Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Jeder Laie erkennt beim Anblick der Unglücksstelle augenblicklich die Gefährlichkeit des Tunnels, der Ein- und Ausgang der Loveparade-Hauptveranstaltung war. Der Veranstalter und die örtlichen Sicherheitsbehörden sahen dies offenbar anders. Ein Irrtum, der 19 Menschen das Leben kostete.
Ein Blick auf das Verantaltungsgelände macht deutlich, dass eine Massenpanik im Bereich des Möglichen lag. Erstmals in der Geschichte der größten Tanzveranstaltung der Welt wurde das Areal begrenzt, also auf notwendigen Ausweichraum verzichtet. Die Menge war eingekesselt und hatte im Zweifel keinen Fluchtraum. Erst nach dem Unglück wurden weitere Ausgänge geöffnet - doch da war es schon zu spät.
Der Platz zwischen A59, dem Duisburger Hauptbahnhof und den Bahnschienen kann etwa 300.000 Leute fassen. Zur Loveparade strömen aber in der Regel über eine Millionen Raver. Mehr als eine halbe Million Menschen müssten also ständig am Eingangsbereich warten. Das war vorher bekannt. Wem da das Gefahrenpotenzial nicht klar wird, der hat von der Organisation solcher Großveranstaltungen keine Ahnung und spielt mit dem Leben der Besucher.
Zum Wesen der Loveparade gehören leider auch Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum. Wer in seinen Planungen von einer Gruppe verantwortlich handelnder Raver ausgeht, die in geordneten Reihen auf das Gelände spazieren, der mag das Gelände in Duisburg als geeignet empfinden. Hier handelt es sich aber um eine aufgeputschte Menge, die durch Alkohol und Drogen benebelt nur eines will: tanzen. Wenn eine solche Menschenmasse in einen Tunnel gequetscht wird, ist die Tragödie fast unvermeidbar.
Der Veranstalter, die Loveparade GmbH, hat die Sicherheitsfrage total falsch eingeschätzt oder diese zugunsten des Profits offenbar als nachrangig betrachtet. Zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt müssen die Macher nun konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
ich war dienstag in duisburg gewesen um LP ab zuschließen was da passierte und zufällig traff ich ein duisburger dort der sagte mir"mann könnte normal von oben rein kommen ohne das mann den tunnel benutzten müsste das was er meinte war dieser weg was mann als VIP bereich machte für die blöden presse furtzis und promi hapelmänner hätten die doch durch den Tunnel gehen können!!die ganze LP war ein witz gewesen die lkw hätten ja auf der düsseldorf str fahren können platz genug war da ja dan wäre auf den gelände auch weniger menschen gewesen aber wen mann geldgierig ist ignoriert mann vieles
jetzt antwortenKommentar meldenAls Rettungsdienstler und Organisatorischer Leiter RD für Großveranstaltungen habe ich bereits vor der Loveparade das Gelände gesehen und es war mir von vornherein klar, dass das nicht reibungslos funktionieren konnte. Leider hat niemand auf meine gutgemeinten Tipps gehört, wie die Veranstalter und die Stadt auch auf die anderen Ratschläge von Experten nicht gehört haben. Ich finde es sehr schade, das durch solche Fehlplanungen im Rettungsmanagement 19 Menschen sterben mußten. Ich hoffe, das die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und bin in Gedanken bei den Angehörigen der Toten
jetzt antwortenKommentar meldenEndlich mal jemand , der es auf den Punkt bringt. Hauptsache der Rubel rollt. Tausende von Vollgekiffte....sogar mit Polizeischutz ? Wer zahlt den ganzen Mist - Notarzt,Polizeieinsatz usw. Wir blöden Steuerzahler.
jetzt antwortenKommentar meldenWo Hunderttausende bis Oberkante Unterkiefer Vollgekiffte zusammen kommen, muss man früher oder später mit so was rechnen.
jetzt antwortenKommentar meldenAls Rettungsdienstler muss ich sagen, dass jedem, auch einem Veranstalter klar sein muss, dass es Fluchtwege geben muss und in einem Gelände, dass mit Bauzäunen abgesperrt ist, vermutlich viel zu klein ist, der einzige Zu- und vorallem Abgang ! durch einen Tunnel führt, der scheinbar nicht mal 2 getrennte Spuren für ZU- und Abwanderndene bereithielt. Wenn die Sicherheitsleute an den beiden Tunnel-Enden, wie durch Augenzeugen berichtet wurde, versucht haben, durch schliessen des Tunnels den Fluss zu kontrollieren, ist ein(e) Flucht(Weg)unmöglich. Schande, für diese Verantwortungslosigkeit.
jetzt antwortenKommentar meldenImmer wenn solch dramatische und tragische Unglücksfälle passieren, sucht man einen Schuldigen. Fakt ist, eine solche riesige Massen-Veranstaltung hätte niemals auf diesem Gelände in Duisburg stattfinden dürfen. Die Veranstalter und einige andere hätten die Loveparade dort lassen sollen, wo sie begann: in BERLIN!!! Dort lief die Veranstaltung all die Jahre wenigstens ohne dramatische Zwischenfälle ab. Mein Beileid gilt den Angehörigen und mein Mitgefühl den vielen Verletzten.
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jetzt antwortenKommentar melden"[...] Der Veranstalter, die Loveparade GmbH, hat die Sicherheitsfrage total falsch eingeschätzt oder diese zugunsten des Profits offenbar als nachrangig betrachtet. Zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt müssen die Macher nun konsequent zur Rechenschaft gezogen werden." -- Die ersten klaren und schlussfolgernd richtigen Sätze, die ich zu der Sache bisher gesehen habe!! Weiter so! Die Toten wird aber auch das leider nicht rückgängig machen können.
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