Nach heftigen Regenfällen sind in Brandenburg und Sachsen die Pegel erneut gestiegen. In der Sächsischen Schweiz ist sogar Katastrophenalarm der Stufe 4 ausgerufen worden. Und es soll noch weiter regnen.
Heftiger Regen hat in der Nacht zum Montag erneut zu Überschwemmungen in Sachsen geführt. Betroffen seien die Stadt Dresden sowie Nord- und Ostsachsen, sagte eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums am Montag in Dresden. In Seifhennersdorf im Landkreis Görlitz musste eine Mutter mit zwei Kindern in Sicherheit gebracht worden, wie der Amtsleiter für Katastrophenschutz, Hans Richter, sagte. Auch die Wasserstände der Lausitzer Neiße stiegen erneut. Es wurden weitere Niederschläge erwartet.
Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums Sachsen wurde am Montagmorgen in Bad Schandau für die Kirnitzsch die Alarmstufe 4 ausgerufen. Die Lage an den Nebenflüssen der Elbe sei angespannt. «Im Einzugsgebiet der Polenz gilt die Alarmstufe 3», sagte die Sprecherin. Die Bevölkerung sei aufgerufen worden, die Pegelstände zu beobachten und entsprechend Vorsorge zu treffen.
Im Landkreis Görlitz mussten den Angaben zufolge 17 Feuerwehren ausrücken. Innerhalb kurzer Zeit trat der Fluss Landwasser über die Ufer und überflutete Straßen und Keller.
Umgestürzte Bäume, überflutete Keller
In Dresden musste die Feuerwehr nach eigenen Angaben umgestürzte Bäume beiseite räumen. Eschdorf und Schullwitz bei Dresden waren am schlimmsten vom Unwetter betroffen. Dort waren laut zuständigem Brand- und Katastrophenschutzamt Straßen überschwemmt und Keller überflutet worden. In Dresden-Leuben schlug ein Blitz in das Dach eines Wohnhauses ein. Durch Starkregen wurde der Brand aber gelöscht.
Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums fielen in der Nacht zum Montag örtlich bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Pegel in Dresden war steigend. Am Vormittag wurden 4,81 Meter, um 6 Uhr waren 4,51 Meter gemessen worden. Alarmstufe 3 gilt noch für die schwarze Elster, für Zuflüsse der Spree. In Zittau war der Pegel der Lausitzer Neiße sinkend. In Görlitz ist er mit 3,90 Metern unverändert.
Das Landeshochwasserzentrum erwartete am Montag und Dienstag weitere, teils ergiebige Regenfälle. «Alarmstufe 2 und 3 könnten dann erneut ausgerufen werden», sagte eine Sprecherin.
Bei Klein Bademeusel im Süden Brandenburgs gelte wieder die niedrigste Hochwasser-Alarmstufe 1, sagte eine Sprecherin des Hochwasser-Meldezentrums Cottbus am Montag auf ddp-Anfrage. Der Pegel in Bademeusel war von Sonntag auf Montag um 85 Zentimeter auf 2,86 Meter gestiegen.
Auf der Spree galt bereits seit Sonntag zwischen sächsischer Landesgrenze und Talsperre Spremberg wieder die Alarmstufe 1. Bei Spremberg verringerte sich der Wasserstand jedoch in der Nacht wieder um neun Zentimeter auf 3,19 Meter. Von Samstag auf Sonntag war der Pegel dort noch um 39 Zentimeter auf 3,10 Meter gestiegen. Im weiteren Verlauf des Flusses bei Cottbus, Leibsch und Beeskow stiegen die Pegel bis Montagfrüh weiter leicht um einige Zentimeter.
Zu wenig Unterstützung für sächsische die Flutopfer
Erhöhte Wasserstände gab es auch auf Flüssen im Nordwesten Brandenburgs. Wie das Hochwasser-Meldezentrum Potsdam mitteilte, wurde am Montagmorgen für die Dömnitz bei Pritzwalk Alarmstufe 1 ausgerufen. Der Pegel des Flusses war dort binnen zwölf Stunden um fast einen halben Meter auf 1,80 Meter gestiegen.
Der Fraktionschef der Linken im sächsischen Landtag, André Hahn, forderte unterdessen eine gesetzliche Versicherung für alle Hauseigentümer. Egal, ob es sich um Hagel, Tornado, Erdbeben, Hochwasser, Blitzeinschläge handele, «wenn alle einzahlen würden, die Eigentümer sind, dann würden die Beiträge für den Einzelnen sehr gering sein. Aber alle wären vor solchen Ereignissen geschützt», sagte er.
Hahn kritisierte, dass die sächsische Regierung die Flutopfer bislang zu wenig unterstützt habe. «Was die Staatsregierung an finanziellen Hilfen bisher präsentiert hat, ist völlig unzureichend», erklärte er. Viele der Betroffenen seien «ohne Schuld unversichert». Diese Menschen bräuchten schnelle und unbürokratische Hilfe, deshalb müsse es auch «um Bargeldleistungen gehen».
Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) wollte am Montag erneut in die Hochwassergebiete fahren und sich ein Bild über die Schäden und den Stand der Aufräumarbeiten machen.
sck/news.de/ddp