Greenpeace-Aktivisten behindern Ölplattform
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Mitlglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind in der eisigen Baffin-Bucht vor Grönland auf eine Ölplattform geklettert. Damit haben sie Erkundungsbohrungen gestoppt. Der grönländische Regierungschef nennt die Aktion einen «offen illegalen Akt».
Wie die Umweltorganisation Greenpeace in Kopenhagen mitteilte, sollte mit der Aktion gegen die Plattform die Suche nach Öl und Gas in den ökologisch hochempfindlichen arktischen Gewässern gestört werden. «Statt die Ölkonzerne auf die Jagd nach den allerletzten Öltropfen in den empfindlichsten Gewässern der Welt gehen zu lassen, sollten die Regierungen in aller Welt auf den Ausbau umweltfreundlicher Energietechnik setzen», sagte der dänische Greenpeace-Sprecher für Klimafragen, Jon Burgwald.
Aktivisten der Organisation waren nach eigenen Angaben von ihrem Schiff «Esperanza» 175 Kilometer vor der Disko-Insel vor der Westküste Grönlands auf Gummiboote umgestiegen. Dann hätten sich vier Aktivisten an Polizei-Booten vorbei Zugang zu einer Bohrinsel des Unternehmens Cairn Energy in der Baffinbucht verschafft und einige Zelte im Unterbau der Plattform errichtet.
An den als erfolgversprechend geltenden Bohrungen vor Grönland sind so gut wie alle großen Ölkonzerne beteiligt. Das Unternehmen BP hat sich in diesem Monat als Reaktion auf die Katastrophe im Golf von Mexiko von der heftig umstrittenen Ölsuche zurückgezogen.
Regierungschef verurteilt Aktion als «offen illegalen Akt»
Der grönländische Regierungschef Kuupik Kleist nannte die Aktion einen «offen illegalen Akt» und eine «grobe Verletzung» von Sicherheitsgesetzen. «Es ist wirklich besorgniserregend, dass Greenpeace bei seinem Bestreben nach Berichterstattung alle Mittel nutzt, um Sicherheitsgesetze zu brechen, die Menschen und Umwelt schützen», sagte Kleist. Das Unternehmen Cairn teilte mit, dass die Greenpeace-Aktion in erster Linie eine Angelegenheit der grönländischen Behörden sei, man aber mit diesen zusammenarbeiten werde.
Seit rund einer Woche liege das Greenpeace-Schiff «Esperanza» zwischen zwei Bohrplätzen von Cairn Energy, erklärte die Umweltorganisation. Mehr als 30 internationale Umweltschützer seien an Bord, darunter mehrere Deutsche.
«Ohne Bohrerfahrungen in arktischen Gewässern wird hier im Meeresboden herumgestochert», sagte Christoph Lieven, Ölexperte von Greenpeace Deutschland. Für mögliche Unfälle existiere keine ausreichende Vorsorge. Eine Ölkatastrophe habe viel schlimmere Folgen in den kalten Gewässern, unter anderem, weil sich das Öl langsamer zersetze. Greenpeace fordert einen weltweiten Stopp für geplante Tiefseebohrungen.
cvd/news.de/dpa/ap
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