Mo., 13.02.12

Golf von Mexiko Die schlimmste Ölpest der Geschichte

Artikel vom 03.08.2010

Schockierende Bilanz einer Katastrophe: Bei der Ölpest vor der US-Küste strömten nach neuesten Zahlen von Forschern 4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert.

Mehr als drei Monate sprudelte das Öl ins Wasser. Nach den Zahlen der Wissenschaftler wurde nicht einmal ein Fünftel (800 000 Barrel) des ausgetretenen Öls aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt. Zuvor galt der Bohrinsel-Unfall der «Ixtoc» 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko.

Zwar ist das Bohrloch im Golf von Mexiko seit Mitte Juli provisorisch verschlossen - doch das endgültige Versiegeln mit Schlamm und Zement wird immer weiter verschoben. Bevor die BP- Ingenieure mit der Aktion «Static Kill» beginnen, müsse zunächst ein Leck an der Abdichtung über dem Bohrloch gestopft werden, hieß es. Wichtige Tests mussten ausgesetzt werden, teilte BP mit. Die Experten hofften, noch am Dienstag (Ortszeit) die Aktion zu starten.

US-Medien nennen das mit Spannung erwartete Manöver «den Anfang vom Ende». Mehrere Schiffe stehen bereit, um den schweren Schlamm unter hohem Druck in das Bohrloch zu pressen und so das Öl, das in der Steigleitung nach wie vor nach oben drückt, in die Tiefe zu pressen. Gelingt das Manöver, kann das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit Zement verschlossen werden. Allerdings könnten zeitweise geringe Mengen Öl ins Meer fließen, warnte Einsatzleiter Thad Allen.

Der «finale Akt» zur Versiegelung steht dann etwa eine Woche später an. Dann wollen die Ingenieure auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschließen. Bei dieser Operation «Bottom Kill» sollen ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden. Das geschieht durch einen Nebenzugang, der seit Mai gebohrt wird.

Mexiko will BP auf Schadenersatz verklagen

Über das tatsächliche Ausmaß der Ölpest gab es seit dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April erhebliche Kontroversen. Zunächst behauptete BP, es strömten lediglich geringe Mengen ins Meer. Dann wurden die Zahlen immer weiter nach oben korrigiert. Die neusten Schätzungen von Forschern hätten eine mögliche Abweichung von plus-minus zehn Prozent, teilte die US- Regierung mit.

Die mexikanische Regierung will den BP-Konzern auf Schadenersatz verklagen. Das teilte Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada in Mexiko-Stadt mit, wie die Zeitung «Milenio» am Dienstag berichtete. Nach den Worten des Politikers werden die Regierungen Mexikos und der USA im September in Washington das Ausmaß der Schäden beziffern.

Als Sofortzahlung verlange Mexiko 70 Millionen Dollar (etwa 53 Millionen Euro). Noch sei kein Öl in mexikanischen Gewässern entdeckt worden, ergänzte Elvira. Dennoch sei das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen worden.


jag/news.de/dpa
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