Mo., 13.02.12

Tod durch Tropf Ärzte bangen um Baby

Artikel vom 23.08.2010

Nach dem Tod von zwei Säuglingen durch verschmutzte Infusionen in der Mainzer Universitätsklinik bangen die Ärzte um das Leben eines weiteren Kindes. Als Ursache werden verunreinigte Schläuche vermutet.

Die Situation eines frühgeborenen Kindes habe sich nicht verbessert, sagte der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Fred Zepp, im ZDF-Morgenmagazin. Es müsse eher «mit dem ungünstigsten Ausgang» gerechnet werden.

Vier der fünf betroffenen Kinder, die am Sonntag wahrscheinlich durch die Verabreichung einer verunreinigten Infusionslösung noch in einem kritischen Zustand waren, hätten derweil «eine sehr stabile Nacht hinter sich gebracht», so Zepp. Insgesamt hatten elf Kinder am Wochenende mit Darmbakterien verschmutzte Flüssignahrung erhalten. Zwei waren am Samstag gestorben, insgesamt neun werden noch behandelt.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth in Mainz.

Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung am Montag erwartet

Möglicherweise könnten verunreinigte Schläuche den Tod verursacht haben. Der spezielle Reinraum, in dem die verschmutzten Lösungen für die Säuglinge hergestellt wurden, sei von der Klinik geschlossen worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Montag in Mainz. Die Schläuche aus der Apparatur dort wurden sichergestellt. Sie seien die einzige Stelle an den Geräten, an der Mitarbeiter direkt eingriffen und so Bakterien eintragen könnten, erklärte Mieth.

Es werde als wahrscheinlicher eingeschätzt, dass die Verunreinigung an der Universität passiert ist - und nicht bei einem der Hersteller der einzelnen Komponenten.

Über personelle Konsequenzen könne erst entschieden werden, wenn klar sei, ob die verschmutzte Lösung aus der Klinik oder «von draußen» kam, sagte Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz, im ZDF. Im Laufe des Tages würden weitere Ergebnisse aus der mikrobiologischen Untersuchung erwartet. Auch die Ergebnisse der Obduktion der beiden verstorbenen Säuglinge sollen heute bekannt werden.

jag/iwi/ivb/news.de/dpa/ddp
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 23.08.2010 13:12
von
Barbara

Wie müssen sich gerade die Eltern und besonders die Mütter fühlen; einfach schrecklich ! Es gibt Studien,wenn Ärtzte streiken, also nicht im Krankenhaus praktizieren, gibt es tatsächlich weniger Tote. Eigentlich dürfte jede Mutter ihr frischgebohrenes Baby nicht mehr aus der Hand geben und so schnell wie möglich nach Hause gehen. Mit meinem Baby spielte die Putzfrau, bis ich sie mal dabei erwischte. bloß weg hier....dachte ich.

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