Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Gibt es einen guten Zeitpunkt, um Kinder zu kriegen? Und ist dieser ausgerechnet die Studienzeit? Dafür spricht die Flexibilität, dagegen das Geld. News.de traf eine junge studierende Mutter.
Janine war 1983 das erste Mal in einer Vorlesung. Und zwar in der Humboldt Universität, die damals noch in der Hauptstadt der DDR lag. Janine war zu dieser Zeit noch ein Baby, ihre Mutter Studentin.
27 Jahre später setzt sich die Familiengeschichte in der nächsten Generation fort: Janine ist selbst Mutter. Und auch sie studiert noch - Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Amerikanistik in Leipzig. Janines Tochter heißt Luise, sie kam im März zur Welt - ein Wunschkind und das mitten im Studium.
Den Plan, früh Mutter zu werden, hatte Janine lang bevor sie zu studieren begann. «Ich wollte, dass mein Kind gegen Studienende groß genug ist, dass es in eine Tagesbetreuung kommt. Und außerdem wollte ich nicht so eine alte Mutter sein», erklärt die Studentin.
Bemerkenswert ist, dass sie ihren Plan durchziehen konnte. Immerhin spielen viele Faktoren eine Rolle - beispielsweise der Vater. Als die junge Frau ihr Studium begann, war sie Single. Den Vater ihres Kindes lernte sie erst später kennen. Marco war ihr Nachbar. Der Auslöser für die Mutterschaft während des Studiums war er jedoch nicht. «Nein, dass ich früh ein Kind bekommen wollte, wusste ich, bevor ich mit Marco zusammen war», erzählt sie lachend. Doch es hat gepasst. Denn auch Marco wollte noch während des Studiums Vater werden.
Wenig Geld und Existenzängste
Die meisten Studenten schrecken davor zurück, Kinder zu bekommen. Sie haben kein festes Einkommen, unsichere Berufsaussichten und nur wenig Geld. Dem Deutschen Studentenwerk zufolge, verfügen Studenten hierzulande durchschnittlich über 812 Euro im Monat. Mit diesen geringen finanziellen Mitteln noch ein Kind zu versorgen, könne Existenzängste auslösen. Ängste, die auch Janine ab und zu hat. «Aber ich denke, die hat jeder. Und die ersten Jahre mit einem Kind sind ja noch relativ günstig.»
Erst wenn Luise älter ist, wird die junge Familie mehr Geld brauchen. Beispielsweise um für die Tochter einen Schulranzen zu kaufen. Janines und Marcos Studium ist dann vorbei.
Wenn die jungen Eltern aufs Berufsleben vorausblicken, sieht sich Janine sogar im Vorteil. Ihre Tochter wird dann aus dem Gröbsten heraus sein - wie schlaflose Nächte wegen der ersten Zähne. So glaubt sie, sich besser auf den Beruf konzentrieren zu können. «Wenn ich erstmal anfange zu arbeiten, muss ich die Probezeit überstehen und will auch erstmal reinkommen.» Da würde ein Jahr Schwangerschaftsurlaub eine junge Mutter ziemlich zurückwerfen, glaubt Janine - ein Punkt, der für die Schwangerschaft schon im Studium spräche.
Außerdem gibt es für Studierende eine ganze Reihe von finanziellen Förderungsmöglichkeiten. Marco, der Medienkunst studiert, bekommt Bafög und konnte nun schon um zwei Semester verlängern, weil er während der Schwangerschaft und im ersten Semester nach Luises Geburt kaum zum Studieren kam. Diese Verlängerung zu bekommen, war allerdings nicht einfach. Der junge Vater musste einen Antrag stellen, in dem Hebamme, Arzt und Janine versicherten, dass er immer für sie da war.
Von Amt zu Amt mit großen Bauch
Janine selbst erhält 300 Euro Elterngeld für ein Jahr und Hartz IV, allerdings nicht viel, weil sie und Marco eine - Achtung Beamtendeutsch - Bedarfsgemeinschaft bilden. Der Behördenmarathon mit großem Bauch war eine klassische Tortur. Arbeitsamt: Kindergeld beantragen. Jugendamt: Elterngeld. Bafögamt: Bafögverlängerung. Wieder Arbeitsamt: Hartz IV und Schwangerschaftsmehrbedarf. Prüfungsamt: Urlaubssemester. «Die Anträge sind furchtbar. Da verzweifelt man schon irgendwann - man ist schwanger und rennt nur hin und her», erinnert sich die 27-Jährige.
Trotzdem sieht Janine die Vorteile einer Schwangerschaft während des Studiums: Die Betreuungsmöglichkeiten an der Uni seien sehr gut. Es gibt beispielsweise eine Kindertagesstätte und einen Kinderladen nur für Kinder von Studierenden. Außerdem unterhalten Universität und Studentenwerk Beratungsstellen, die viele Tipps parat haben, besonders was die Finanzierung angeht.
Doch natürlich leidet das Studium. Ein Baby fordert ständig Aufmerksamkeit. Janine pausiert seit der Geburt von Luise im Studium. Bis zu sechs Urlaubssemester stehen Frauen zu, wenn sie im Studium schwanger werden. Doch davon macht Janine kaum Gebrauch. Wenige Tage vor der Entbindung saß sie noch in der Bibliothek und schrieb ihre Abschlussarbeit. Erst nach der Abgabe gönnte sie sich etwas Ruhe. Genau genommen sechs Tage, dann kam Luise. Ab dem kommenden Semester muss Janine wieder in die Universität - vor allem um zu pauken. Denn im Sommer warten ihre Abschlussprüfungen.
rzf/ham/news.de
Während des Studiums hat man genügend Zeit für ein Kind. Natürlich fordert das Baby Aufmerksamkeit. Aber: Es ist wenigstens was eigenes. Denn: Sehen MANN Männer Dozenten oder sowas ... eine SINGLE FRAU ALLEINE - fordern die ihre Aufmerksamkeit - und davon hat sie im Endeffekt gar nichts! Denn er hat ja nur Schwierigkeiten mit seiner Freundin oder noch verheirateten Frau und braucht Jemanden fürs "Gefühl" damit die Andere mit "geht"/ oder kommt oder mit seiner Dissertation aber auch die Zeit geht vorüber. Und was hat FRAU die Soziale Kompetenz die Freundin die student.Hilfskraft davon?
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