Deutschland muss besser qualifizieren
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 06.09.2010
Der Rückgang der Geburtenrate reduziert die Zahl der Schulabbrecher und Hauptschüler. Doch an den Problemen ändert sich nichts: Migrantenkinder bleiben die Verlierer. Bildungsforscher warnen deshalb davor, im Bildungssystem zu sparen.
Mehr Kinderbetreuung, mehr Schüler an Gymnasien und weniger Hauptschulabschlüsse, mehr Studenten - das sind einige der positiven Resümees, die der Bildungsbericht «Bildung in Deutschland 2010» zieht. Doch zufrieden zurücklehnen können sich weder Politiker noch die Mitwirkenden im deutschen Bildungssystem. Es gibt zahlreiche Baustellen und längst nicht überall, wo im Bildungssystem Entspannung herrscht, hat das tätsächlich etwas mit der Verbesserung der Situation zu tun.
Der demografische Wandel ist der größte Aspekt, der den Bildungsverantwortlichen in die Hände spielt. Das gilt vor allem für den Bereich der Jugendlichen, die nach dem Schulabschluss keine schulische oder berufliche Ausbildung beginnen können. Deren Zahl könnte aus eben jenem Grund auch in den kommenden Jahren weiter zurückgehen. Denn: Die Zahl der Geburten ist zwischen 1991 und 2008 auf 683.000 Kinder gesunken.
Gleichzeitig, so berichten die beteiligten Forschungsinstitute, steige die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dass diese überwiegend zu den Bildungsverlierern gehören, ist hinlänglich bekannt. Hauptursache ist und bleibt - so das Ergebnis der Forscher - die Sprache. So würden ein Drittel der betroffenen Kinder in Kindergärten betreut, in denen mehr als die Hälfte der Kinder nicht Deutsch sprechen.
Migranten sind das Hauptklientel der Hauptschulen
Sprachdefizite sind damit auch eine Ursache für die hohe Zahl an Migranten in Förder- und Hauptschulen sowie den daraus resultierenden schlechten Chancen, einen Schulabschluss zu machen oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb müssen 88 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund, die keinen Schulabschluss geschafft haben, im ÜbergangssystemBestandteil dessen sind einjährige Bildungsangebote wie das Berufsgrundbildungsjahr oder das Berufsvorbereitungsjahr, die die Ausbildungsreife fördern und den Übergang in die duale Berufsausbildung ermöglichen sollen. aufgefangen werden. Bei denen mit Hauptschulabschluss sind es 67 Prozent. Insgesamt seien Kinder mit Migrationshintergrund doppelt so häufig an Hauptschulen zu finden wie Kinder ohne Migrationshintergrund, auch wenn die sozioökonomischen Hintergründe bei beiden gleich sind.
Wenig rühmlich für Deutschland: Die Zahl derer, die einen allgemeinbildenden oder höher qualifizierten Schulabschluss im Sekundarschulbereich nicht schaffen und diesen an beruflichen Schulen nachholen, steigt.
Ein Negativbild zeigt sich aber auch bei der personellen Besetzung im Bildungssystem. Von allen in der Bildung Tätigen seien etwa 40 Prozent inzwischen älter als 50 Jahre. An den Schulen sind es mit 50 Prozent sogar die Hälfte aller Lehrer. Deutschland habe damit nach Italien und Schweden den dritthöchsten Anteil an Pädagogen und Wissenschaftlern jenseits des 50. Lebensjahres im internationalen Vergleich.
Miese Aussichten für Unterqualifizierte
Bis 2025 wird der demografische Wandel dafür sorgen, dass die Zahl der Bildungsteilnehmer sinkt. Im Westen der Republik um 17 Prozent, im Osten um 14 Prozent. Dadurch würden nur noch eine Million Vollzeitkräfte im Bildungssystem benötigt. Einsparen könne der Bund dadurch aber nicht. Der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften - insbesondere mit Hochschulstudium - werde steigen.
Zugleich sinke die Chance derer, eine Beschäftigung zu finden, die keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können. Bis 2025 werde die Zahl der Unqualifizierten das Angebot an entsprechenden Arbeitsplätzen um 1,3 Millionen Menschen übersteigen. Damit diese die Belastung der Sozialsysteme nicht steigerten, seien dringend Angebote zur Nachqualifizierung notwendig.
