Das seien nur Einzelfälle, hieß es am Anfang bei der Bahn zum Versagen der Klimaanlagen in den Zügen. Jetzt stellt sich heraus: Es gibt offensichtlich ein grundsätzliches Problem. Bei 32 Grad sind die Aggregate wohl am Limit.
Die Deutsche Bahn hat mit ihren Klimaanlagen ein generelles Problem. Die Kühlung ist nur bis 32 Grad ausgelegt, wie das Unternehmen gegenüber der Aufsichtsbehörde Eisenbahnbundesamt (EBA) einräumte. In einer internen Handlungsanweisung an ihr Zugpersonal schreibt die Bahn zudem: «Aufgrund der momentan sehr hohen Außentemperaturen müssen wir in den kommenden Tagen weiterhin mit Ausfällen von Klimaanlagen rechnen.»
EBA-Sprecher Moritz Huckebrink sagte, die Bahn habe sich «in einer ersten Anhörung» zu dem Technikproblem geäußert und erklärt, dass die Klimaanlagen in Fernzügen «auf bis zu 32 Grad ausgelegt sind». Jetzt müsse das Amt aber erst einmal prüfen, was diese Aussage genau bedeute.
In einem Brief forderte EBA-Präsident Gerald Hörster den Bahnvorstand auf, seinen Pflichten nachzukommen. «Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind», wird Hörster in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zitiert.
ICE blieb in der Hitze liegen
Der Behördenchef habe in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands zusammengefasst, die er auf eine Anfrage vom 12. Juli bekommen habe. Ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad sei demnach nicht gewährleistet, und «durch unglückliche Umstände» habe überdies «die Luftzufuhr versagt», zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Die Bahn selbst nahm zu dem Sachverhalt am Donnerstag zunächst keine Stellung.
Seit vergangenem Samstag war in rund 40 ICE und IC die Kühlung ausgefallen. An diesem Tag waren in einem überhitzten ICE mehrere Schüler kollabiert, neun von ihnen wurden in Bielefeld ins Krankenhaus gebracht.
Einen neuen Vorfall gab es am Donnerstag: Nach einem Schaden an der Oberleitung blieb ein ICE auf der Bahnstrecke nördlich von Bamberg liegen. Dadurch fiel auch die Klimaanlage im Zug bei rund 35 Grad Außentemperaturen aus. Nach Angaben der Bahn mussten die rund 200 Fahrgäste knapp 90 Minuten im Zug warten, bis Ersatzbusse für die Weiterfahrt nach Bamberg zur Verfügung standen. Etwa ein Drittel der Reisenden musste wieder in den Zug einsteigen und eine weitere Stunde ausharren, bis der liegengebliebene ICE mit Hilfe von Dieselloks nach Bamberg geschleppt werden konnte.
SPD fordert Untersuchungsausschuss
Die Bild-Zeitung veröffentlichte die Klimaanlagen- Dienstanweisung an die Zugbegleiter aller ICE-Baureihen. Darin wird das Personal unter anderem gebeten, «bei zu erwartenden Außentemperaturen von mehr als 32 Grad bereits vorausschauend» so einzustellen, dass die Klimaanlage die Fahrgasträume um mindestens fünf Grad herunterkühlt». So werde «die Gefahr der Überlastung der Kälteanlage stark reduziert».
SPD-Fraktionsvize Florian Pronold forderte eine «vollständige Aufklärung der Hitzepannen bei der Bahn». «Neben den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwalt muss es eine umfassende parlamentarische Untersuchung geben», sagte er laut Mitteilung am Donnerstag. Es sei «Aufgabe des Bundestages zu klären, welche Verantwortung der Deutschen Bahn und der Bundesregierung als ihr Eigentümer zukommt».
Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Winfried Hermann (Grüne) forderte im ZDF, bei der anstehenden Generalüberholung der ICE-2-Züge auch die Klimaanlagen zu modernisieren. Einen Untersuchungsausschuss lehnt er ab.
Erste Strafanzeigen nach Hitzekollaps im ICE
Nach dem Kollaps von Fahrgästen eines überhitzten ICE-Zuges in Bielefeld sind jetzt die ersten Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Der Inhalt werde zurzeit geprüft, sagte der Bielefelder Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart.
