Mit einer überraschenden Aktion konnten Gegendemonstranten den geplanten Neonazi-Aufmarsch im niedersächsischen Bad Nenndorf stark verzögern. Ein Gericht hatte die Gegendemo erst kurz zuvor und unter Auflagen erlaubt. Gewerkschaftler finden das skandalös.
Eine Gruppe konnte mit einem Kleinbus samt Anhänger hinter die Polizeiabsperrung fahren, eine etwa 1,30 Meter hohe Betonpyramide abladen und vier Menschen anketten - nur 100 Meter vom geplanten Kundgebungsort der Rechtsextremisten entfernt. Sympathisanten unterstützten sie mit einer Sitzblockade. Der Marsch der rund 850 Neonazis setzte sich daraufhin erst am Nachmittag mit deutlicher Verspätung in Bewegung. Beamte schirmten die Gegendemonstranten an der Pyramide ab.
Die Polizei, die mit etwa 2000 Beamten im Einsatz war, musste insgesamt zwei Sitzblockaden räumen. Und außerdem die vier Menschen von der Pyramide schneiden. Eine Gegenkundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) war bereits zuvor zu Ende gegangen. Dort hatten mehr als 1200 Teilnehmer gegen Rechts protestiert. Bei der Gegendemonstration wurden Transparente mit der Aufschrift «Bad Nenndorf wehrt sich» und «Deutsche Täter sind keine Opfer» hochgehalten. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung.
Die Gegendemonstration war erst am Freitagabend vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg erlaubt worden, jedoch mit zeitlichen und räumlichen Auflagen, nachdem das Verwaltungsgericht Hannover sie zunächst verboten hatte. «Kirchenverbände und Gewerkschaften werden behandelt wie die Aussätzigen, das ist ein Skandal», hatte der DGB-Regionsvorsitzende Sebastian Wertmüller dazu gesagt.
Den Aufmarsch der Rechten in dem Kurort hatten die Hannoveraner Richter jedoch erlaubt. Eine Beschwerde des Landkreises gegen diese Genehmigung des rechtsextremen Aufmarsches lehnte das OVG ab. Die rechtsextreme Szene veranstaltet seit fünf Jahren sogenannte Trauermärsche zum Bad Nenndorfer Winckler-Bad. Dort hatte die britische Armee von 1945 bis 1947 ein Verhörzentrum für Nationalsozialisten eingerichtet.
cvd/bla/news.de/dpa,ddp
Schöne Demokraten. Das sind einfach Meinungsterroristen von links. Man muß mit "Neo-Nazis" nicht sympathisieren. Aber die Gegendemonstranten sind widerlich, wenn nur ihre Meinung die wahre sein soll und dies auch noch gewalttätig geschieht. Schande über diesen "Rechtsstaat". Weimar läßt grüßen ! Die übliche Hysterie im "Kampf gegen rechts", eine lächerliche Veranstaltung zu Lasten des Steuerzahlers. Mißbrauchte Polizei durch links bis linksextremistisch.
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