Sa., 26.05.12

Öl-Katastrophe 09.11.2010 US-Regierung entlastet BP

Kommission: BP stellte nicht Profit über Sicherheit (Foto)
780 Millionen Liter Öl sind offiziell in den Golf von Mexiko geflossen. Bild: dpa

Zumindest bewusst hat BP die Sicherheit wohl nicht aufs Spiel gesetzt. Das hat die Untersuchungskomission zur Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko jetzt bekannt gegeben und entlastet damit den Ölkonzern. Doch Kritiker bleiben dabei: Risiken gehörten zur Firmenkultur.

Rückendeckung für BP: Die von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission hat die Ergebnisse einer internen Studie des Ölkonzerns zu 90 Prozent bestätigt, wie Kommissionsleiter Fred Bartlit mitteilte. Im Streit um die Schuldfrage an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird BP dadurch entlastet.

Zu keinem Zeitpunkt habe eine Entscheidung bewusst die Sicherheit aufs Spiel gesetzt, um Kosten zu sparen, sagte Bartlit. Die Kommission stellt sich damit gegen die Befunde eines Untersuchungsausschusses des US-Kongresses, der schwere Vorwürfe gegen BP erhoben hatte. BP selbst hatte dagegen einen Teil der Verantwortung für die Umweltkatastrophe anderen Unternehmen zugesprochen: dem Ölplattform-Besitzer Transocean und dem Lieferanten des für die Stabilisierung des Bohrlochs verwendeten Zements - die Firma Halliburton.

Edward J. Markey, Kongressabgeordneter und Mitglied des Energieausschusses, hält trotz des nun vorgestellten Berichts an den Vorwürfen gegenüber BP fest. «Wenn es zur Firmenkultur gehört, Risiken einzugehen und Abkürzungen zu nehmen, dann kommen dabei systemische Fehler heraus, die zu Katastrophen wie der Ölpest führen, ohne, dass es eine einzelne kompromittierende Entscheidung gab», sagte er. Pipeline-Lecks in Alaska, eine Raffineriekatastrophe in Texas und die Deep-Water-Horizon-Katastrophe hätten bewiesen, dass BP mit dem Ziel der Profitmaximierung seit langem an die Grenzen gehe.

Der Bericht der Kommission berücksichtigte allerdings nicht alle Aspekte, die zur Katastrophe führten. So wurde nicht untersucht, warum der «Blowout Preventer» - das Not-Absperrventil am Meeresboden - versagte. Er wolle vor dem abschließenden Bericht über die Untersuchung des Geräts keine Schlüsse ziehen, sagte Bartlit.

Die Ölplattform «Deepwater Horizon» war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert. Elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Aus dem Bohrloch flossen anschließend über Wochen mehr als 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Erst Mitte Juli konnte die Quelle provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen.

iwi/news.de/dapd
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