Sa., 26.05.12

Ohne Worte 04.01.2011 Körpersprache als Karrierekick

Körpersprache ist ein Karrierefaktor (Foto)
Wer im Bewerbungsgespräch den Kopf einzieht oder unsicher auftritt, hat keine Chance auf den gewünschten Job. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann

Wir sind das, was wir ausstrahlen - und werden auch so behandelt. Damit Sie im Job Ihre Ziele erreichen, müssen Sie Ihren Körper zu Ihrem Verbündeten machen. Nur wenn innere Einstellung und nonverbale Signale zusammenpassen, haben Sie Erfolg.

Mit hängenden Schultern sitzen Sie im Bewerbungsgespräch und umklammern Ihren Kugelschreiber, als würden Sie auf eine Strafe statt eine Einstellung warten. Noch bevor Sie sich vorgestellt haben, sind Ihnen Nervosität und Unsicherheit schon deutlich anzumerken und lassen – eventuell ganz falsche – Schlüsse auf Ihr Selbstwertgefühl und Ihre Qualifizierung zu. Da nützt es auch nichts mehr zu erklären, warum man der Richtige für die Stelle ist. Denn «unsere Körpersprache kann das gesprochene Wort in manchen Fällen regelrecht torpedieren», schreibt Tiziana Bruno, Autorin des Ratgebers Karrierefaktor Körpersprache.

Körperliches und seelisches Befinden ist deutlich aus unserem nonverbalen Verhalten abzulesen und beeinflusst das Gegenüber entscheidend, ohne dass wir es überhaupt selbst merken. Die Körpersprache verrät viel mehr über unsere Gedanken, als uns bewusst ist. «Die Zunge kann lügen - der Körper nie», schreibt der Pantomine und Körpersprache-Experte Samy Molcho in seinem Ratgeber Körpersprache des Erfolgs.

Gestik, Mimik und Körperhaltung sagen viel über die Persönlichkeit eines Menschen aus, allerdings kann das eigene Auftreten bewusst verändert werden. «Wir können unsere eigene Körpersprache korrigieren», behauptet Molcho. Das sei allerdings ein Prozess, der voraussetze, dass der Mensch sich selbst kennen lernt. «Es ist eine Frage der Überwindung.»

Offene Arme signalisieren Vertrauen

Eine entscheidende Rolle spielen dabei Erziehung und Gewohnheiten, die aufgebrochen werden müssen. «Viele Menschen werden zu unauffälligem Verhalten erzogen, damit sie sich nicht bloßstellen», gibt der Körpersprachen-Experte zu bedenken. Wer sein Leben erfolgreich meistern wolle, müsse aber souverän auftreten. Dazu gehört es eben, mit anderen Menschen zu kommunizieren «und Kommunikation heißt, sich zu öffnen.»

Wer beispielsweise mit geöffneten Armen spricht, signalisiert Vertrauen und Selbstsicherheit. Wer dagegen die Oberarme eng an den Oberkörper presst, scheint verkrampft, verängstigt und wenig risikobereit. Gerade im Berufsleben ist es essenziell, sich das eigene Auftreten vor Augen zu führen, um keine falschen Botschaften zu senden.

Richtig eingesetzt ist die nonverbale Kommunikation im Job jedoch durchaus hilfreich. Wer die Körpersprache beobachtet, erfährt mehr über sein Gegenüber und kann selbstbewusst Signale setzen. Selbstsicheres Auftreten mit erhobenen Schultern, offenem Blick und ohne fahrige Gesten macht zum Beispiel klar, wer Verantwortung trägt. Wer sich bei Meetings nicht im Stuhl zurücklehnt, sondern aufrecht sitzt, kommt eher zu Wort. So einfach kann Psychologie sein.

Mit dem Wissen um die eigene Wirkung lassen sich auch unangenehme Situationen meistern. Vor einem Vorstellungsgespräch sollten sich Bewerber bewusst machen, dass sie nicht als Bittsteller ins Unternehmen kommen. «Wer sich bewirbt, hat etwas anzubieten. Das sollte er auch zeigen», mahnt Molcho. Diese Einstellung hilft, zu entkrampfen, die Arme offen zu halten, Blickkontakt aufzunehmen und zu halten. Selbstbewusstes Auftreten unterstreicht die guten Referenzen glaubwürdig und verhindert, sich im im Bewerbungsprozess selbst ein Bein zu stellen. Nur wenn Körpersignale und innere Einstellung übereinstimmen, wirken Menschen authentisch und vertrauenswürdig.

Lesetipp: Körpersprache des Erfolgs; Samy Molcho; Ariston; 2005; 188 Seiten; 19,95 Euro.

Karrierefaktor Körpersprache – Überzeugen Sie mit Mimik, Gestik und Körperhaltung; Tiziana Bruno und Gregor Adamczyk; Haufe Verlag; 2005; 176 Seiten; 19,80 Euro.

ham/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • oliver
  • Kommentar 1
  • 04.01.2011 12:41
 

Ich sags ja immer unsere Chefs sind Sesselfurzer! Nach meinem Studium war es die 602te Bewerbung, die mir eine Stelle verschafft hatte. Je Größer das Unternehmen, desto assozialer sind die Chefs. Der Fachkräftemangel ist eine Politische Inszenierung der Großen, der Profitgier wegen, denn ausbilden oder Wissen halten kostet denen zu viel Geld.

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