Die Behörde ermittelt gegen den ICE- Zugchef wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung. Es geht um die Frage, ob der Mann den Zug früher hätte anhalten müssen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war.
ped/news.de/dpa
Die lügen wie gedruckt. Der Klimaschwindel entschuldigt alles und wird zum Vorwurf gegen die Menschheit. Fast möchte man an eine Verschwörung glauben, es ist jedenfalls eine gegen den gesunden Menschenverstand. Und ein zum Milliardär gewordener, indischer Eisenbahner spielt den Guru und lässt auch noch Protokolle fälschen (schaltet Mess-Stationen ab). R sagt: In der Politik und der Wirtschaft hat das Wohlergehen des Menschen keinen Stellenwert. Klimatisierungsschande nicht nur bei der Bahn,sondern auch in Ganztagesschulen, besser Kinderverwahranstalten genannt:Kinderopfer des Verwaltungswahns
jetzt antwortenKommentar meldenEin wenig Statistik: Der ICE2 wurde konzipiert - von der Deutschen Bundesbahn oder ihrem unmittelbaren Rechtsnachfolger 1992. Deutsche Bundesbahn und die Reichbahn der ehemaligen DDR wurden fusioniert 1994. Wenn 1998 in Berlin Temperaturen von über 32 °C bereits schon einmal aufgetreten sind, lag das vor der Ära Mehdorn ab 1999. Ein Tag über 32°C ist logistisch etwas anderes als eine Woche über 32 °C. Die DB wird im Zweifel von höherer Gewalt sprechen. Eine andere Frage ist, warum nicht Nicht-Technische Maßnahmen ergriffen wurden, z.B. Eiswasser-Wannen für Unterarmbäder.
jetzt antwortenKommentar meldenWie heisst es doch so schön? "In vollen Zügen genießen" und: "Technik, die begeistert"
jetzt antwortenKommentar meldenAngebl. Klimaanlagenkonzept von Anfang der 90er Jahre als noch keine derart hohen Temperaturen herrschten. Falsche Aussage! U.a. 1992 sehr heisser Sommer, z.B. am 9.8.92 in Potsdam gut 38 Grad. Somit hätten die Verantwortlichen vorgewarnt sein müssen. Aber wie immer bei der Deutschen Bahn AG bei Havarien: Vertuschen der eigenen Mängel und bewusstes Täuschen der Öffentlichkeit. Hoffentlich jetzt ENDLICH deutlich spürbare Konsequenzen für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft.
jetzt antwortenKommentar meldenAuf die Technik darf man sich nicht allzu sehr verlassen. Das ist alles nur Gebastel. Zum Glück sind im Flugzeugbau andere Normen gefordert. Die Bahn sollte für den Notfall auf Deckenventilatoren zurückgreifen. Hoffentlich haben diese Kühlschrankingenieure nichts mit Atomkraftwerken zu tun. Die Eisenbahnbauer sollten sich an miliärische Normen halten. Eine Leopardbesatzung erfreut sich 20 Grad Innentemperatur, auch in der Wüste. Das kostet aber etwas mehr. Die Bahnbenutzer sollten sich freuen, dass sich die Schienen im Sommer nicht verbiegen. Im Winter kann man sich mit Schnaps anwärmen.
jetzt antwortenKommentar meldenRichtig was die SPD macht kann ja nicht sein das die klimaanlage aussetzt bei hitze mio für züge ausgeben aber das was wichtig ist wird gespart den grade ICE züge weisen am meisten mängel auf aber uns Bürger die Kohle aus der Tasche ziehen in dem sie die Preise erhöhen Frechheit sowas.was die FDP erzählt ist voller quatsch den die meisten unfälle ist bei den ICE warum weil die zuwenig gewartet werden kilometer runter rasselen als wie eine Regionalbahn oder Sbahn da ist der Verschleiß und sicherheit bei der DB 2rangig und das sollte behoben werden.
jetzt antwortenKommentar meldendie wahrscheinlichkeit einer solchen hitzewelle war wohl in den überlegungen der bahn von untergeordneter bedeutung. was man nicht braucht, muß man auch nicht bestellen und somit auch nicht bezahlen. was kümmert es die vorstände, ob die reisenden kollabieren, vermutlich fliegen die und haben diese probleme nicht. hier hilft nur eine sammelklage aus allen rechtlichen gründen. auch bei der bahn wird sich nur etwas ändern, wenn es teuer wird und das ansehen beschädigt ist. "wenn einer eine reise tut, dann kann er was erzählen!" oder als schulaufsatz: mein schönstes erlebnis...
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