Frauen treten auf der Stelle
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In der Chefetage großer Unternehmen sind Frauen noch immer eine Seltenheit. Experten meinen, das schade dem Wirtschaftswachstum. Der Ruf nach einer Frauenquote wird wieder lauter.
Frauen gelangen nach wie vor schwer in Führungspositionen. Der Anteil an den Führungskräften in der Privatwirtschaft liegt seit 2006 bei 27 Prozent, obwohl mehr als die Hälfte der Angestellten Frauen sind, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unter Berufung auf eine entsprechende Untersuchung berichtete.
Männer dominierten auf allen Führungsebenen - mit einem klaren Hierarchiegefälle zwischen den Geschlechtern. Auf der unteren Managementebene seien Frauen mit 39 Prozent am häufigsten vertreten, in den Vorständen großer Unternehmen kämen sie hingegen so gut wie gar nicht an.
Der durchschnittliche Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen betrage unverändert 28 Prozent. «Die Frauen haben zwar bei der Qualifikation aufgeholt, treten aber auf der Stelle», sagte DIW-Expertin Elke Holst. Die Forscher sehen darin eine Gefahr für die Wirtschaft. «Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum», erläuterte DIW-Präsident Klaus Zimmermann.
Vor allem die Familienbildung und die Segregation auf dem Arbeitsmarkt wirkten sich negativ auf die Karrierechancen von Frauen aus. Frauen treten für Kinder häufig kürzer oder verzichten auf eine Ehe. Darüber hinaus schotten sich viele Führungsebenen gegen Frauen ab.
Holst forderte verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils im Management. Das DIW fordert bessere Karriereförderung und Frauenquote. Letzteres ist beispielsweise bei der Telekom bereits üblich. Rund 30 Prozent der oberen und mittleren Leitungspositionen sollen bis zum Jahr 2015 an Frauen vergeben werden.
ham/sca/news.de/ddp
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