Große Einsparungen könne sich der Staat trotz sinkender Geburtenrate bei der Kinderbetreuung und im Schulsystem nicht erlauben. Zwar würden weniger Kindergartenplätze benötigt, dafür müsse gerade im Westen Deutschlands jedoch das Angebot für unter Dreijährige verbessert werden. Damit könne nicht nur das Bildungspotenzial gesteigert werden, sondern auch die Chance der Eltern steigen, selbst einem Beruf nachzugehen.
Deutschland muss weiter investieren
In den allgemeinbildenden Schulen, so errechneten die Forscher, sinke die Zahl der Schüler von 9 Millionen auf 7,3 Millionen. Damit sei pro forma zwar weniger Personal und Geld nötig, allerdings gebe es großen Bedarf, um die Qualität des Unterrichts an den Schulen zu verbessern. Zudem seien dringend Förderangebote nötig, die dabei helfen könnten, den Zugang zu höheren Schulabschlüssen zu verbessern.
Doch die zentralen Punkte, an denen Deutschland arbeiten muss, bleiben: Noch immer hängen Bildungsbiografien zu stark von Geschlecht, sozialer Herkunft und Migrationsstatus ab. Zudem müssen Bildungseinrichtungen qualitativ besser pädagogische Angebote machen, weil mit der Einführung der Ganztagsschulen immer stärker Aufgaben bei ihnen liegen, die traditionell eher der Familie zugerechnet werden.
Dafür sei es nötig, die bislang verfügbaren Ressourcen für die Bildung mindestens auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Eine leichte Aufgabe ist das nicht. Immerhin sind die Bildungsausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung gesunken. Deutschland investierte 2008 nur 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Bildung. 1995 waren es noch 6,8 Prozent.
sca/news.de
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Was soll der ganze Blödsinn? Selbst wenn ein Migrant eine entsprechende Ausbildung auf unsere Kosten bekommt, spätestens dann geht der größte Teil zurück ins Heimatland. Keiner hat sie eingeladen, aber der deutsche Staat, bzw. wir deutschen Bürger zahlen es. Ich bin nicht Ausländerfeindlich, aber wer sich hier qualifizieren will, schafft es alleine, ohne finanzielle Hilfe. Wir sollen uns auf die Bedürfnisse der einzelnen Kulturen anpassen. Hat schon mal jemand das in der Türkei, Iran oder sonst wo erlebt? Wir müssen uns auch anpassen und nicht umgekehrt. Keine Qualifikation - zu Haue bleiben.
jetzt antwortenKommentar meldenEs ist aber ein Unterschied, ob ich in GELD spare oder in GEIST. Am Besipiel der Ich-kann-Schule habe ich immer wieder gezeigt, dass menschliche Entwicklung nicht mit Geld erkauft werden kann sondern zuerst einmal IM GEIST geschehen muss. Den gibt es auch schon ein paar Tage länger als das Geld und es ist immer noch die Frage, warum wir mit ihm nicht besser umgehen. Ich grüße freundlich. Franz Josef Neffe
jetzt antwortenKommentar meldenrichtig,die ganze förderung ist für die katz,solange immer mehr importbräute(u.m.) aus bildungsfernen konservativen schichten kommen. deren kinder wiederum einen schlechten start haben. somit dreht sich das rad immer schneller,zu ungunsten der alteingesessenen.
jetzt antwortenKommentar meldenWie soll das gehen? Es gibt keine Regeln für Integration von Zuwanderern, also machen die Zuwanderer das, was sie wollen, oder nur können? Wenn Menschen ankommen, die keine Voraussetzungen mitbringen für den eigenen Lebensunterhalt, dann erfahren ihre Nachkommen auch keine Voraussetzungen, weil ihnen vorgelebt wird, wie es auch ohne geht. Die schulische Zwangsverwaltung der Schulkinder über den ganzen Tag wird von den Zuwanderern mißtrauisch gesehen, weil sie es als Entzug verstehen, nicht als Bildungsmaßnahme. So sehen es auch die Interessenverbände, mit ihrer Integrationsablehnung.
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