Mo., 13.02.12

Abschied von Gianna Eisbär Knut verliert seine Freundin

Artikel vom 31.07.2010

Knapp ein Jahr währte ihr Eisbärenglück - jetzt ist Knut wieder allein. Am Freitag, in aller Stille, wurde Eisbärin Gianna zurück in ihren Heimatzoo nach München verfrachtet.

«Am späten Freitagabend ist Gianna wohlbehalten im Tierpark Hellabrunn eingetroffen», berichtete Bärenkurator Heiner Klös.

Um den Transport ohne viel Rummel vorzubereiten, habe der Berliner Zoo den genauen Zeitpunkt von Giannas Reise vorher nicht bekanntgegeben. Freiwillig wollte die Eisbärin ihren zweiten Wohnsitz wohl nicht aufgeben. Denn sie weigerte sich, in die Transportkiste zu steigen, erzählte Klös. Deshalb wurde Gianna mit einer kurzen Betäubung reisefertig gemacht.

Aus Sicht von Klös profitierten beide Tiere von ihrer gemeinsamen Zeit im Berliner Zoo. «Das war eine prima Erfahrung für beide Jungbären», sagte er. Besonders der von Menschenhand aufgezogene Knut habe sich von Gianna viele typische Eisbärmanieren abschauen können. Unter Sehnsucht nach seiner Freundin leide Knut aber jetzt nicht, sagte Klös.

Ohrfeige zur Begrüßung

Seit Anfang September 2009 lebte Gianna an der Spree und freundete sich mit ihrem weltberühmten, gleichaltrigen Artgenossen Knut an. Dass ihre Bekanntschaft nur begrenzt sein sollte, stand von vornherein fest. Die dreijährige Eisbärin war wegen des Umbaus der Bärenanlage in München übergangsweise nach Berlin gezogen. Ihr elfjähriger Eisbärenkollege Yoghi war im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde untergekommen.

Waren die ersten Treffen der beiden Tiere noch eher von kühler Zurückhaltung geprägt, erwärmte die temperamentvolle Gianna das Herz von Knut recht schnell. Seine anfängliche Schüchternheit gegenüber der Eisbärdame, die ihn am ersten Tag mit einer Ohrfeige begrüßte, überwand Knut nach einigen Tagen. Von da an konnten die Zoobesucher die Eisbären in trauter Zweisamkeit in ihrem gemeinsamen Gehege herumtollen sehen.

Spekulationen, dass aus den beiden ein Paar werden könnte, bereiteten die Zoos in Berlin und München jedoch stets ein Ende. Gianna muss zurück nach Bayern und bekommt dort einen neuen Partner, hieß es immer wieder. Knut dagegen soll das Erbe seines Vaters Lars antreten und mit den Eisbärinnen Nancy und Katjuscha im nächsten Jahr Nachwuchs zeugen.

In München sollen Gianna und Yoghi nun in die neue Bärenanlage ziehen und ein Zuchtpaar werden. Auf der Internetseite des Münchener Tierparks hieß es, die Bären hätten nun eine Woche lang Zeit, sich in Ruhe an das neue Gehege zu gewöhnen. Ab dem 7. August könnten sie dort wieder beobachtet werden.

sck/news.de/dpa
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 28.12.2010 16:14
von
Antonietta

Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.

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