Die ersten Strafen in einem der größten Kinderporno-Prozesse Deutschlands sind gefallen: Sieben Angeklagte müssen bis zu fünf Jahre hinter Gitter. Unter ihren Opfern sind unzählige Kleinstkinder. Für zwei Angeklagte steht ein Urteil noch aus.
Die verurteilten Männer im Alter von 31 bis 58 Jahren hatten in dem Verfahren gestanden, von 2006 bis 2009 massenhaft Dateien mit kinderpornografischem Material aus dem Internet heruntergeladen und getauscht zu haben. Sie «häuften ungeheure Datenmengen an mit Bildern von schlimmsten Missbrauchs- und Vergewaltigungsszenen», hieß es in der Urteilsbegründung des Darmstädter Landgerichts. Unter den Opfern seien auch unzählige Kleinstkinder.
Ein 34-Jähriger aus dem westfälischen Lage erhielt mit fünf Jahren die höchste Strafe. Der Mann hatte im Prozess auch den mehrfachen Missbrauch einer Siebenjährigen zugegeben. Das Gericht verhängte in den übrigen Fällen Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten bis zu drei Jahren und neun Monaten. Einen minderbelasteten 31-jährigen verurteilte das Gericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren.
90 Minuten lang begründete der Vorsitzende Richter Jens Aßling das Urteil. Angesichts seiner Schilderungen machte sich im Saal des Darmstädter Landgerichts Beklemmung breit. «Sie haben immer wieder gesagt, es seien ja nur Bilder gewesen», sagte Aßling zu den sieben Männern, die in dem zweimonatigen Verfahren in der Mehrzahl eingeräumt hatten, pädophil zu sein. «Aber für Ihre Lust und Befriedigung trugen Sie dazu bei, dass durch diese Nachfrage Kindern das Schlimmste zugefügt wurde», fuhr der Richter fort. Hinter jedem Bild stehe ein individuelles Schicksal.
«Das war harter Stoff»
Allein bei einem der Angeklagten hatten die Ermittler über 100.000 einschlägige Dateien sichergestellt. «Genauer: Bei 100.000 haben wir aufgehört zu zählen», sagte Generalstaatsanwalt Andreas May in der Beweisaufnahme. Rund 1.000 Dateien bereitete das Gericht genauer auf. «Das war harter Stoff», sagte Richter Aßling, «und wir sind einiges gewohnt.»
Die verhängten Urteile liegen nur knapp unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten mit Hinweis auf «unzumutbare» Bedingungen für Sexualstraftäter im Gefängnis mildere Strafen gefordert. Zwei Verurteilte verzichteten jedoch noch im Gerichtssaal auf Rechtsmittel.
Der 34-jährige Missbrauchstäter hatte sich am Mittwoch bei den Eltern des Mädchens, die als Nebenkläger den Prozess verfolgten und mit dem Mann früher befreundet waren, entschuldigt. «Ich nehme ihm diese Entschuldigung ab», sagte die Mutter des siebenjährigen Opfers nach der Urteilsverkündung. «Verzeihen kann ich es ihm nie.»
Zwei Urteile stehen noch aus
Vergangene Woche hatte das Gericht das Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte des Kinderpornorings abgetrennt. Da ein Mann aus Mönchengladbach im Prozess bisher schwieg, setzt das Gericht in seinem Fall die Beweisaufnahme fort. Ein 57-Jähriger Angeklagter aus Wald-Michelbach im Odenwald wiederum gestand im Verfahren bereits den häufigen Missbrauch dreier Kinder. Das Gericht will am Mittwoch die Opfer als Zeugen hören.
zij/cvd/news.de/dapd/dpa
"Es waren doch nur Bilder". "Es waren doch nur Juden" Wie sich die Sprüche gleichen. Was passiert im Internet? Es werden wie bei der Piratenpartei nur bestimmte Grundrechte gesehen. Menschenwürde, nein. Bilder werden gemacht und jedem ist bekannt wie dies geschieht. Am meisten nervt mich der Satz vom Verteidiger, unzumutbare Strafbedingung für Sexualstraftäter. Pardon, Menschen 1 und 2 Klasse? Die einen müssen ins Gefängnis, die anderen nicht. Und zum Schluß zum Staatsanwalt, hat der vielleicht auch die Finger mit im Spiel? Warum ist hier nicht die Anklage auf Kriminelle Vereinigung geschehen
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