So., 12.02.12

Fluthilfe für Pakistan Beschämendes Gebummel

Von news.de-Redakteurin Kristina Schmidl

Artikel vom 19.08.2010

Spät für die Flutopfer in Pakistan zu spenden ist besser als gar nicht. Dennoch haben die Menschen in der westlichen Welt bei der Katastrophe viel zu lange zugeschaut. Gelebte Menschlichkeit und Solidarität sehen anders aus.

Nachdem nochmals international um Hilfe für die Flutopfer in Pakistan getrommelt worden ist, fassen sich die Menschen in der westlichen Welt nun endlich doch ein Herz. Die Spendenbereitschaft steigt - wenn auch nur verhalten. Sowohl die USA als auch die EU und Deutschland stocken ihre Hilfsgelder auf. Gut so, denn die Aufräumarbeiten nach der Flut werden wohl ewig dauern und unvorstellbar viel kosten.

Nichtsdestotrotz kommt die Hilfe für viele der 20 Millionen von der Flut betroffenen Menschen viel zu spät. Das Wasser steht ihnen schon seit Wochen bis zum Hals. Ihnen, die ohnehin schon in ärmlichen Verhältnissen leben, hat die Flut Hab und Gut davon geschwemmt, die Ernte vernichtet und das Vieh absaufen lassen. Nun brechen auch noch Seuchen aus.

Und die westliche Welt kam ewig nicht in die Gänge! Woran das auch immer gelegen haben mag. Ob an der angeblich viel zu geringen Berichterstattung in den Medien, an Pakistans schlechtem Ruf als korrupte Hochburg der Taliban oder am weit weniger tragischen Hochwasser im eigenen Land - dass die Menschen in den reichen Ländern erst so spät und zögerlich zum Geldbeutel greifen, ist peinlich und beschämend. Schließlich gefällt man sich doch sonst so gern in der Rolle des helfenden Friedensstifters. Die Flutkatastrophe in Pakistan zeigt: Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander.

Zwar ist es besser, spät zu reagieren als gar nicht. Doch etliche Menschen in Pakistan haben leider nichts mehr davon. Die Flut und ihre Folgen wie Hunger und Krankheit haben bereits Todesopfer gefordert. Und das hätte nicht sein müssen. Wir haben es uns zu lange bequem gemacht und einfach zugeschaut, wie andere alles verlieren, leiden und sterben. Gelebte Solidarität und Menschlichkeit sehen anders aus.

sck/kas/reu/news.de
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Fluthilfe für Pakistan: Beschämendes Gebummel » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855069786/beschaemendes-gebummel/1/
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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 23.08.2010 14:17
von
Brasilianer

Es ist nicht beschämend wenn Deutsche nicht spenden,beschämend ist die Nestbeschmutzung der Journalisten die dies anprangern - Die Welt hat ständig Probleme und immer wird das kleine Deutschland gefordert dem andererseits bis heute die Verantwortung für 2 Weltkriege aufgebürdet wird,welches selbst mit Umweltkatastrophen zu kämpfen hatte und in dem es heute auch Armut gibt. Da soll mal der Vatikan aus Nächstenliebe ein paar Millionen locker machen -im übrigen ist es immer eine Lüge wenn behauptet wird jeder Euro kommt bei den Armen an das Gegenteil wurde oft genug sichtbar

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  • Kommentar: 2
  • 21.08.2010 13:08
von
sam

Sind 5 euro spenden zu viel verlangt???? Keiner kann mir sagen das er diese 5 Euro nicht hat. Es geht uns so verdammt gut hier, auch wenn wir meistens knapp bei der Kasse sind. Wir haben alles und es wird so getan als ob man arm ist und fast verhungert. Ich finde den Beitrag gut. Man sollte nicht wegschauen und sagen: Wir können nichts spenden, weil nichts haben!! Wenn man schon sich weigert zu helfen, dann sollte man nicht Menschen noch davon abhalten auf die Katastrophe aufmerksam zu machen.

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  • Kommentar: 1
  • 19.08.2010 21:07
von
Konträr

was soll dieser bericht? ob, wieviel und wohin jeder spendet ist jedem seine sache. sie können es sich ja vielleicht leisten, bei jeder auftretenden katastrophe auf der welt gleich den geldbeutel aufzumachen und mit dem gedanken "es gab wieder eine katastrophe! ich kann wieder was für mein gewissen tun!" die nächste überweisung auszufüllen! viele können genau das nicht! was soll daher dieser dumm-dreiste bericht? aber: wenn man am ende jedoch genauer hinsieht, dann sind es genau die, die eigentlich nichts haben, die spenden - und jene, die lauthals nach spenden schreien, geben meist nichts!

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