Der Preis des Fleisches
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Von news.de-Redakteur Michael Kraft
Artikel vom 03.09.2010
Wie grausam Massentierhaltung sein kann, zeigt US-Autor Jonathan Safran Foer gerade im Bestseller Tiere essen. Tierschützer behaupten: Auch in Deutschland müssen Schweine, Rinder oder Hühner systematisch leiden. Die Bauern wehren sich.
Dramatische Zustände schildert US-Autor Jonathan Safran Foer in seinem Bestseller Tiere essen.Von der Zucht über die Haltung bis hin zum Transport und zur Schlachtung von Nutztieren - überall wird nach seinen Recherchen gequält und betrogen. Der deutschen Ausgabe des Buches, von der bereits 90.000 Exemplare verkauft wurden, sind ein eigenes Vorwort und fast 100 Seiten Anmerkungen beigefügt, die bei der Beantwortung der Frage helfen sollen, ob die Situation in Deutschland womöglich ganz ähnlich aussieht.
Roger Fechler vom Deutschen Bauernverband wehrt sich gegen diesen Verdacht. «Ich war selbst schockiert, als ich das Buch gelesen habe. Die meisten der dort geschilderten Probleme sind aus unserer Sicht nicht auf Deutschland übertragbar», sagt der Referatsleiter Vieh und Fleisch. Ein Grund dafür sei eine andere gesetzliche Grundlage, auf die in Tiere essen auch hingewiesen wird, etwa hinsichtlich der Haltungsbedingungen oder der Vorschriften zur Güllelagerung.
Wenn geschildert werde, wie auf Schweine eingeprügelt wird oder Zigaretten auf den Tieren ausgedrückt werden, dann sei das «kriminell und hat nichts mit verantwortungsvoller Tierhaltung zu tun. Tierschutz steht bei uns nicht nur im Grundgesetz, sondern wird auch in den Betrieben kontrolliert.» Von der Situation vor Ort könne sich jeder selbst ein Bild machen, etwa beim Tag der offenen Tür oder im Internet.
Bei der Tierschutzorganisation Peta hat man eine andere Meinung. «Wenn die im Buch geschilderten Zustände in den USA als 100 Prozent gelten, dann liegen wir in Deutschland bei 99 Prozent», sagt Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater bei Peta. Auch in Deutschland gelte: «Wer mit Tieren Profit macht, ist nicht seriös. Eine Branche, die mit solchen Methoden wie in der Massentierhaltung arbeitet, sollte in einer zivilisierten Gesellschaft als unwürdig angesehen werden», fordert der 53-Jährige.
In Fechlers Augen ist «Massentierhaltung» längst zu einem Kampfbegriff geworden. Dass die landwirtschaftlichen Betriebe heute größer seien als vor 60 Jahren, liege auch an neuen Anforderungen hinsichtlich Ökologie, Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz. Vor allem aber sei es eine wirtschaftliche Frage. Kleine Höfe seien schlicht nicht mehr rentabel - alleine in der Schweinemast sind seit 1950 rund 2,3 Millionen Betriebe verschwunden. Um heute von der Landwirtschaft leben zu können, sei eine Größenordnung von 70 bis 80 Milchkühen oder 200 bis 250 Sauen oder 1200 bis 1500 Mastschweineplätzen oder 60.000 bis 80.000 Hähnchenplätzen nötig. «Das sind normale Größenordnungen für spezialisierte Betriebe, die für ein ausreichendes Familieneinkommen notwendig sind und in denen auch die Arbeit von der Familie erledigt werden kann», sagt Fechler.
Eine Rückkehr zur idyllischen Vorstellung von kleinen Höfen, in denen der Bauer jedes Tier kennt, sei genauso wenig möglich «wie es eine Rückkehr zu Gutenbergs Druckmethoden gibt oder zur Handy- und PC-losen Zeit». Erfolgsaussichten für mehr Biolandwirtschaft oder vergleichbare Verfahren bestünden nur, wenn die Verbraucher dauerhaft bereit seien, deutlich höhere Preise zu bezahlen - und das sei derzeit nicht der Fall. So liege beispielsweise bei Hähnchen und Geflügel der Marktanteil von sauber produziertem, aber teurem Biofleisch bei unter einem Prozent.
Auch bei der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch erkennt man diese Problematik: «Fleisch ist schlicht zu billig», sagt eine Sprecherin auf Anfrage von news.de. Einen Trend zum Vegetarismus sieht man dort nicht. Und auch Fechler glaubt nicht, dass Bücher wie Tiere essen bei immer mehr Menschen zum Fleischverzicht führen: «Bisher können wir lediglich einen Medientrend zum Thema Vegetarismus erkennen.»
