Sa., 26.05.12

Schmalkalden 03.11.2010 Für zwei Stunden zurück nach Hause

Die evakuierten Bewohner am Kraterrand bringen ihre Habseligkeiten in Sicherheit. (Foto)
Evakuierte Bewohner bringen ihre Habseligkeiten in Sicherheit. Bild: dpa

Die Bewohner der fünf Gebäude, die unmittelbar am Rand des tiefen Loches stehen, dürfen für zwei Stunden in ihre Häuser zurück. Sie können größere Gegenstände wie Tische oder Stühle herausholen. Dann müssen sie umziehen.

Die Wohnungsgenossenschaft Schmalkalden stelle Wohnungen für die 17 Menschen bereit, sagte Bürgermeister Thomas Kaminski weiter. Noch am Mittwoch soll es erste Besichtigungen geben. Die ersten drei Monate werde die Miete für die Unterkünfte übernommen. Das Geld komme unter anderem von der Stadt.

Unterdessen laufen am Krater die Vorbereitungen zum Füllen des Loches. Seit dem Morgen werden die Zufahrt und die Standfläche für einen schweren Spezialbagger errichtet, sagte Bürgermeister Thomas Kaminski. Anschließend könne das Gerät, das am Dienstagabend angekommen war, in Position gebracht werden. Er gehe davon aus, dass am Donnerstag damit begonnen werden könne, den Krater zuzuschütten.

Der rund 20 Meter tiefe Krater soll mit 40.000 Tonnen Kies gefüllt werden. Dafür müssten möglichst rund um die Uhr Lastwagenladungen herangefahren werden, sagte Landrat Ralf Luther (CDU). Auch ein 30 Meter langes Förderband soll eingesetzt werden. Wie lange das Zuschütten dauern wird, ist unklar. Bei den Kosten will der Landkreis zunächst in Vorkasse gehen. Laut Luther wird der Kies nach ersten Schätzungen bis zu 250.000 Euro kosten. Wie hoch die Gesamtkosten für den Einsatz sind, lässt sich noch nicht beziffern.

Der Krater war in der Nacht zum Montag in einer Wohnsiedlung aufgebrochen. Ein Auto rutschte in die Tiefe, die Straße brach weg. Mehrere Häuser mussten geräumt werden. Das fast kreisrunde Loch hat einen Durchmesser von gut 35 Metern. Geologen gehen von einer natürlichen Ursache für den Krater aus.

Experten fürchten weitere Gefahren durch starken Regen. Vorbeugend würden daher Wasser- und Abwasserleitungen umverlegt, damit von dort kein Wasser in die Grube fließe, sagte Kaminski. Um mehr über die Gesteinsschichten im Untergrund zu erfahren, will das Land eine Untersuchungsbohrung in Auftrag geben.

jag/cvd/reu/news.de/dpa
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