Sa., 26.05.12

Bahnreisen 12.07.2010 Nervenaufreibende Odysseen

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news.de-Redakteurin Kristina Schmidl. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Kristina Schmidl

Der Service der Deutschen Bahn lässt stark zu wünschen übrig. Zudem hat sich am Wochenende gezeigt, dass Bahnfahren sogar gesundheitsschädlich sein kann. Entschuldigungen reichen nicht mehr. Das Unternehmen muss handeln.

Würde die Deutsche Bahn tatsächlich den Service bieten, die sie dem Kunden vor der Abreise verspricht, und für den er viel Geld bezahlt, wäre Reisen mit dem Zug in Deutschland eine feine Sache. Denn wer anstatt im Auto mit der Bahn reist, schont die Umwelt. Außerdem, so ist der Gedanke vieler bahnunerfahrener Reisender, könne man die Zugfahrt nutzen, um zu arbeiten, Schlaf nachzuholen oder einfach mal wieder bei einem guten Buch zu entspannen.

Doch wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, weiß, dass die Praxis anders aussieht. Bahnfahren ist extrem nervenaufreibend und kann mitunter sogar gesundheitsschädlich sein. Diese Erfahrung mussten am Wochenende etliche Schüler auf dem Rückweg von ihrer Klassenfahrt machen. Weil die Klimaanlage ausgefallen war, herrschten in ihrem ICE von Berlin ins Rheinland Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad, doch der Zug fuhr einfach weiter. Die Schüler erlitten einen Hitzeschock, brachen dehydriert zusammen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Für die Bahn könnte das ein juristisches Nachspiel haben.

Hoffentlich, denn anders lernt das Unternehmen nicht. Dass der Service der Bahn zu wünschen übrig lässt, bekommt das Zugpersonal schließlich täglich von zu recht verärgerten Fahrgästen zu hören. Dass Klimaanlagen im Zug ausfallen, ist keine Seltenheit. Und derart dramatische Szenen wie am Wochenende ereignen sich nur deshalb nicht häufiger, weil es hierzulande nur selten so extrem heiß wird.

Doch die defekten Klimaanlagen sind nur eine der vielen Baustellen im Service der Deutschen Bahn. Auch in puncto Pünktlichkeit hapert es gewaltig. Wer einen wichtigen Termin wahrnehmen will, muss entweder einen Tag früher anreisen – vor allem, wenn er unterwegs umsteigen muss, oder doch lieber mit dem Auto fahren. Denn irgendein technischer Fehler, wegen dem der Zug Verspätung hat, kommt beinahe immer dazwischen.

Und wenn man dann mitten in der Nacht irgendwo am Bahnhof steht und nicht mehr weiter kommt, weil der Anschlusszug längst abgefahren ist, nutzt es einem auch nicht viel, dass ein Bahnmitarbeiter brav «Entschuldigung» sagt, einem ein Formular in die Hand drückt, mit dem man sich «wegen der Unannehmlichkeiten» einen Teil seiner Reisekosten zurückerstatten lassen kann und die Bahn eventuell gar die Hotelkosten übernimmt. Der Termin am nächsten Morgen ist futsch. Die Bahn ist schuld, doch ausbaden muss es der Reisende. Für geplatzte Termine gibt es bei der Bahn keine Entschädigung. Bleibt nur, wieder nach Hause zu reisen und zu versuchen, sich möglichst wenig aufzuregen.

kas/news.de
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