Selbst bei Peta ist man skeptisch, ob Tiere essen ähnlich wie in den USA bei vielen Menschen zu neuen Ernährungsgewohnheiten führen wird. «Das Buch alleine kann keine Debatte lostreten», sagt Haferbeck. Deshalb begleitet Peta die Erscheinung mit eigenen Undercover-Aktionen. So werde man in zwei Wochen mit der Aufdeckung systematischer Straftaten in einem Großbetrieb in Niedersachsen an die Öffentlichkeit gehen.
Auch Prominente, die sich zum Vegetarismus bekennen, könnten die Anliegen von Peta unterstützen, aber da sieht Haferbeck noch großen Nachholbedarf. «Es gibt in Deutschland nur wenige Promis, die bereit wären, sich als Vegetarier oder Veganer zu outen - dabei ist das in der Gesellschaft eigentlich längst akzeptiert. Aber die Welt der Stars und Sternchen ist eine Gruppe in sich, die ein ganzes Stück rückständiger ist - und wo es für Anderssein sehr schnell Hohn und Spott gibt.»
kas/reu/news.de
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Jonathan Safran Foer hat ein Sachbuch geschrieben. Tiere essen ist sehr unappetitlich - und sehr mehr ...
Täglich Fleisch muss nicht sein. Ständiger Verzicht auch nicht. Flexitarier essen gesund, wonach ihnen grad mehr ...
Suse Stock hat ein fleischloses Bistro eröffnet - und kann sich vor Kunden kaum mehr ...
Nun haben Sie viel gesagt. Aber Lösungen, nicht eine anklingen lassen.Sie sprechen vom freien Land. Aha da ist alles erlaubt ja? Nein, nein nennen Sie mir Lösungsmöglichkeiten, sonst ist das Geschreibsel lediglich als Meinung anzusehen. Hier geht es aber um mehr. Natürlich ist das Rad nicht zurückzudrehen. Aber muss man da gleich resignieren? Keiner, der Tiere in solchen Dimensionen hält tut unrechtes.So auch Wiesenhof.Alle die solche unsäglichen Methoden auffinden sind Spinner oder Dramatiker.Sie als Veterinärin müssten es besser wissen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch wünschte mir von allen Diskutanten etwas mehr Sachkenntnis statt lautstarker Überzeugungsgewissheit!zB.ist derBegriff"Massentierhaltung" nirgendwo definiert sondern eine Schöpfung der Medien.Allein die Anzahl der gehaltenen Nutztiere sagt wenig über deren Lebensbedingungen.Intoleranz und Schwarz-weiß-Muster im Denken haben noch nie zu wünschenswerten Veränderungen beim Gegenüber geführt!! Wir leben gottlob in einem freien Land und haben die Möglichkeit uns seriös zu informieren.Wer glaubt,daß er mit BIO und Vegetarismus die Lösung aller Probleme erreicht,kennt sich nicht aus.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Preis des Fleisches auf unserem Teller? Nun den kennen wir doch- zur Welt kommen, von der Mutter getrennt werden,schmerzhafte Eingriffe erleiden, dauerträchtig sein,von den Kindern getrennt werden,in engen stinkenden Ställen stehen,Schmerzen und Todesangst haben , getötet werden obwohl man erst ein paar Monate alt ist-und weshalb? Weil die allermeisten Fleisch und Fischesser diese Realität einfach ausblendensind - und wenn alle Leichenteile essen, kann es ja so falsch nicht sein, oder doch ?
jetzt antwortenKommentar meldenVon der Politik erwarte ich nicht besonders viel, noch nicht. Die muss noch die Industrie, die hinter dem blutigen Geschäft mit der Massenvernichtung steckt, schützen, gegen kritische Stimmen abschotten. Damit alle fein die Lüge weiter leben können. Es müssen noch mehr Menschen werden, die sich ehrlich informieren, Informationen kritisch bewerten, von Beeinflussung unterscheiden können, sich wehren gegen die Verdummung der Menschen durch Politik und Industrie, gegen die Körperverletzung durch die schlechten Produkte, die wir alle essen sollen. Damit das Geschäft läuft.
jetzt antwortenKommentar meldenSpätestens, sobald wir Unrecht erkennen (Tierquälerei, industrielle Tierhaltung als Klimakiller Nr 1, Welthunger durch Fleischkonsum), müssen wir handeln, Konsequenzen ziehen und unser Leben ändern. Wir setzen uns gerne für oder gegen Dinge ein, die weit weg sind und unser Leben hier nicht tangieren, kaufen im Eine Welt Laden, setzen uns für gefährdete Arten ein. Was ja an sich nicht schlecht ist. Aber halt weit genug weg. Artgerecht gehaltene, glückliche Tierhaltung, humane Schlachtung gibt es zwar nicht, ist aber in aller Munde, Mensch will schließlich sein Gewissen erleichtern.
