Dreieinhalb Monate nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist es so weit: BP versucht , das Ölleck im Meeresboden endgültig zu stopfen. Die weltweit mit Spannung erwartete Operation «Static Kill» ist angelaufen.
In einem ersten Schritt wurde im Rahmen der Operation «Static Kill» am Dienstagnachmittag (Ortszeit) damit begonnen, schweren Schlamm in die Steigleitung im Meeresboden zu pumpen. Danach soll Zement in die Öffnung gepresst werden.
Dieses Doppelmanöver wird mehrere Tage dauern - zwischen 33 und 61 Stunden, schätzt Admiral Thad Allen, der Einsatzleiter der Regierung. BP hat mehrere Schiffe im Einsatz, um den schweren Schlamm unter hohem Druck in das Bohrloch zu pressen und so das Öl, das in der Steigleitung nach wie vor nach oben drückt, in die Tiefe zu drängen.
Aber einen Sieg wird BP danach noch nicht verkünden. Das «Endspiel», so hoffen jedenfalls die Verantwortlichen, wird in der kommenden Woche beginnen. Dann soll auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe im Meeresboden verschlossen werden. Bei dieser Operation «Bottom Kill» will BP ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung pumpen - durch einen Nebenzugang, der seit Mai gebohrt wird.
Vor Beginn des «Kill»-Manövers hatten Ingenieure noch verschiedene Tests durchgeführt. Unter anderem wurde eine Flüssigkeit in die Steigleitung eingeleitet, um den Innendruck zu prüfen und etwaige Widerstände im Rohr aufzuspüren. Es gab keine bösen Überraschungen - und so konnte der «Static Kill» am Nachmittag sogar schon etwas früher beginnen als gedacht.
Am Montag hatten neue Schätzungen das riesige Ausmaß der Katastrophe noch einmal vor Augen geführt. Nach Angaben von Forschern strömten nach dem Versinken der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April insgesamt 4,9 Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko, - das sind etwa 666.400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert. Seit dem 15. Juli ist das Leck mit einer provisorischen Kappe abgedichtet.
sck/che/news.de/dpa