Millionen Kinder sterben an Hunger
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Bis 2015 soll die Armut halbiert werden. Doch noch immer müssen Millionen Kinder sterben, kritisiert Unicef. Grund dafür sei, dass sich die internationale Entwicklungshilfe nicht auf die am stärksten benachteiligten Familien konzentriert.
Das ist das Ergebnis eines neuen Unicef-Berichts mit dem Titel «Fortschritt für Kinder». Zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniumsziele zog Unicef damit am Dienstag eine gemischte Bilanz. Die Millenniumsziele sehen eine Halbierung der Armut bis zum Jahr 2015 vor.
Auf der einen Seite sieht Unicef Erfolge: Heute haben mehr Kinder Zugang zu sauberem Wasser, Schulbildung oder Impfschutz. Andererseits konstatiert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen: «Diese Fortschritte sind sehr ungleich verteilt und erreichen viele Kinder nicht, die sie am dringendsten benötigen.»
Demnach sterben jeden Tag etwa 24.000 Kinder an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten. Im südlichen Afrika und in Südasien sind Untergewicht und chronische Unterernährung bei den ärmsten Kindern weit verbreitet. Vor allem Kinder auf dem Land sind gefährdet. Mädchen wiederum sind beim Schulbesuch stark benachteiligt.
Große Kluft beim Zugang zur sozialen und medizinischen Grundversorgung
Es gebe eine große Kluft beim Zugang zu einer sozialen und medizinischen Grundversorgung für Kinder - zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern, zwischen den ärmsten und den wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder, zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie zwischen Jungen und Mädchen, erklärt Unicef. So seien Untergewicht und chronische Unterernährung vor allem bei den ärmsten Kindern im südlichen Afrika und in Südasien verbreitet. Kinder auf dem Land seien fast doppelt so gefährdet, dadurch in ihrer Entwicklung geschädigt zu werden als Kinder aus der Stadt.
Auch gingen heute zwar mehr Kinder zur Schule als jemals zuvor, berichtet Unicef. Aber immer noch hätten über 100 Millionen von ihnen keine Schulbildung. Dabei seien Kinder aus benachteiligten Familien sowie Mädchen besonders häufig ausgeschlossen. Vor allem beim Zugang zu weiterführenden Schulen seien Mädchen weiterhin benachteiligt. Und trotz Fortschritten bei der Aids-Aufklärung sei das Infektionsrisiko bei Mädchen vor allem im südlichen Afrika deutlich höher als bei Jungen.
«Bislang dachte man, eine Konzentration auf die am stärksten benachteiligten Kinder sei im Verhältnis zur Reichweite zu teuer», erklärt Unicef-Direktor Anthony Lake. «Aber eine Strategie, die auf Gerechtigkeit zielt, bedeutet nicht nur einen moralischen, sondern auch ganz praktischen Gewinn.»
Vom 20. bis 22. September hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ein Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York einberufen. Dort soll zehn Jahre nach der Verabschiedung der Millenniumsziele Bilanz gezogen werden. Im Jahr 2000 hatten alle Regierungen versprochen, bis zum Jahr 2015 einen Katalog von acht messbaren Zielen zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung umzusetzen. Die Kindersterblichkeit zum Beispiel soll bis dahin um zwei Drittel gesenkt werden.
jag/wam/news.de/dapd/dpa
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