jetzt antwortenKommentar meldenEs gibt nichts, was uns das Recht gibt, anderen Lebewesen die Freiheit und das Leben zu nehmen. Umweltaspekt, Klima und Gesundheit sind weitere Gründe, Fleisch abzulehnen, vor allem, weil wir inzwischen für diese verschwenderische Lebensweise zu viele Menschen auf diesem Planeten sind. Auch den Kindern in der dritten Welt wäre mehr geholfen, wenn wir kein Fleisch mehr essen würden, keine Schlachtabfälle dorthin mehr exportierten, um dortige Märkte mit unseren subventionierten Billigprodukten kaputt zu machen. An Weihnachten zu spenden ist Heuchelei und nichts als ein Ablass für unser Gewissen.
jetzt antwortenKommentar meldenTiere zu töten ist unmoralisch, sie für unseren Verzehr zu züchten, einzusperren ebenso. Zu beurteilen, was artgerecht ist und ob ein gehaltenes Tier glücklich ist oder nicht, liegt nicht in unserem Ermessen. Der Genuss ist ein schlechtes Argument, um Leiden und Tod von Tieren in Kauf zu nehmen. Es ist sogar ein niedriger Beweggrund. Wir erkennen heute, dass die Diskriminierung von Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Geschlecht verkehrt ist. Behinderte Menschen sperren wir nicht mehr ein, nicht nur deswegen, da es ihnen nichts ausmachen sollte, solange sie nichts anderes kennengelernt haben.
jetzt antwortenKommentar meldenIch kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Wer hat das Recht, Lebewesen zu essen? Jeder der Fleisch isst macht sich mitschuldig.
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin seit 25 Jahren Vegetarier. Die Argumente der fleischfressenden Bevölkerung spiegeln derart vehement deren Ignoranz und Hirnlosigkeit wieder daß man sich ernsthaft fragt in welcher Gesellschaft man lebt. Solange es nicht an die eigene Haut geht gibt es für alles eine Rechtfertigung. Ich bin mehr als glücklich dieser Spezies nicht anzugehören.
jetzt antwortenKommentar meldenSchon allein aus ethischen Gründen esse ich kein Fleisch. Aber auch der Umwelt und meiner Gesundheit zu liebe! Ich hoffe das mehr Menschen sich vor Augen halten, das 95% der konsumierten Fleisch und Wurstprodukte aus tierquälerischer Haltung kommt. Zigtausend Tiere werden mit unzureichender Betäubung bei lebendigem Leib zersägt oder verbrüht. Niemand darf davor die Augen verschliessen! Ich kann nur hoffen das ein Umdenken stattfindet, so egoistisch kann niemand sein, der ein bißchen Hirn hat.
jetzt antwortenKommentar meldenWer Fleisch oder Fisch ißt, muss Tiere töten oder töten lassen. Jeder fleischessende Mensch wird somit mitschuldig am Leid und der Angst so vieler Tiere und auch an dem berüchtigten und verheerenden Klimawandel auf unserer Erde. So verhält sich der fleischessende Mensch menschenunwürdig, denn Schlachten, Schächten und anderweitiges Töten zum Nahrungserwerb des Menschen ist nicht nur lebensverachtend, sondern verstößt aufs Gröbste gegen jegliche Mitgeschöpflichkeit und jegliche Form der Nächstenliebe gegenüber Menschen, die durch Katastrophen aufgrund der klimatischen Veränderung leiden.
jetzt antwortenKommentar meldenWas der Bauernverband verschweigt: Auch in Deutschland - das belegen unabhängige, aktuelle Studien: - leiden fast alle Schweine an Lungenschäden, oft durch chronische Lungenentzündung. Über 50% der Lungen sind mittelschwer bis scher geschädigt. Schuld sind die Haltungsbedingungen, da die Nasentiere keine Möglichkeit haben, Kot- Fress- und Liegeplatz zu trennen, wie sie es in der Natur und in artgemäßer Haltung mit Auslauf tun - doch solche gibt es höchstens beim Biobauern. - haben fast 100% der Puten Fußentzündungen/Fußschäden, weil sie im eigenen Kot stehen! Alles dies ist belegt.
jetzt antwortenKommentar meldenBeispiel Putenmast: Nachdem die Puten in qualvoller Enge in Mastbetrieben zusammengepfercht worden sind, geht die Qual nun auf dem Transport zum Schlachthof weiter. Immer wieder beobachten wir Transporter, die völlig überladen sind und mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Nachtbrettern. Puten werden primär nachts transportiert, denn bei Dunkelheit schlafen die Tiere. Blutende Wunden und Knochenbrüche sind u.a. die Folgen der todbringenden Tiertransporte – auch hier geht’s oftmals nur um’s Geld.
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