Von News.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Hausaufgaben sind oft eine Qual: Erst viele Stunden in der Schule, dann auch noch Aufgaben lösen und büffeln. Damit die Pflichtübungen Ihrer Kinder trotzdem gelingen, sollten Sie diese Regeln beachten.
Tageszeit. Ihr Kind sollte nicht sofort nach der Schule mit den Hausaufgaben beginnen. Eine Stunde Pause schafft Abstand zum Schulalltag. Außerdem passt es in den Biorhythmus, der meistens zwischen 13 bis 14 Uhr einen Tiefpunkt erreicht. Die optimale Hausaufgabenzeit liege zwischen 14 und 16 Uhr, sagt Diplom-Psychologe Heinz Thiely. Dann bleibt noch genug vom Tag für außerschulische Aktivitäten - wie Sportverein, Musikunterricht oder mit Freunden spielen.
Regel mit Ausnahmen. Eine feste Zeit für die Hausaufgaben zu finden, ist eine gute Idee. Hat Ihr Kind wieder eine gute Note mit nach Hause gebracht hat, können Sie auch mal eine Ausnahme machen und die Zeit für einen Familienausflug nutzen. Es kann auch kleinere Belohnungen geben. Dabei sollten Sie beachten, dass sich eine Partie Fußball im Park viel besser eignet als fernsehen.
Strenge. Für Ihr Kind sind Hausaufgaben ohnehin schon leidvoll. Wird der Nachwuchs mit Strenge dazu gezwungen, ist ein Streit vorprogrammiert. Für das Kind ist das doppelte Strafe.
Ort. Hausaufgaben sollten immer am gleichen Ort erledigt werden. Ist Ihr Kind selbstständig und zuverlässig, kommt es am besten am eigenen Schreibtisch im Kinderzimmer zurecht. Vorsicht aber bei Kindern, die sich leicht ablenken lassen. Diese sollten ihre Hausaufgaben an einem möglichst reizarmen Ort erledigen, gerne in Sichtweite der Eltern. Ein aufgeräumter Küchentisch eignet sich oftmals besser als das Kinderzimmer, in dem die Spielzeugkiste lockt.
Ruhe. Niemals sollte der Fernseher im Hintergrund laufen. Die visuellen und akustischen Reize aus der Flimmerkiste machen es Ihrem Kind unmöglich, sich zu konzentrieren. Auch Radio und Mp3-Player sollten ausgeschaltet bleiben. Gibt es Geschwister, sollten diese sich in der Hausaufgabenzeit nicht im gleichen Raum aufhalten.
Gliederung. Eine sinnvolle Reihenfolge ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Einen Grundsatz nach dem Motto: «Erst die Sprachen, dann Mathe», gibt es nicht. Besser ist die Aufteilung in beliebte und weniger beliebte Fächer. Doch auch hier tickt jeder anders: Während manche Schüler erst die Lieblingsfächer machen wollen, um sich dann um die schwierigeren Hausaufgaben zu kümmern, heben sich andere das Beste gern bis zum Schluss auf. Probieren Sie selbst aus, mit welcher Variante Ihr Kind besser zurechtkommt.
Mythos Wochenplan. Viele Elternratgeber empfehlen einen Wochenplan, in den sämtliche Aktivitäten des Kindes eingetragen werden - Schulstunden, Sportverein, Musikunterricht, Freizeit und die Zeit für Hausaufgaben. Eine solche Strukturierung soll den Kindern helfen, sie hilft aber vor allem den Eltern. Denn für Kinder sind solche Pläne meist albern, besonders, wenn sie eigenständig sind und ihre Aufgaben in der Regel gut erledigen. Für Eltern kann ein Wochenplan allerdings eine große Hilfe sein, um den Überblick zu behalten. Nerven Sie Ihre Kinder damit aber nicht allzu sehr.
Innere Solidarität. Hausaufgaben sind oft langweilig. Das war schon in Ihrer eigenen Schulzeit so und stimmt auch heute. Zeigen Sie Ihrem Kind ruhig, wenn Sie selbst die Aufgaben langweilig finden. Machen Sie aber trotzdem klar, dass sie erledigt werden müssen. Auf diese Art zeigen Sie sich mit den Pflichten Ihres Kindes solidarisch, verlieren aber nicht an Autorität.
Kontrolle. Natürlich ist Vertrauen schön und es gibt Kinder, die eine Kontrolle ihrer Hausaufgaben mit Misstrauen gleichsetzen. Haben Sie solch ein zuverlässiges Kind: herzlichen Glückwunsch. Doch die meisten Kinder nutzen zu viel Vertrauen früher oder später aus. Sie sollten also regelmäßig überprüfen, ob Ihr Kind die Aufgaben wirklich erledigt. Und wenn ja, macht es sie richtig? Dabei sollten Sie allerdings nie die Aufgaben Ihres Kindes selbst lösen oder verbessern. Denn dann verlässt sich Ihr Kind auf Ihr Wissen und gibt sich weniger Mühe.
Pausen. In der Grundschule sollte ein Kind nicht länger als eine Stunde am Tag an den Hausaufgaben sitzen. Ab der vierten Klasse sind 90 Minuten ein guter Wert. In dieser Zeit sollte Ihr Kind regelmäßig Pausen einlegen: kurz aufstehen, sich bewegen oder ein Getränk holen. Aber niemals mit Spielen anfangen, denn es ist schwierig, danach die Motivation für die Schulaufgaben zu finden.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Heinz Thiely. Der Diplom-Pädagoge leitet die Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.
ham/reu/news.de