Von Axel Schock
Männerliebende Männer und Religion - zwei Themen, die Ralf König bewegen. Seine Comics wie Kondom des Grauens und Konrad und Paul stehen nicht nur bei schwulen Männern im Regal. Zum Geburtstag bekommt der Kölner Zeichner eine Ausstellung.
Seine Comics haben viele Themen: Hatte Ralf König zunächst der schwulen Szene komische Dialoge und Geschichten abgelauscht, so unterzog der in Köln lebende Zeichner inzwischen auch Shakespeare und die Bibel wie auch die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht seiner humoristischen Neuinterpretation. Anlässlich seines 50. Geburtstages am 8. August widmet das Schwule Museum Berlin Ralf König unter dem Titel «Ich komm mir vor wie 'ne Witzfigur!» ab heute eine Ausstellung. Einem breiten Publikum wurde König in den 1990er Jahren bekannt, als nach seinen Comics die erfolgreiche Filmkomödie Der bewegte Mann mit Til Schweiger, Joachim Król und Katja Riemann entstand.
«Früher lagen meine Comicbände häufig in WG-Klos herum, heute hänge ich sie an Museumswände. Ich finde, diese Reihenfolge geht schon in Ordnung», sagte Ralf König. Ausgestellt werden neben zahlreichen Originalzeichnungen auch allerlei ungewöhnliche Merchandising-Produkte, die im Laufe von Königs 30-jähriger Karriere mit seinen Knollennasen-Figuren verziert wurden, darunter Schlüsselanhänger, Wanduhren, Weinflaschen und Telefonkarten.
Der wesentliche Teil dieser kuriosen wie seltenen Stücke entstammt der Sammlung des Schweizers Mario Russo. «Ich war ganz entzückt, als ich zum ersten Mal mitbekommen habe, was er da alles zusammengetragen hat, vor allem die Sachen aus meiner Anfangszeit, die ich selbst nicht mehr hatte oder mich sogar nicht mal mehr daran erinnert habe», berichtet König. «Damals hatte ich mich noch nicht so darum gekümmert, das selbst auch aufzubewahren und zu archivieren.»
Schrill, respektlos und aberwitzig
Königs Botschaften seien oft schrill, respektlos und aberwitzig verpackt, aber sie sind immer zutiefst human, sagt der Berliner Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch über das Werk Königs, das mittlerweile rund 40 Buchpublikationen mit einer Weltgesamtauflage von mehr als sechs Millionen Exemplaren umfasst. «Sie werben für Toleranz und Lebenslust, Aufklärung und Verantwortung und nicht zuletzt für sich selbst: für intelligente, entwaffnend witzige Comics», erläutert von Brauchitsch, der die bis 4. Oktober laufende Ausstellung im Schwulen Museum kuratierte.
Als besonderes Geburtstagsgeschenk für König veröffentlicht von Brauchitsch unter dem ironisch gewählten Pseudonym Xaver Rammbock im August eine parodistische wissenschaftliche Analyse zu dessen Gesamtwerk. Der Titel: «Die Welt der Knollennasen. Eine sozio-rhinologische Untersuchung».
Auch König selbst war in jüngster Zeit nicht untätig. Gerade hat er die letzten Korrekturen an seinem neuen Buch abgeschlossen, das im September erscheinen wird. Nach Prototyp über Adam und Eva und Archetyp über die Arche Noah beschließt er nun mit Antityp über Apostel Paulus seine Auseinandersetzung mit der Bibel. Sowohl zu Die Welt der Knollennasen als auch zu Antityp werden die Buchpremieren im Rahmenprogramm der Ausstellung stattfinden.
iwe/ped/reu/news.de/ddp