Kein guter Tag für die Deutsche Bahn: Erst gerät sie wegen defekter Klimaanlagen massiv unter Druck, nun steht der Schienenverkehr fast in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Passagiere nehmen es gelasen.
Eine Gewitterfront hat den Bahnverkehr auf wichtigen Strecken in Nordrhein-Westfalen am Montag fast vollständig zum Erliegen gebracht. Von «massiven Störungen» sprach ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Im Fern- und Nahverkehr fielen viele Züge wegen umgestürzter Bäume und Blitzeinschläge aus. Die Zugstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich war komplett gesperrt, so dass der Zugverkehr zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden unterbrochen war. Unter anderem seien die Hauptstrecken Köln-Düsseldorf und Köln-Aachen sowie die Verbindung Oberhausen - Altenessen - Gelsenkirchen betroffen.
Auch beim S-Bahn-System an Rhein und Ruhr gebe es Auswirkungen, erklärte die Deutsche Bahn im Internet. Blitzeinschläge und auf die Gleise gestürzte Bäume behinderten den Verkehr. «Zur Dauer der Störungen können wir noch keine Angaben machen», teilte die Bahn mit.
Am Essener Hauptbahnhof nehmen die Passagiere die Verzögerungen gelassen. Zwar bilden sich lange Schlangen vor den Schaltern des Reisecenters. Erboste Reaktionen gab es jedoch bisher keine, wie news.de-Reporter Timo Nowack beobachtete.
Sturmtief «Norina» war mit teils orkanartigen Sturmböen über Nordrhein-Westfalen hinweggefegt. Dachziegel flogen durch die Luft, Bäume knickten um, Starkregen setzte Straßen unter Wasser. Allein in Aachen wurden acht Menschen leicht verletzt. In Mönchengladbach wurde eine Schulklasse während eines Ausflugs in einem Park von dem Unwetter überrascht. Vier Kinder wurden durch herabfallende Äste leicht verletzt.
Aus Ratingen-Lintorf und Erkelenz wurden Tornados gemeldet, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) jedoch nicht bestätigen konnte. Nördlich von Aachen wurden Orkanböen mit über 120 Stundenkilometern wurden. Am frühen Nachmittag war die Unwetterfront durchgezogen.
Auch die schleswig-holsteinische Nordseeküste hatte am Montagmorgen mit Unwettern zu kämpfen. Allein auf der Insel Föhr gab es 20 Unwettereinsätze, wie die Polizei in Harrislee mitteilte. Auf Sylt waren die Einsatzkräfte bis in den Nachmittag hinein damit beschäftigt, Keller auszupumpen. In Keitum auf Sylt und in Flensburg schlugen Blitze in Wohnhäuser ein. Verletzt wurde dabei niemand.
ped/sck/news.de/dpa/ddp