Sa., 26.05.12

Brunner-Mordprozess 14.07.2010 «Schlägerei, bei der es einfach kein Ende gab»

Brunner-Morsprozess (Foto)
Die zwei mutmaßlichen Mörder Dominik Brunners stehen in München vor Gericht. Ein Zeuge sagt, sie seien beim Angriff auf den Manager taktisch vorgegangen. Bild: ap

Die Angeklagten im Prozess um den Mord an Dominik Brunner am Münchner S-Bahnhof Solln sollen beim Angriff auf den 50-Jährigen taktisch vorgegangen sein. Das sagte einer der Schüler, denen Brunner zur Hilfe eilte, als Zeuge vor Gericht.

Die beiden jungen Männer hätten sich nach einem ersten kurzen Kampf beraten, wie sie Brunner richtig zusammenschlagen könnten, sagte der heute 15-Jährige Richard M., einer der Schüler, die Brunner beschützen wollte, am Mittwoch vor dem Landgericht München. Dann seien der damals 18-jährige Markus S. und der damals 17-jährige Sebastian L. gemeinsam auf Brunner losgegangen, einer von vorne, einer von der Seite.

Die beiden hätten Brunner dann auf dem S-Bahnsteig in eine Ecke zwischen Wartehäuschen und einem Geländer gedrängt. Dort sei der 50-Jährige unglücklich gestolpert, mit dem Kopf auf ein Geländer gekracht und zu Boden gegangen. Danach habe einer der beiden - der Beschreibung zufolge S. - weiter auf Brunner eingetreten. Auch L. habe sich beteiligt, allerdings weniger intensiv. Zudem habe L. später seinen Kumpan weggezogen, um ihn zum Aufhören zu bewegen. Insgesamt habe Brunner am Boden wohl 15 bis 20 Tritte abbekommen.

Brunner stellte sich vor die Kinder

Dieser Attacke, nach der Brunner starb, sei bereits eine erste kurze körperliche Auseinandersetzung zwischen Brunner und den Angeklagten vorausgegangen. Brunner habe den Kindern, die S. und L. ausrauben wollten, in der S-Bahn Hilfe angeboten, und sei mit ihnen gemeinsam in Solln ausgestiegen. Die Angeklagten seien ihnen gefolgt. Auf dem Bahnsteig habe sich dann eine bedrohliche Situation entwickelt, erzählte der 15-Jährige.

Es sei klar gewesen, dass gleich etwas passiere, sagte M., schließlich seien die beiden ihnen gefolgt und hätten ihnen Schläge angedroht. «Der Herr Brunner hat sich dann vor uns gestellt.» Die anderen seien drohend auf sie zugegangen. Wie genau die beiden auf Brunner zugegangen seien oder wie genau es zum ersten Schlag kam, könne er heute nicht mehr sagen, erklärte der Zeuge. Er habe aber den Eindruck gehabt, dass Brunner zugeschlagen habe, um den beiden zuvorzukommen.

Nach dem ersten Schlag sei der Geschlagene - offensichtlich S. - «total ausgerastet» und habe wild um sich geschlagen. Auch L. habe ihm dabei geholfen. Zu diesem Zeitpunkt habe Brunner die Schläge aber noch abwehren können, sagte M., er habe den Eindruck gehabt, der 50-Jährige sei den Angeklagten überlegen gewesen.

Daraufhin seien die beiden ein Stück zurück und hätten sich beraten, «weil sie sahen, das bringt so nichts». Kurz darauf hätten sie den zweiten, letztlich tödlichen Angriff auf Brunner gestartet. «Das war eine Schlägerei, bei der es einfach kein Ende gab», sagte der 15-jährige Zeuge.

Nach der Schlägerei sei Brunner noch einmal für einen Moment aufgestanden und habe etwas wie «das war hart» gesagt. Dann sei der 50-Jährige zusammengebrochen.

Gewaltexzess dauerte 66 Sekunden

Die Anklage wirft S. und L. vor, Brunner aus Rache ermordet zu haben, weil er die Kinder schützen wollte. Beide räumen die Auseinandersetzung ein und äußerten zu Prozessbeginn ihr Bedauern. Allerdings beteuerten sie, sie hätten Brunner und die Kinder nicht angreifen wollen und die Situation sei erst nach Brunners Schlag eskaliert. S. gibt an, nach dem Schlag ausgetickt zu sein und sich nicht mehr genauer erinnern zu können. L. beteuerte am Dienstag, er habe weniger geschlagen und Brunner nicht mehr angegriffen, nachdem dieser am Boden gelegen habe.

Die Spurenlage, die am Mittwochvormittag von einem der Ermittlungsbeamten vorgetragen worden war, kann bislang kaum helfen, diesen Widerspruch zu klären. So fanden sich an den Schuhen der Angeklagten keine DNA- oder Blutspuren, die eindeutig Brunner zugeordnet werden konnten. Den Zeitpunkt des tödlichen zweiten Angriffs konnten die Ermittler anhand von Handyanrufen dagegen exakt bestimmen: Demnach begann er um 16.10 Uhr und 51 Sekunden und endete um 16.11 Uhr und 57 Sekunden. Der Gewaltexzess dauerte demnach 66 Sekunden.

sck/news.de/ap
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Schindler
  • Kommentar 1
  • 20.07.2010 16:38
 

In Deutschland leben heisst gefährlich leben!! Wenn man nicht bald dagegen mit aller konsequenz vorgeht, ist es ratsam dass die Bürger sich bewaffnen! Ein HOHN der bis in den HIMMEL STINKT! JUGENDLICHE SCHLAGEN DIE ALTEN TOT und gute Jungens sind in STALINGRAD elendig krepiert!!! Man weiss nicht wohin mit dem millionenfachen Verbrecher-Potential das ist OHNMACHT die noch zum mehr MORDEN animiert!!!!

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