In sechs Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Doch unzählige Betriebe finden keine Lehrlinge. Die Begründung ist immer die gleiche: Die Bewerber sind nicht reif genug, um einen Beruf zu erlernen.
Sechs Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres suchen die Betriebe noch nach geeigneten Bewerbern. «Wir rechnen am Ende mit mehr als 50.000 Stellen, die unbesetzt bleiben, weil geeignete Bewerber fehlen», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, der Welt am Sonntag.
Als Gründe nannte er, dass sich die demografische Trendwende auf den Ausbildungsmarkt auswirke. Zum anderen sei «die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger ein großes Problem bei der Stellenbesetzung». Mehr als die Hälfte aller Betriebe müsse für ihre Auszubildenden Nachhilfe organisieren. «Die Unternehmen werden immer mehr zu Reparaturbetrieben», klagte der DIHK-Präsident.
Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte eine verstärkte individuelle Förderung der Jugendlichen mit Schwierigkeiten an. Berufslotsen sollen die jungen Leute bei der Suche nach einer Lehrstelle und im ersten Ausbildungsjahr begleiten. «Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen haben ja oft niemanden, der ihnen beim schwierigen Übergang von der Schule in den Beruf hilft», sagte Schavan.
Handwerksgeneralsekretär Holger Schwannecke warnte in der Welt am Sonntag, Deutschland könne in eine fatale Situation geraten, «nämlich Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit aufgrund von Bildungsdefiziten». Jede fünfte Lehre werde abgebrochen. Schwannecke führte dies vor allem auf eine mangelnde Berufsorientierung der Jugendlichen zurück: «Zu oft erfolgt sie auf den letzten Drücker, zu oberflächlich wird sich informiert, zu gering ist die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen.»
ham/cvd/news.de/ddp
Es sind Auszubildende! Lehrling, Prüfling, Häftling Flüchling; was sagen uns diese Worte mit ...ling. So kommen eben Schüler, die von der Arbeitsagentur nur nach Marktlage eingebuchtet werden. Sind diese vorbereitet, nein. Sind die Lehrherren a.D, heute Ausbilder vorbereitet? Ebenfalls ein nein. Ein Herr hat Untertanen. Nur diese sind in den Betrieben heute nicht zu gebrauchen, sie sollen gut ausgebildet sein. Sie sind nicht reif genug für die Ausbildung? Und ob sie das sind, die Ausbildung ist nicht reif genug! Diese hat sich nicht weitergebildet, wie sich die Erwachsenen nicht weiterbilden.
jetzt antwortenKommentar meldenForts. Diese Haltung wird sich rächen! Wo man früher ausgebildete Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt zu genüge fand, werden die Betriebe, die nicht genügend ausbilden auch nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung haben. marty
jetzt antwortenKommentar meldenDie Jugendlichen sind heute auch nicht dümmer als früher. Die Unternehmen wollen aber keine Auszubildenden, denn das kostet Geld, sondern Auszubeutende. Heute müssen Handwerker mit Computern umgehen können, komplizierte technische Vorgänge verstehen, etc. Früher reichte es lesen und rechnen zu können, um z.B. die Herstellung eines Wagenrades zu erlernen. Bei den gestiegenen Anforderungen in den Berufen müssen die Betriebe natürlich auch ein höheres Ausbildungsvolumen bieten. Das kostet, und da stellen sie lieber gar keinen Azubi ein, als einen der viel Aufwand bedeutet. marty
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