Wetterchaos nach heftigen Regenfällen und einem Tornado in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg: Teilweise wurde Katastrophenalarm ausgerufen, Straßen sind überschwemmt, die Pegelstände von Flüssen kritisch.
Wetterchaos in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens: Heftige Regenfälle und ein Tornado haben dort in der Nacht zum Freitag schwere Schäden verursacht. Im Kreis Steinfurt wurde aufgrund der Überschwemmungen Katastrophenalarm ausgelöst. In Rheine drohte ein Regenrückhaltebecken zu bersten und ein Industriegebiet zu überfluten; es musste mit Sandsäcken gesichert werden. Bereits am Donnerstagabend hatte in Bad Salzuflen ein Tornado erhebliche Schäden verursacht.
Stadthagen bei Hannover war am Freitagmorgen zeitweise abgeschnitten, weil die meisten Zufahrtstraßen überflutet waren. In einem Ortsteil stand das Wasser einen halben Meter hoch auf den Straßen, wie die Polizei mitteilte. Auch in Osnabrück wurde Katastrophenalarm ausgelöst, Hunderte Keller waren überflutet. Ursache der Wassermassen war Dauerregen. Der durchnässte Boden konnte den Regen irgendwann nicht mehr aufnehmen.
Nach Mitternacht noch mehr Regen
Im nördlichen Münsterland hatte der heftige Regen am Donnerstagnachmittag eingesetzt und für erste überflutete Straßen gesorgt. Wie die Pressesprecherin des Kreises Steinfurt, Kirsten Westling, der Nachrichtenagentur AP sagte, nahmen die unwetterartigen Regenfälle gegen Mitternacht sogar noch zu und überfluteten unzählige Keller. Die Feuerwehr kam mit dem Auspumpen der Keller nicht mehr nach.
Landrat Thomas Kubendorff rief in der Nacht Katastrophenalarm für den Kreis Steinfurt aus. Wie Pressesprecherin Westling berichtete, trat auch die Vechte über die Ufer und entwickelte sich zu einem reißenden Fluss. Zahlreiche Grundstücke mussten mit Sandsäcken gesichert werden. Auch mehrere Gehöfte wurden überflutet. Ob Tiere zu Schaden kamen, war zunächst noch nicht bekannt. Menschen wurden nicht verletzt.
Im Laufe des Freitags ließen die starken Regenfälle nach und die Lage entspannte sich allmählich wieder. Auch das Regenrückhaltebecken in Rheine war so weit gesichert, dass keine Überflutung des Industriegebiets mehr drohte.
Windhose deckt Dächer ab und stürzt Bäume um
Bereits am Donnerstagabend war ein Tornado über den Kurort Bad Salzuflen bei Bielefeld hereingebrochen und hatte schwere Schäden angerichtet. Die Windhose fegte gegen 20 Uhr durch die Ortsteile Schötmar und Retzen hindurch, wie die Polizei berichtete. Verletzt wurde nach Polizei-Informationen niemand.
Durch die enormen Windgeschwindigkeiten des sich in Richtung Nordost bewegenden Tornados wurden Hausdächer beschädigt, Dachziegel flogen durch die Luft, und meterdicke Straßenbäume wurden komplett entwurzelt oder wie Streichhölzer abgeknickt und zum Teil gespalten. Durch den Starkregen liefen unzählige Keller voll.
Erst am Montagabend hatten schwere Stürme in Nordhessen gewütet; ein Tornado beschädigte zahlreiche Häuser in Grünberg bei Gießen; ein schwerer Sturm richtete wenig später in Schlüchtern Millionenschäden an.
Auch Baden-Württemberg betroffen
Stromausfälle, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume sind die Folgen eines schweren Unwetters, das in der Nacht zum Freitag über Teile von Baden-Württemberg zog. In Gammertingen fiel nach Polizeiangaben für rund zwei Stunden der Strom aus, nachdem Bäume auf die Leitungen gefallen waren. Rund 7000 Menschen waren ohne Strom. In Heidelberg stürzten Bäume um, Gullys wurden aus der Straße gehoben. Ein Baum stürzte auf ein Haus, verursachte aber nur einen geringen Sachschaden. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.
In Mannheim liefen rund 80 Keller mit Wasser voll, Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Im Morretal bei Buchen musste eine Jugendgruppe mit etwa 40 Kindern aus einem Zeltlager in Sicherheit gebracht werden. Sie kamen in einer Sporthalle der Bundeswehr unter.
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