Sa., 26.05.12

Loveparade-Tragödie 25.07.2010 Katastrophe mit Ansage

Der Tunnel wurde zur Todesfalle (Foto)
Der Tunnel wurde zur Todesfalle: Szene aus einem Amateurvideo, Sekunden vor der Massenpanik. Bild: ap

Von news.de-Redakteur Christoph Heinlein

Hätten die Loveparade-Veranstalter die Katastrophe von Duisburg verhindern können? Ein Blick auf Userkommentare im Internet aus den Tagen vor der Katastrophe zeigt: Menschen, die das Gelände kannten, haben die Gefahr erschreckend genau vorausgesehen.

Noch weiß niemand mit Sicherheit, was das Unglück am Duisburger Güterbahnhof ausgelöst hat. Schon vor der Loveparade aber war der Veranstaltungsort heftig umstritten. Ortskundige warnten: Das Gelände ist zu klein, der Tunnel ein gefährliches Nadelöhr. News.de hat Userkommentare aus dem Internet gelesen. Sie stammen aus den Tagen vor der Katastrophe – und werfen die Frage auf, ob die Veranstalter verantwortlich geplant haben.

 «Als Ortsansässiger habe ich mich seit Jahren auf die Duisburger Loveparade gefreut – nun gehe ich nicht hin. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken. Ich halte es für sehr gefährlich, so viele Menschen durch den langen Tunnel und einen einzigen Zugang schleusen zu wollen.»

«Es gibt nur einen Zugang zum Gelände und der ist unter einer langen Brücke. Was passiert wenn hier Panik ausbricht?»

«Ich halte es für ziemlich naiv zu glauben, dass die Besucher alle schön übersichtlich über den Tag verteilt ankommen. Das ist eher unwahrscheinlich. Dazu noch diese unsägliche Schotter-Folter-Strecke, die geradezu eine Knochenbruchgarantie beinhaltet....das kann echt brenzlig werden. Hoffentlich haben sich die Duisburger damit nicht übernommen... Ich hoffe, die Veranstaltung geht trotzdem gut über die Bühne(n).»

«Beunruhigende Zahlen: der einzige Zugang zum Platz hat eine Durchgangskapazität von 60.000 Personen je Stunde. Wenn 400.000 auf dem Gelände Platz haben, über 1 Million erwartet werden, wird hier schon ein gefährlicher Brennpunkt entstehen. Ich finde die Loveparade hervorragend, aber sie gehört nicht in diese Stadt.»

«An alle Zweifelnden: Bleibt zu Hause!! Der einzige Zugang liegt in einem Tunnel, ist maximal 15 Meter breit (also etwa wie die Bahnhofshalle) und besteht aus Kopfsteinpflaster.»

«Das hört sich alles andere als sicher an. Wie sollen auf das Gelände 500.000 Menschen und 20 Floats passen? Wahrscheinlich werden mehr als eine Million Besucher kommen. Das kann dann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum mal eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es zuhauf Tote und Verletzte.»

«Oh Mann, da kann man sich nur in Sicherheit bringen...»

«230.000 Quadratmeter für sagen wir mal 460.000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen brauchen und vor allem den die Floats brauchen. 460.000 Menschen sind wie Sardinen in der Dose, da kann sich keiner mehr bewegen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote – und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäuntem Raum, das kann nicht gut gehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken.»

«Das schlimme an dieser Geschichte ist doch, dass man anschließend diese organisatorischen Vollidioten noch nicht mal zur Verantwortung wird ziehen können. Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? Panik heißt Flucht, und Flucht heißt Ausdehnung. Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schief geht, und Panik ausbricht?»

cvd/news.de
Leserkommentare (4) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • adler
  • Kommentar 4
  • 26.07.2010 11:56
 

So ist es eben ,wenneine Hammelherde zu solchen geistlosen Veranstaltungen trampeln. Mein Mitgefühl für die Opfer!

