Sa., 26.05.12

Golf von Mexiko 15.07.2010 BP stopft Ölleck

BP nimmt neuen Anlauf im Kampf gegen Öl (Foto)
Die Installation des neuen Deckels löste große Hoffnungen aus, dass ein Ende des Öl-Dramas in Sicht sein könnte. Bild: dpa

Der Konzern BP hat den Ölaustritt im Golf von Mexiko zum ersten Mal seit Beginn der Katastrophe im April stoppen können. Das ist der erste echte Durchbruch im Kampf gegen das Öl, aber noch nicht der Sieg.

Erstmals seit drei Monaten strömt kein Öl mehr aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko. Experten von BP ist es gelungen, alle Ventile eines Auffangzylinders in 1500 Meter Tiefe zu schließen.

Das Ölleck gut 60 Kilometer vor der US-Küste sei damit vorübergehend abgedichtet, sagte BP-Manager Ken Wells am Donnerstagabend.

Nach mehreren Fehlschlägen handelt es sich um den ersten echten Erfolg im Kampf gegen die schwerste Ölpest der Geschichte. Seit dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April fließen Tag für Tag bis zu 8200 Tonnen Rohöl ins Meer. Weite Teile der US-Golfküste sind bereits verseucht, Touristenstrände verschmutzt, viele Fischer sind arbeitslos geworden.

Hält das Steigrohr?

Seit 21.20 Uhr MESZ «fließt kein Öl mehr in den Golf von Mexiko», sagte Wells. Allerdings warnte er zugleich vor überzogenen Erwartungen. Zunächst bleibe das Leck in 1500 Meter Tiefe lediglich zu Testzwecken geschlossen. Diese Tests würden zwischen 6 und 48 Stunden dauern. Viele Amerikaner verfolgten die Operation in 1500 Tiefe durch Videoaufnahmen, die im Internet zu sehen waren.

Die Tests sollen klären, ob das Steigrohr in der Tiefe bei der Schließung des Lecks dem Druck standhält oder ob es Lecks gibt. Alle sechs Stunden wollen die Experten den Druck messen, heißt es.

Wells betonte, dass die Schließung des Lecks noch keinesfalls den endgültigen Sieg gegen die Ölpest bedeute. Vermutlich könne das Leck nur vorübergehend geschlossen werden, wahrscheinlich werde man später wieder dazu übergehen, austretendes Öl auf Schiffe abzupumpen. «Wir befinden uns erst am Anfang der Tests.» Experten gehen davon aus, dass das Leck später lediglich etwa während Hurrikans geschlossen wird, wenn ein Abpumpen des ausströmenden Öls nicht möglich ist.

«Es ist noch nicht vorbei»

Ähnlich äußerte sich Küstenwachen-Admiral Thad Allen, der von US-Präsident Barack Obama ernannte Einsatzleiter. Man sei zwar ermutigt durch die Entwicklung. «Doch es ist noch nicht vorbei.» Wieviel Öl bislang bereits ins Meer geströmt ist, lässt sich kaum klären.

Bereits kürzlich warnte die Regierung, dass die Säuberungsarbeiten an der Küste zumindest bis in den Herbst dauern werden. Zu den verseuchten Gebieten zählt auch das ökologisch sensible Mississippi-Delta. Nach wie vor seien etwa 30 bis 35 Prozent der Küstengewässer für die Fischerei gesperrt.

BP soll Gebühren für aufgesammeltes Öl zahlen

Auch für das nach Beginn der Ölpest aufgesammelte Öl soll BP Gebühren bezahlen. Der Leiter der zuständigen Aufsichtsbehörde im US-Innenministerium, Michael Bromwich, schickte dem Konzern einen Brief, in dem er Angaben zur Öl- und Gasförderung verlangte. Wenn BP keine Abgaben zahle, wäre dies ein Verstoß gegen US-Gesetze, hieß es.

BP hat auf verschiedenen Wegen versucht, das seit Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko ins Meer strömende Öl aufzufangen. Seit Mai wurden rund 130 Millionen Liter Öl aufgesammelt. Ein Teil davon wurde verbrannt, aber BP hat auch damit begonnen, einen Teil des Öls zu verkaufen. Die Einnahmen daraus sollten einer Naturschutzstiftung zugute kommen, erklärte BP im Juni.

ped/reu/news.de/dpa
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Felix Kroll
  • Kommentar 2
  • 16.07.2010 18:47
 

Unfälle sind überall vorprogrammiert. Der Ölfleck vor Florida ist weniger dramatisch, als der Blutfleck in Japan und in anderen asiatischen Ländern. Gott sei Dank sind die Laichplätze unserer Räucheraale nicht betroffen. Die Gewinne der USA durch BP bleiben unverändert. Von explodierenden US-shuttles wird weniger Propaganda gemacht. Ein Wix-Fleck mehr oder weniger in der Karibik kommt nie dem Wix-Fleck gleich, der über Hiroshima UND Nagasaki von den Wixern abgespritzt wurde.

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  • Hartmuth Möhse
  • Kommentar 1
  • 16.07.2010 13:09
 

?? Worauf sind die eigentlich so stolz?

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