.
Suchmaschinen für Kids
Dem möchte das Internet-ABC begegnen. Es richtet sich an Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, die dort lernen und üben sollen. Hier werden Suchmaschinen für Kinder vorgestellt. Im Gegensatz zu Google liefern sie nur Suchergebnisse, die vorher von Redakteuren auf Seriösität überprüft wurden. Das Wichtigste ist dabei, dass gefährliche Inhalte - rechtsextreme Seiten, gewaltverherrlichende oder pornographische Angebote - vorher heraus gefiltert werden. Preisgekrönte Kinder-Suchmaschinen sind Frag Finn oder Blinde Kuh.
Solche eigens für Kinder eingerichtetete Seiten bieten eine relative Sicherheit, trotzdem rät Gabriele Becker, Projektleiterin vom Internet-ABC Eltern, die ersten Schritte im Netz mit ihren Kleinen gemeinsam zu machen. «Wenn Kinder erstmals ins Internet gehen, sollte man sie niemals alleine surfen lassen, niemals», betont sie. Schon Erwachsene würden nur äußerst selten AGBs lesen oder auf das Impressum achten, bei Kindern passiere das noch seltener. Dabei sei etwa ein stimmiges Impressum ein sehr guter Indikator für eine seriöse Internetseite. Daran können Eltern erkennen, ob sie ihre Kinder problemlos auf diesen Seiten surfen lassen können oder nicht.
Andere verlässliche Indikatoren für ein seriöses Internetangebot für Kids sind zum Beispiel Hinweise auf staatliche oder öffentliche Stellen: Wird die Seite von der EU gefördert? Läuft sie unter der Schirmherrschaft öffentlicher Einrichtungen, wie der Landesanstalt für Medien? Oder wird sie bestückt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Mit den Eltern surfen
Eltern sollten also ruhig mal in aller Ruhe Homepages für Kids besuchen, sich anschauen, was es für Angebote gibt und diese dann gemeinsam mit dem Kind durchforsten. Kindgerechte Seiten zeichnen sich laut Becker durch die verständliche Sprache, die optische Klarheit und vor allem durch die deutliche Trennung von Werbung und Inhalt aus. Ebenso wichtig sei eine einfache Navigation. «Das bedeutet, dass wenig Pop-Ups aufgehen und dass man bestenfalls mit nur einem Klick von einer Seite auf die nächste gelangt», erklärt Becker.
Auf Seitenstark.de werden mehr als 40 verschiedene Internetseiten extra für Kinder aufgelistet. Darunter gibt es Online-Spiele, Suchmaschinen, Nachrichten- und Lernportale. Gerade letztere sind ein neuer Trend der Internetseiten für Kids. Hier kann für die Schule geübt werden, Wissen wird interaktiv aufbereitet und der Spieltrieb oft mit eingebunden.
Doch auch hier müssen bestimmte Dinge beachtet werden, sagt Gabriele Becker. Lernportale sollten zum Beispiel unbedingt kostenlos sein. «Außerdem sind vertonte Seiten immer ein gutes Zeichen», sagt Becker, da diese auch Kinder nutzen können, die nicht oder nicht sehr gut lesen können. Fast alle Informationsseiten für Kinder haben auch extra Bereiche für Eltern und Lehrer. Dort lesen die Erwachsenen, wie sie mit dem Internetangebot für Kinder umgehen sollten und was sie beachten müssen. Für Lehrer gibt es hilfreiche Tipps zur Einbindung vom Internet in Unterricht und Hausaufgaben.
sis/ivb/news.de