jetzt antwortenKommentar melden
  • benny
  • Kommentar 3
  • 25.07.2010 17:25
 

ich hab den sicherheitkräfte drauf hingewiesen das es so mist ist aber es wurde einfach ignoriert und ich denke das sie die zäune wieder aufgestellt haben.

jetzt antwortenKommentar melden
  • benny
  • Kommentar 2
  • 25.07.2010 17:20
 

ich bitte der Redaktion die bilder zu entfernen!!aus respekt.ich war dabei gewesen.mich wunderts nur das dieser andrang zustande kamm weil oberhalb der Karl-lehr str eine abzäung war und ein polizei auto stand und immer wieder uns angewiesen hat zügig den tunnel zuverlassen.nur das problem war der aufgang zur gelände waren zäune gewesen die den gang nach oben schmaller machten und die LKW zu dicht zur ein und ausgang fuhren und die Menschen oben stehen bleiben mussten wo ich dort an kamm15uhr haben wir die zäune zum kippen gebracht damit mann schneller zum gelände kamm.

jetzt antwortenKommentar melden
  • s Fritzle
  • Kommentar 1
  • 25.07.2010 13:20
 

Unser Mitgefühl sollte allen gehören, die gestern auf der Loveparade ihr Leben lassen mussten oder verletzt wurden. Unsere Kritik sollte sich jedoch an all diejenigen wenden, die unter dem Deckmantel der "Liebe" ein kommerzeilles Spektakel veranstalteten, bei dem offensichtlich der Kommerz und das Geld im Vordergrund standen und um des "Events" Willen, offensichtlich die notwendigsten Sicherungen für den Fall ausgebsut wurden, der gestern leider eingetreten ist. Wenn nun der OB vom Fehlverhalten einzelner spricht, so zeigt dies leider wenig Einsicht. Das stimmt mich nur noch trauriger.

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'

Loveparade-Tragödie: Katastrophe mit Ansage » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855066609/katastrophe-mit-ansage/1/

Schlagworte:

Ankommen , Ausdehnung , Bedenken , Besucher , Bewegen , Bewegung , Bleibt , Breit , Brennpunkt , Brücke , Bühne , Bühnen , Cafébesucher , Chaos , Christoph Bäumler , Christoph Dabrowski , Christoph Driessen , Christoph Fellner , Christoph Geyer , Christoph Grunenberg , Christoph Hagel , Christoph Hausel , Christoph Hemlein , Christoph Keller , Christoph Klenzendorf , Christoph Knasmüllner , Christoph Koschel , Christoph Moritz , Christoph Rohmer , Christoph Sauser , Christoph Schaub , Christoph Siefkes , Christoph Stölzl , Christoph Ullmann , Christoph Unger , CvD , Dose , Duisburger , Echt , Einzigen , Entstehen , Erschreckend , Finde , Floats , Flucht , Frage , Gefährlich , Gefährlicher , Gefährliches , Gehe , Gelände , Geschichte , Grund , Güterbahnhof , Hans Christoph , Hause , Heißt , Hoffentlich , Internet , Irgendeinem , Jahren , Jon Christoph , Katastrophe , Kinder , Kopfsteinpflaster , Loveparade , Loveparade-Veranstalter , Masse , Menge , Menschen , Menschenmengen , Meter , Million , Nadelöhr , News , Panik , Person , Personen , Platz , Quadratmeter , Raum Athen , Raum Cleveland , Raum Danzig , Raum Halle , Raum LEL , Raum Sicherheit , Raum Strategien , Raum Vechta , Raum Zugesagt , Sicherheit , Sicherheitsbedenken , Stadt , Stunde , Tag , Tagen , Tore Zugang , Tote , Tunnel , Übernommen , Umstritten , Unglück , Unkontrollierte , Unwahrscheinlich , Veranstalter , Veranstaltung , Veranstaltungsort , Verantwortlichen , Verantwortung , Verletzte , Wahrscheinlich , Werfen , Wissen , Zahlen , Zugang ,
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige