Mutter und Sohn grausam getötet
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Von Paul Winterer
Artikel vom 31.08.2010
Die Namensschilder an der Klingel sind jetzt mit Zeitungspapier überklebt: Im Keller des Mehrfamilienhauses in Rosenheim wurden die Leichen eines Dreijährigen und seiner Mutter gefunden - beide ermordet. Eine Sonderkommission jagt den Täter.
Der Täter muss mit großer Brutalität, ja mit menschenverachtender Rohheit vorgegangen sein: Selbst hartgesottene Polizeibeamte waren erschüttert, als sie im Keller eines Wohnhauses in Rosenheim die Leichen eines Kindes und seiner Mutter fanden. Der dreijährige Junge war erhängt worden, die Mutter lag erschlagen daneben. Der Doppelmord erschüttert die Menschen in der etwa 60.000 Einwohner zählenden oberbayerischen Stadt. Gesucht wird der getrenntlebende Mann der 37-Jährigen. Von dem ebenfalls in Rosenheim wohnenden 48-Jährigen fehlt jede Spur.
Jetzt fahndet eine Sonderkommission der Kripo nach dem Mann. Die Ermittler geben sich äußerst bedeckt. Sie wollen noch nicht einmal sagen, ob der 48-Jährige tatverdächtig ist. Nur so viel: «Wir brauchen nähere Anhaltspunkte, um ihn als dringend tatverdächtig einstufen zu können», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt bei der Traunsteiner Staatsanwaltschaft, Helmut Vordermayer. Die Polizei richtete eine Sonderkommission «Hochgern» mit 25 Mitarbeitern ein - benannt nach der Straße, in der das Verbrechen geschah.
Die beiden Leichen waren am späten Montagnachmittag entdeckt worden. Ein Anrufer hatte die Polizei über «verdächtige Vorkommnisse» im Keller des Hauses informiert. Die beiden Opfer wurden inzwischen in der Münchner Rechtsmedizin obduziert. «Ein Ergebnis liegt uns aber noch nicht vor», sagte ein Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim, und fügte hinzu: «Details daraus werden nicht veröffentlicht.»
Wie es hieß, war die 37-Jährige in zweiter Ehe verheiratet. Der Dreijährige soll aus dieser Verbindung stammen. Aus ihrer ersten Ehe hat die Frau eine 16-jährige Tochter und einen halbwüchsigen Sohn, wie weiter bekanntwurde.
Über das Motiv der Tat wurde am Dienstag zwar viel spekuliert. So war von familiären Problemen die Rede. Bei der Polizei hieß es aber lediglich: «Erst brauchen wir einen Tatverdächtigen, dann können wir über ein Motiv sprechen.»
Das Verbrechen geschah in einem unscheinbaren vierstöckigen Haus, nicht weit vom Rosenheimer Bahnhof entfernt. Die Namensschilder an der Klingelanlage waren am Tag nach dem grausigen Verbrechen mit Zeitungspapier verdeckt.
iwi/news.de/dpa
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