Kaum Zuwachs bei den Leistungen: Deutschland schafft es in der Pisa-Lesestudie offenbar nicht, sich zu verbessern. Vor allem hängt der Lernerfolg hierzulande nach wie vor stark von der sozialen Stellung ab.
Im internationalen Schülerleistungsvergleich Pisa haben sich deutsche Schüler angeblich nur minimal verbessert. Die Financial Times Deutschland berichtete vorab, entgegen anders lautender Medienberichte vom Wochenende, dass sich die Punktzuwächse bei Pisa 2009 im Vergleich zur Studie von 2006 im statistisch kaum relevanten Bereich bewegen. Deutschland komme etwa beim Lesen über einen Schnitt von 500 Punkten nicht hinaus.
Außerdem belege der Test erneut, dass der Bildungserfolg in Deutschland immer noch sehr stark von der sozialen Herkunft abhänge, schrieb die Zeitung. In kaum einem anderen Land der Welt sei die Leistung der Schüler so eng an das Bildungsniveau der Eltern gekoppelt. Die sogenannte Risikogruppe aus Schülern, die mit 15 Jahren nicht richtig lesen und rechnen können, sei zwar etwas kleiner geworden. Dennoch sei die Kluft zwischen schlechten und guten Schülern weiter sehr groß. Für die Studie, die am Dienstag vorgestellt werde, seien weltweit fast eine halbe Million Schüler auf ihre Kompetenzen im Lesen, Rechnen und in Naturwissenschaften getestet worden.
Bildungsforscher Klaus Klemm hatte bereits in der vergangenen Woche einen mangelnden Erfolg der deutschen Schüler proklamiert. Schuld daran seien schlechte Reformen. In Deutschland gebe es zu wenig Ganztagsschulen, zudem erfolge die Trennung der Schüler statt ein langfristiges, gemeinsames Lernen zu ermöglichen.
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