Nach 85 Tagen sollte es endlich dicht sein, das Leck in der Ölleitung. Doch die Entspannung währte kurz. In der Nähe des verschlossenen Bohrlochs dringt nach Angaben der Regierung weiter Öl aus dem Meeresboden. BP will nichts davon wissen.
Admiral Thad Allen, Einsatzleiter der Regierung, wies BP in einem Schreiben an, den Meeresboden gründlich zu beobachten und ihn über mögliche weitere Sickerstellen innerhalb von vier Stunden zu informieren. Sollte tatsächlich Öl austreten, müssten die Ventile der neuen Auffangglocke erneut geöffnet werden, damit die Lage nicht noch schlimmer und schwieriger zu kontrollieren wird. Ein BP-Sprecher wollte zu den Angaben keine Stellung nehmen. «Wir arbeiten weiter sehr eng mit den Wissenschaftlern der Regierung zusammen», sagte Mark Salt.
Wie viel Rohöl ins Meer fließt, war zunächst nicht bekannt. Laut den US-Behörden hatten die Experten festgestellt, dass der Druck, mit dem das Öl aus der Quelle in den Auffangtrichter sprudelt, geringer war als gedacht. Das könnte auf ein bisher unbekanntes Leck hinweisen oder ein Anzeichen sein, dass bisher noch mehr Öl ins Meer geflossen ist als befürchtet. Womöglich ist die Quelle schon teilweise erschöpft - das Ölfeld im Untergrund stünde dann nicht mehr unter so hohem Druck wie zu Beginn der Katastrophe. Ein neues Leck könnte jedoch den Meeresboden weiter destabilisieren.
Kurz zuvor hatte der Konzern entscheidende Erfolge gemeldet: Seit gut drei Tagen fließe kein Öl mehr aus dem Bohrloch, der neue meterhohe Zylinder habe das Leck geschlossen. Es war der erste entscheidende Fortschritt nach immer neuen Fehlschlägen seit Beginn der Ölkatastrophe vor drei Monaten.
BP und Regierung uneinig über weiteres Vorgehen
Der Ölkonzern und die US-Regierung sind sich derzeit nicht einig über die nächsten Schritte. BP hofft, den Austritt von Öl ins Meer mit Hilfe der inzwischen installierten riesigen Kappe bis zur endgültigen Abdichtung der Quelle zu blockieren. BP-Manager Doug Suttles sagte am Sonntag, das Öl müsse nicht zwangsläufig über eine Auffangvorrichtung abgepumpt werden. Dazu müssten erst die Ventile der riesigen Glocke geöffnet werden, um den Druck zu reduzieren und eine Leitung zu den Tankschiffen an der Wasseroberfläche anschließen zu können - wieder würde Öl drei Tage lang ungehindert ins Meer strömen. BP will vermeiden, dass solche Bilder erneut live im Internet zu sehen sind.
Die Regierung will dagegen kein Risiko eingehen und das Öl abpumpen. Allan erklärte, das Öl solle über eine Steigleitung an die Oberfläche gebracht und dort von Schiffen aufgenommen werden.
Die Kosten der Ölkatastrophe im Golf stiegen unterdessen auf fast vier Milliarden Dollar (drei Milliarden Euro). BP erklärte am Montag, bisher seien 207 Millionen Dollar gezahlt worden, um einzelnen Forderungen von Bewohnern der betroffenen Regionen beizulegen. Bisher seien 116.000 Forderungen eingegangen, mehr als 67.500 Zahlungen seien geleistet worden. Die Kosten für die Arbeiten an dem defekten Bohrloch, Reinigungsarbeiten und Zahlungen an die US-Regierung beliefen sich insgesamt auf 3,95 Milliarden Dollar. Es sei noch zu früh, um die endgültigen Kosten zu schätzen.
cvd/iwi/ivb/news.de/dpa
@ Pythia2010:Sie haben völlig Recht!Man fragt sich doch,ob die sich gar nicht helfen lassen wollen und warum?was steckt dahinter?Hierzu bitte:"In Wirklichkeit gibt es eine breite Palette von Produkten zur »Ölpestbekämpfung«,darunter–und das ist wichtig– nach Angaben der Hersteller auch vollkommen ungiftige, die zur rückstandsfreien Auflösung des Öls führen sollen. Zwei davon hat die Schweizer Firma »Oil Treatment International« in Zug entwickelt: »SOT 11« zur Behandlung von Gewässern,also auch der See, und »LOT 11« zur Behandlung ölverschmutzter Böden.Ganz anders als Ölmanager.WEITERSAGEN!!!
jetzt antwortenKommentar meldenWieder einmal sind nur Experten am Werk. Schade, daß alles so kompliziert dargestellt wird, obwohl durch einfache Mittel zumindest ein gewisser Prozentsatz des heraus strömenden Öles hätte abgesaugt bzw. Öl/Wasser-Gemisch hätte getrennt werden können. Nichts mehr zu lesen von Kevin Costners Zentrifugen zur Wasser-Öltrennung unter Wasser. Nichts mehr zu lesen von der Schweizer Firma HeiQ (3sat brachte eine kurze Dokumentation - amerik. Militär schaute sich die Sache ebenfalls an), die in Zusammenarbeit mit einer deutschen Vlies-Firma, die Strände säubern könnte.
jetzt antwortenKommentar meldenMiteignerin an BP ist doch auch die Queen. Mein Vorschlag wäre, es wie bei den Katzen handzuhaben. Schnute ind die Ölpfütze stechen in wischen.
jetzt antwortenKommentar meldenErst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, merkt der Mensch, dass er Geld nicht essen kann. Eine alte Weisheit der Indianer. Das passt gut zu Deinem Kommentar, Nitz!
jetzt antwortenKommentar meldenEs wäre auch zu schön um Wahr zu sein,wenn alles sofort klappen würde.Es werden bestimmt noch mehr Probleme auftauchen,das war nicht das Letzte.Wenn nicht die Natur/Umwelt davon so betroffen wäre,könnte man in Ruhe alles ausprobieren.Nur leider rennt uns die Zeit davon und die BP macht sich mehr Sorgen um ihren Aktienkurs als um die Umwelt,und alle die draußen stehen,sind machtlos.Das Volk,die Politiker,die Betroffenen.Haut die Erde mal so richtig kaputt.Wenn alles im Eimer ist,nützt auch unser Geld sehr wenig.Die Natur wird sich einiges Tages rächen.Der Anfang ist schon überall zu sehen.
jetzt antwortenKommentar meldenIst klar, jeder weiss ausser BP, das der sog. TOP-Kill im Umkreis von rund 18Km des Bohrloches mind 16 sprudelnde Erdrisse hervorgerufen hat. Aus diesen Löchern dringt ein Öl/Methangemisch aus und ist hochgiftig- und explosiv. Frage mich warum die US-Regierung keine U-Boote zur umfassenden Überprüfung dort einstezt? Sind die alle in der Nähe vom Iran? Seltsam, seltsam das alles.
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