Sa., 26.05.12

Kirchenmann 02.08.2010 Loveparade-Tragödie keine «Strafe Gottes»

Nikolaus Schneider (Foto)
Trotz der Loveparade-Tragödie hält der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ähnliche Großveranstaltungen im Ruhrgebiet für notwendig. Bild: dpa

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hält trotz des Loveparade-Unglücks mit 21 Toten in Duisburg derartige Veranstaltungen für junge Leute im Ruhrgebiet weiterhin für notwendig - wegen des Images. Und er fordert mehr Maß bei der Kritik.

Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider: «Das Ruhrgebiet hat ein großes Imageproblem und muss etwas für sein Ansehen tun.»

Allerdings müssten künftig eine sorgfältige Vorbereitung und die Sicherheit der Menschen an erster Stelle stehen - «unabhängig von Image oder Gewinn». Eine zweite wichtige Lehre gelte es zu beherzigen: «Wir müssen maßvoll bleiben - in der Aufarbeitung, in der Kritik und im Umgang miteinander. Man darf nicht überziehen.»

Kein Verständnis äußerte der Geistliche für Ex-Moderatorin Eva Herman. Sie hatte in einem Internet-Blog die Loveparade als «Sodom und Gomorrha» bezeichnet und die Vorkommnisse als Strafe Gottes umschrieben. Dazu sagte Schneider: «Es gibt in der Bibel genügend Beispiele, in denen Jesus davor warnt, solche Ereignisse mit einer Strafe Gottes gleichzusetzen.»

Der Präses betonte, Events wie die Loveparade oder Rock am Ring dürften nicht pauschal als Ausdruck einer von Egoismus geprägten Jugendkultur betrachtet werden. Sorge bereite ihm allerdings die in der Gesellschaft zunehmende Einstellung, wonach jeder zuerst auf sich schaue und sich frage, wie man am meisten aus einer Sache heraushole und möglichst wenig hinein gebe. Schneider: «Eine Gesellschaft, die durch und durch von ökonomistischem Denken geprägt ist, verliert ihre Lebensgrundlage und ihre Zukunft.»

Loveparade
Feige und erbärmlich
Video: news.de

sck/car/ivb/news.de/ddp
Leserkommentare (5) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • hpklimbim
  • Kommentar 5
  • 03.08.2010 13:29
 Antwort auf Kommentar 4

Ich habe keine Vorwürfe gegen die Kirche erhoben, sondern gegen die darin tätigen. leider Gottes ungestraft wirkenden Kinderschänder. Sie missbrauchen meine Worte zur unangebrachten Stimmungsmache. Daher nochmals - wo keine Glaubwürdigkeit geboten wird, kann kein Glaube gedeihen. Und völlig unangemessen an der Duisburger Angelegenheit ist allenfalls allein die gezielt inszenierte Weichspülung weg von jeglicher Verantwortung und damit der Versuch der Manipulation von Meinungen durch die Presse.

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  • debema
  • Kommentar 4
  • 03.08.2010 11:15
 

Es ist keiner angeklagt, oder verurteilt, also, was soll das? Das die Treuerfeier in einer Kirche statt findet, ist angemessen. Unangemessen sind die Schuldzuweisungen, die durch die Medien genüßlich verbreitet werden, ohne dafür haftbar zu sein. Die im Kommentar 1 gemachten Vorwürfe gegen die Kirche sind typisch für den aufgebrachten Mob, der auch zu früheren Zeiten seine Untaten ungestraft tat.

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 3
  • 02.08.2010 15:01
 Antwort auf Kommentar 2

Der Geist Goethe´s und vieler Anderer ist unsterblich. Das irdische Leben eines jeden Menschen vergeht, seine geistigen Werke wirken ewig auf seine Mitmenschen, sonst wäre es schlecht um uns bestellt, weil es heute kaum noch Geistreiche Menschen gibt. Ausserdem ist Gott an diesem Ausgang der Love-Parade unschuldig. Er hat niemandem gesagt, dass der alte Güterbahnhof benutzt werden soll.

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  • Rainer Pfefferle
  • Kommentar 2
  • 02.08.2010 12:54
 

Auch zur Zeit Michas im Alten Testament gab es Menschen die behaupteten, dass Gott kein Unglück schicken würde. Diesen falschen Propheten wurde auf sehr unsanfte Weise deutlich gemacht, dass ihre Worte auf Lüge aufgebaut waren. Micha 3,5ff Unser Gott ist gnädig und barmherzig!! Er liebt uns!! Doch wenn wir seine Liebe und Gnade verhöhnen und uns nicht mehr um seine Gegenwart Gedanken machen, dann lässt er uns spühren was ohne ihn geschieht. Es ist fatal nicht mehr mit Jesus Christus zu rechnen. Wehe uns Deutschen!! Göthe ist Tot, was will er ausrichten. Jesus lebt!!

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  • hpklimbim
  • Kommentar 1
  • 02.08.2010 12:36
 

Der Ansatz ist nicht schlecht. Es steht leider zu befürchten, dass wie den katholischen Kindervöglern die amtlichen Verantwortlichen in diesem Kastensystem leider wieder straffrei bleiben. Wo keine Glaubwürdigkeit geboten wird, kann auch kein Glaube gedeihen, und manch anderes, moralisch Wichtiges auch nicht. Ich halte mich da lieber an Goethe und habe so wenigstens Selbstschutz vor persönlichen Enttäuschungen.

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