So., 12.02.12

Vornamen-Streit Noten sind nicht nötig

Von news.de-Redakteur Jan Grundmann

Artikel vom 12.08.2010

Lehrer, so die Theorie, vergeben Zensuren nach Leistung. Das tun sie nicht, hat eine Oldenburger Wissenschaftlerin jetzt herausgefunden. Deshalb sollten – zumindest in der Grundschule – Schulnoten abgeschafft und durch ausführliche Beurteilungen ersetzt werden.

Nomen est omen – der Name ist ein Zeichen. Das lateinische Sprichwort gilt offenbar auch für deutsche Grundschullehrer. Sie verbinden Kevin oder Justin mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit. Und verteilen prompt bessere Noten für einen Alexander oder Jakob – für dieselbe Leistung. Bildungschancen in Deutschland bemessen sich also auch nach dem Namen.

Dabei wurde wiederholt nachgeweisen, dass das deutsche Bildungssystem Migrantenkinder und Kinder aus unteren Schichten benachteiligt. Eine Lösung dafür kann die Abschaffung der Schulnoten sein. Zumindest in der Grundschule. Anstelle nackter Zensuren sollten Lehrer einen ausführlichen Bericht über den Schüler verfassen.

Was Waldorfschulen seit langem erfolgreich praktizieren, kann auch für staatliche Schulen ein Modell sein, die Bildungsgerechtigkeit zu verbessern. Denn wenn Lehrer statt einer Note jetzt Berichte verfassen, müssen sie sich wirklich intensiv mit dem jeweiligen Schüler auseinandersetzen.

Das würde Transparenz schaffen. Für die Eltern, die viel detaillierter über den Leistungsstand ihres Kindes informiert werden. Aber auch für die Lehrer selbst, die sich vielleicht über ihre eigenen Vorurteile bewusst werden. Das würde dem deutschen Bildungsystem guttun. Weil es um die Förderung von Schülern gehen sollte – und nicht um die Auslese.

mik/reu/news.de
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Vornamen-Streit: Noten sind nicht nötig » Gesellschaft » Nachrichten

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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 20.05.2011 06:38
von
Alexchen

Ich habe es leider oft erlebt, dass die Eltern meiner Freunde sich wenig bis gar nicht dafür interessiert haben, welche Noten bzw welche Leistungen ihre Kinder erbringen. Deshalb wird es solche Eltern erst recht weniger interessieren, welche Berichte der Lehrer verfasst hat, ganz zu schweigen von Eltern "bildungsferner Schichten", wie es so schön heißt. Und es tut mir leid, wenn ich das sage, aber diejenigen Personen, die ich kenne mit den Namen Kevin oder Mandy, waren auch eher weniger intellektuell entwickelt.

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  • Kommentar: 3
  • 13.08.2010 11:32
von
Tong Cha
Antwort auf Kommentar 1

Ich finde nicht, dass die Einführung von Berichten viel Sinn macht und denke, dass viele Lehrerinnen und Lehrer der "Berichterstattung" negativ gegenüberstehen werden. Der Stress mit der Korrektur von Klassenarbeiten und vielen anderen organisatorischen Angelegenheiten lenkt sie meiner Meinung nach ohnehin schon zu stark von ihren pädagogischen Aufgaben ab. Soll der bürokratische Bereich noch weiter aufgeblasen werden? Ob die Objektivität beim Verfassen der Berichte gewährleistet wird und der pädagogische und soziale Wert dabei überwiegt finde ich fraglich.(Tong Cha)

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  • Kommentar: 2
  • 12.08.2010 19:09
von
Roland Regolien

Noten sind nicht nötig das stimmt und wenn doch, müssen Lehrer/innen auch welche bekommen und zwar von neutraler Stelle, damit wäre gewährleistet das der Klassendurchschnitt den schwächeren hilft, wenn dieser schlecht ausfällt. Ausserdem müssen die Klassen "Leistungsmäßig" gemischt sein und nicht wie bei vielen Schulen nach Rang und Namen der Eltern, unter dem Motto denen wird geholfen, den anderen nicht. Schlechtes Beispiel Spohngymnasium - Humpisschule 88212 Ravensburg. (Roland Regolien)

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  • Kommentar: 1
  • 12.08.2010 15:20
von
Jürgen Stegmeyer

Diskutieren Sie mit und kommentieren Sie den Artikel Vornamen-Streit : Noten sind nicht nötig. Ich denke schon, dass Schulnoten wichtig sind aber genauso wichtig wäre ein Bericht über jeden einzelnen Schüler in Kombination der Zensuren. Das System kennen wir aus der Geschäftswelt, die "Personalbewertung"! Dabei ist es wichtig, dass der/die Lehrer Schüler weder bevorzugen noch benachteiligen; es muss jeder Schüler neutral behandelt werden und trotzdem auf jeden einzelnen eingegangen werden. Bevorzugungen und Benachteiligungen sollten stets mit Disziplinarverfahren geahndet werden!

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