Sie müssen vielleicht noch Monate dort unten ausharren: Die meisten der eingeschlossenen Bergleute in Chile hält sich trotzdem wacker. Fünf Kumpel leiden aber bereits unter Depressionen und sollen per «Fern-Therapie» Hilfe erhalten.
Fünf eingeschlossene Kumpel in der chilenischen Gold- und Kupfermine leiden unter einer beginnenden Depression. «Sie sind isolierter (vom Rest der insgesamt 33 Eingeschlossenen), wollen nicht vor die Kamera und ernähren sich nicht ausreichend.»
Das teilte Gesundheitsminister Jaime Mañalich mit. Sie sollten deshalb in einer Art «Fern-Therapie» psychologisch besonders unterstützt werden, kündigte der Minister an.
Die meisten der Eingeschlossenen halten sich trotz der extremen Situation erstaunlich wacker. Auf einem 45-minütigen Video aus der Tiefe waren die Männer am Vortag zwar verdreckt und verschwitzt, aber bei angesichts der Umstände guter Gesundheit und Moral zu sehen.
Die Aufnahmen wurden mit einer Mini-Kamera gemacht, die durch ein enges Versorgungsrohr in die Tiefe hinuntergelassen worden war. Durch dieses Rohr gelangen auch Lebensmittel, Wasser, Medikamente und Botschaften von den Angehörigen zu den Arbeitern.
Zur Rettung der seit dem 5. August in fast 700 Metern Tiefe Verschütteten sollte an diesem Samstag die Bohrung eines Rettungsschachtes beginnen. Allerdings könnte es bis zu vier Monate dauern, bis die Bergarbeiter wieder das Tageslicht erblicken.
Doch schon im Oktober oben?
Doch aus Deutschland kommt Hoffnung für die eingeschlossenen Bergleute: Mit Hilfe eines stärkeren Motors für die Rettungsbohrung sollen die 33 in einer chilenischen Mine eingeschlossenen Kumpel eventuell schon im Oktober befreit werden.
Der zweite Motor für den Bohrer Strata 950, der einen Schacht zu den Eingeschlossenen vortreiben soll, werde in Kürze bei dem Bergwerk San José in der Atacama-Wüste eintreffen, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Bohrung beginnt voraussichtlich am Samstagnachmittag (Ortszeit).
Außerdem werde geprüft, ob mit Hilfe einer weiteren Maschine eine andere Röhre vergrößert werden könne. Im besten Falle könnten die Bergleute dann vielleicht schon im Oktober aus ihrem Verlies in fast 700 Metern Tiefe gerettet werden, hieß es. Bisher war von einem Zeitpunkt erst kurz vor Weihnachten die Rede gewesen.
juz/news.de/dpa