UN brauchen noch mehr Hilfsgelder für Flutopfer
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Die Bundesregierung stockt die Hilfsgelder für die Flutopfer in Pakistan auf. Doch noch immer fehlt Geld. Die von den Vereinten Nationen geforderten 460 Millionen Dollar reichen voraussichtlich nicht aus.
Die von der EU vorgeschlagenen internationale Geberkonferenz für Pakistan könnte Mitte Oktober in Brüssel stattfinden. Ein genauer Termin stehe jedoch noch nicht fest, sagten EU-Diplomaten am Donnerstag. «Darüber muss bei den Vereinten Nationen entschieden werden.» Am 15. Oktober wollen sich die Außenminister der Gruppe «Freunde des demokratischen Pakistan» ohnehin in Brüssel treffen.
Die Gruppe besteht aus 24 Staaten und Organisationen - darunter auch die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Sie unterstützen den demokratischen Wandel in Pakistan. Das Ministertreffen in Brüssel könnte zu einer Geberkonferenz erweitert werden, sagten EU-Diplomaten.
In New York soll am Donnerstag eine internationale Konferenz bei den Vereinten Nationen mehr Geld für die Flutopfer in Pakistan beschaffen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon soll bei dem Treffen am Nachmittag (Ortszeit) sprechen.
UN-Hilfsgelder reichen nicht aus
Die von den Vereinten Nationen beantragten knapp 460 Millionen Dollar Nothilfe für die Flutopfer in Pakistan reichen vermutlich nicht aus. Es gebe eine «große Wahrscheinlichkeit», dass mehr Mittel benötigt würden, sagte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in Islamabad, Maurizio Giuliano.
Giuliano sagte, nach neuen Schätzungen bräuchten acht Millionen Menschen in Pakistan dringend Hilfe - zwei Millionen mehr als bisher angenommen. Von den bislang beantragten knapp 460 Millionen Dollar (rund 357 Millionen Euro) hätten die UN inzwischen mehr als die Hälfte erhalten. Neben den 231 Millionen Dollar, die eingegangen seien, gebe es Zusagen über weitere gut 41 Millionen Dollar.
Giuliano sagte, 15,4 Millionen Menschen seien von der Jahrhundertflut in Pakistan betroffen, etwa die Hälfte davon seien Kinder. Nach jüngsten Angaben der Katastrophenschutzbehörde NDMA wurden bei den Fluten 1491 Menschen getötet und 2052 weitere verletzt. Fast eine Million Häuser wurden zerstört.
Die Bundesregierung stockte ihre finanzielle Unterstützung für die Hochwasseropfer noch einmal auf. Die Gelder werden von bisher 15 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro erhöht, wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mitteilte. «Das Ausmaß der Überschwemmungen in Pakistan ist weitaus größer als ursprünglich angenommen.» Deutschland beteiligt sich auch an internationalen Hilfsmaßnahmen und stellt nach Regierungsangaben damit insgesamt 68 Millionen Euro zur Verfügung.
Unterstützung aus Indien
Die US-Regierung drängt die pakistanische Regierung dazu, die vom Erzfeind Indien angebotene Fluthilfe anzunehmen. «Bei der Reaktion auf eine Katastrophe sollte Politik keine Rolle spielen», sagte der Sprecher des US- Außenministeriums Philip Crowley am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. «Sie haben ein Land, das bereit ist, Pakistan zu helfen, und ich denke, wir erwarten, dass Pakistan annimmt.»
Indien hatte dem verfeindeten Nachbarland in der vergangenen Woche Hilfsgüter im Wert von 5 Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) angeboten. Aus dem indischen Außenministerium hieß es am Donnerstag: «Wir warten immer noch auf eine Antwort.»Die pakistanische Regierung hat mehrfach eindringlich an das Ausland appelliert, das Land wegen der Jahrhundertflut finanziell stärker zu unterstützen.
Der indische Premierminister Manmohan Singh rief am Donnerstag seinen pakistanischen Amtskollegen Yousuf Raza Gilani an, um sein Mitgefühl auszudrücken. Das Außenministerium in Neu Delhi teilte mit: «Der Premierminister sagte, dass die indische Regierung bereits ein Hilfsangebot gemacht hat und bereit ist, mehr zu unternehmen, um bei den Hilfsarbeiten zu unterstützen.»
Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Anfang 2004 nahmen die beiden südasiatischen Atommächte Friedensgespräche auf, die aber seit der Terrorserie von Mumbai auf Eis liegen.
Die Terroranschläge in der westindischen Wirtschaftsmetropole im November 2008 haben die Beziehungen zwischen den Nachbarn schwer belastet. Nach Überzeugung der Regierung in Neu Delhi wurden die Angriffe von Mumbai (früher Bombay) in Pakistan vorbereitet. Neu Delhi wirft der pakistanischen Regierung vor, nicht ausreichend gegen muslimische Terrorgruppen vorzugehen, die in Indien Anschläge planen.
sck/News.de/dpa
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