Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Die Zeiten der drei Ks sind zum Glück vorbei. Kinder, Küche, Kirche, das war einmal die Lebenswelt der Frauen. Doch nach einer Trennung ist immer noch klar: Die Kinder bleiben bei Mama. Das ist ungerecht – und das heutige Urteil nur ein erster Schritt.
Wenn die Beziehung den Bach runtergeht, reduziert sich das Verhältnis oft wieder aufs Elementare. Hier die Frau, da der Mann. Sie hat geschrien und geweint, er hat geschwiegen und ist dann vielleicht ausgerastet. Oder so ähnlich. Wenn eine Beziehung gescheitert ist und der Hausstand wieder auseinander klamüsert wird, stellt sich bei den Kindern nicht die Frage, bei wem sie bleiben: bei der Mutter, in 90 Prozent der Fälle.
Wir Mamas haben unser Kind im Bauch gespürt, haben es herausgepresst und ihm die Brust gegeben. Dafür hat der Papa die Hand auf den Bauch gelegt, die erste Windel gewechselt und spielt cooler mit Playmobil. Es gibt keinen Grund zu behaupten, der Vater stehe dem Kind weniger nah als die Mutter. Liebe es weniger. Habe weniger Recht, Zeit mit ihm zu verbringen. Gut, meistens sind es die Mütter, die sich nach der Schwangerschaft das Elternjahr gönnen. Doch das gleicht sich schnell wieder aus.
Gerade unverheiratete Familien leben nur noch selten die traditionellen Konventionen, bei denen der Mann das Geld ranschafft und die Mutter sich mit der Kinderschar um den Herd gruppiert. Häufig arbeiten beide Eltern, und beide kümmern sich um die Kinder. Das zumindest ist die Tendenz, und das wollen wir Frauen ja auch nicht anders.
Doch sobald es um Trennung geht, wird wieder Tabula Rasa gemacht in Sachen Emanzipation. Wie selbstverständlich bleiben Kinder bei der Mutter. Und wenn der Vater sich entscheidet, sein Elternrecht einzuklagen - welche Familienrichter nehmen einer Mutter ihre Kinder weg? Dazu muss sie schon mindestens schwer drogenabhängig sein.
Dass Väter ein Recht auf ihr Sorgerecht haben, liegt auf der Hand und wurde nun endlich auch vom Bundesverfassungsgericht entschieden. Doch in der Praxis liegen die Probleme noch tiefer. Selbst einem Vater mit Sorgerecht kann die Mutter das Umgangsrecht streitig machen - und um den Umgang mit den Kindern geht es schließlich.
Viele Männer kämpfen einen stetigen Kampf mit Jugendamt, Gutachtern und Richtern, um ihre Kinder wenigstens ab und an sehen zu dürfen. Hier sitzt die Frau am längeren Hebel, mit den Waffen einer Frau. Das ist unfair, und deshalb ist es am Gesetzgeber, diese Spielchen zu beenden, kompetente Beratungsstellen einzuschalten und das Verfahren zu institutionalisieren. Es ist noch lange nicht ausgestanden für die Väter.
kas/ivb/news.de
Für meine Ex war das Sorgerecht ein Druckmittel gegen mich. Ich glaube, es ist in den meisten fällen ähnlich, wo die Mutter das Sorgerecht verweigert. Selbst dem Jugendamt waren die Hände gebunden. Nun ist dem endlich ein Riegel vorgeschoben. Danke :)
jetzt antwortenKommentar meldenwenn eine Frau durch Stalking, Sport und Bildungsverbot, 2jährige nächtliche Schlafstörung ( bei vollzeitlicher Arbeit)durch den Ehemann aus Not mit dem Kind aus dem Haus flüchtet und dann ein Gericht entscheiden würde das Kind bleibt bei dem Vater. Wäre die Mutter doppelt bestraft. sie hat ihr zu hause verloren und dann noch ihr kind. nur weil Mann seine Kontrollsucht nicht im Griff hat. gegen Umgang hätte Frau aber nichts. doch nach solcher Situation auch noch mit Mann ums Kind "kämpfen" müssen wo ER es doch vermasselt hat... naja, das ist alles nicht einfach. es gibt diese und jene Fälle.
jetzt antwortenKommentar meldenIch habe 2 Kinder von 2 Müttern, bei der einen Mutter bedarf es gar keine gesetzliche Regelung, ich bekomme alle Möglichkeiten mein Kind immer und jederzeit zu sehen. Ob das bei dem 2. Kind auch so ist, wird die Zeit zeigen. Aber zusätzlich auch das Sorgerecht zu haben, wenn mann sich kümmern möchte, wäre sicher hilfreich. Ich möchte der Mutter sicher keine Steine in den Weg legen, nur als Vater präsent sein dürfen. Und dazu gehört auch sicher eine Regelung des Umgangsrecht. Meinen Ältesten habe ich mit 14 Monate das erste mal über das Wochenende bei mir gehabt, seitdem regelmäßig.
jetzt antwortenKommentar meldenEndlich wird der Gesetzgeber wach !!! Hoffen wir auf eine schnelle Umsetzung der neuen Rechtslage !
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