Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Der Vorwurf ist leicht zur Hand: Musikunterricht für Babys bringt nichts, in dem Alter können die Kleinen mit Instrumenten und Gesang nichts anfangen. Vertane Mühe also? Keineswegs. Denn durch musikalische Früherziehung sollen gar keine kleinen Mozarts gezüchtet werden.
Dem Klischee nach melden Eltern ihre Kinder nur zum Musikunterricht an, um sich kleine Wunderkinder heranzuziehen. Aber weit gefehlt: In den Kursen geht es vielmehr darum, Kindern Musik überhaupt näher zu bringen. Dass schon kleinste Babys aufhorchen, wenn von irgendwo Musik erklingt, fällt im Umgang mit ihnen immer wieder auf. An dieses Grundinteresse können Eltern und Musiklehrer anknüpfen und so die Aufmerksamkeit der Kleinen oftmals viel besser bekommen als mit dem immer gleichen Bespielen.
Im Musikunterricht erleben die Kleinen Rhythmus, sie lernen Bewegung und sie bekommen ein Gefühl für Musik: leise und laute Klänge, hohe und tiefe Töne, beruhigenden und aufregenden Gesang.
Und nebenbei lernen die Eltern in den Kursen auch etwas: zum Beispiel, wie Schlaflieder gesungen werden. So können Sie auch zu Hause mit den Kleinen singen und so deren Gehör und musikalisches Talent fördern. Denn jeder Mensch trägt Musik in sich, nur wissen das die wenigsten. Im Eltern-Kind-Kurs bricht die innere Musik an die Oberfläche und wird zu einem Erlebnis für die Eltern und das Kind.
Denn viele Eltern können heute gar nicht mehr singen oder glauben das zumindest. Lieder wurden vergessen, Instrumente nie erlernt. Für viele ist es deshalb extrem aufregend, vor anderen laut zu singen. Dass sie dieses Erlebnis mit ihren Kindern teilen, schafft Bindung, schafft Nähe. Die spätere musikalische Karriere der Kleinen ist dann eigentlich ziemlich nebensächlich.
mik/news.de