Vater tötet sich und Tochter
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von Joachim Baier
Artikel vom 02.09.2010
Ein Vater fährt mit seinen Kindern im Auto auf einen Feldweg an eine einsame Stelle. Es kommt zur Tragödie. Das Fahrzeug wird gefunden. Der Kofferraum steht offen, die Scheiben sind zerborsten.
Sein einjähriger Sohn wurde schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr, wie die Polizei am Donnerstag in Kassel mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen verursachte der 52-Jährige in seinem Auto eine Sprengung, bei der er starb. Die Vierjährige kam vermutlich nicht durch die Explosion ums Leben. «Hier müssen wir die Obduktion abwarten», sagte eine Polizeisprecherin. Die Hintergründe der Tat hängen möglicherweise mit der Trennung der Eheleute zusammen.
Ein Mann hatte die zwei Leichen und den Jungen am Donnerstag gegen 7.00 Uhr bei Trendelburg-Eberschütz entdeckt. Der Vater saß am Steuer des Wagens, die beiden Kinder wurden auf der Rückbank gefunden. Das Auto stand auf freier Fläche am Rand eines geteerten Weges, einige hundert Meter von Eberschütz entfernt.
Der Mann habe am Mittwoch sein Besuchsrecht wahrgenommen, hieß es. Allerdings habe er die Kinder nicht zur verabredeten Zeit zur Mutter zurück gebracht. Der Vater lebte in Hofgeismar, etwa zehn Kilometer vom Fundort des Wagens entfernt. Über den möglichen Tatzeitpunkt wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Angaben machen.
Bereits das zweite tödliche Familiendrama in dieser Woche
Die Detonation in dem Fahrzeug war so heftig, dass sie die Windschutzscheibe und Seitenscheiben des Autos zerstörte. «Einen Unfall können wir aufgrund der Spurenlage ausschließen», sagte die Sprecherin. «Es war ein Sprengsatz.»
Die Mutter wohnt in Homberg, etwa 80 Kilometer von Eberschütz entfernt. Sie wurde von einem Seelsorger betreut. Über einen Streit des Ehepaars am Mittwoch war nichts bekannt.
Was genau explodierte, blieb zunächst unklar. Die Kasseler Polizei forderte Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamtes aus Wiesbaden an. Aus Sicherheitsgründen untersuchten erst sie das Fahrzeug genau. Die Leichen befanden sich zunächst noch im Auto, der Junge war nach Kassel in eine Klinik gebracht worden.
Erst zu Wochenbeginn hatte ein grausiger Doppelmord für Aufsehen gesorgt. In Rosenheim wurde eine 37 Jahre alte Frau sowie deren dreijähriger Sohn ermordet - als Tatverdächtiger gilt der Ex-Mann der Frau.
jag/news.de/dpa
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Der 48-Jährige soll Frau und Sohn ermordet mehr ...
Ein dreijähriges Kind und seine Mutter sind in einem Rosenheimer Keller gefunden worden - mehr ...
Kaum ein Ort ist so gefährlich wie die Familie. Psychologen erklären, warum es immer schlimmer mehr ...