Die Fahrgäste brachen zusammen, aber der Zug fuhr einfach weiter: Nach dem Hitze-Debakel in einem ICE ermittelt die Bundespolizei. Auch von anderer Seite droht der Bahn Ungemach: Das Hitzeproblem ist laut Medienberichten größer, als offiziell zugegeben.
Hitzeschock im Zug: Weil die Klimaanlage ausgefallen ist, sind etliche Schüler auf dem Rückweg von ihrer Klassenfahrt am Samstag in einem ICE zusammengebrochen. In dem Zug von Berlin ins Rheinland herrschten Passagieren zufolge Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad.
Für die Bahn haben die kaputten Klimaanlagen vielleicht ein juristisches Nachspiel. Die Bundespolizei überprüfe den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung durch das Zugpersonal, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion St. Augustin, die für den Bahnhof Bielefeld zuständig ist.
Dort war am Samstag ein ICE aus Berlin gestoppt worden, nachdem sich die Situation in dem überhitzten Zug dramatisch zugespitzt hatte. Mehrere Schüler und ältere Menschen erlitten einen Hitzekollaps und lagen dehydriert in den Gängen. Eine verzweifelte Mutter versuchte, eine Fensterscheibe einzuschlagen. Bahnchef Rüdiger Grube entschuldigte sich am Sonntag telefonisch bei Schülern und Lehrern und drückte sein Bedauern aus.
Vom Zug aus wurden die Rettungskräfte in Bielefeld alarmiert. 91 Rettungskräfte waren im Einsatz, neun Jugendliche wurden ins Krankenhaus gebracht, einige erhielten Infusionen. Insgesamt wurden 27 Schüler medizinisch versorgt. Die Feuerwehr geht davon aus, dass alle Menschen das Krankenhaus wieder verlassen konnten.
«Zugpersonal hat die Situation unterschätzt»
Es sei bereits vor Bielefeld bekanntgewesen, dass die Klimaanlage in dem Zug defekt gewesen sei, sagte die Bundespolizei-Sprecherin. Ein Zeuge habe sich bei einem Zugbegleiter gemeldet, nachdem er einen strengen Geruch nach verbranntem Gummi bemerkt habe. Der Zugbegleiter habe dann festgestellt, dass die Klimaanlage nicht mehr funktioniere. Der Zug sei aber trotzdem weitergefahren. Ob der Defekt bereits vor der Abfahrt in Berlin bemerkt worden sei, konnte die Sprecherin nicht sagen.
Warum der Zug trotz Überhitzung überhaupt erst losfuhr, ist unklar. «Das Zugpersonal kann selbstverständlich nach menschlichem Ermessen entscheiden, dass ein Zug nicht fahren kann, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht», sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn im Gespräch mit news.de. «Allerdings wollen die Mitarbeiter keine vorschnellen Entscheidung treffen, da sie sich hinterher für Verspätungen rechtfertigen müssen.»
Es gibt nur wenige Bahnsteige in Deutschland, die lang genug sind, dass ein ICE daran halten kann. Im Notfall dürfe ein Zug aber auch an einem kleineren Bahnhof halten - zumindest, wenn bestimmte Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden und die Aktion mit der Zentrale abgestimmt ist. «Das Personal muss sicherstellen, dass nur bestimmte Türen geöffnet werden und die Fahrgäste nicht auf das Nachbargleis laufen», sagt Naumann.
Warum die Mitarbeiter im Falle des überhitzten Zuges nicht auf Notfall entschieden und den Zug an einem kleineren Bahnhof anhalten ließen, weiß Naumann nicht. «Das Zugpersonal hat die Situation womöglich einfach unterschätzt.»
Die Bahn räumte technische Probleme ein, betonte aber, dass es sich um bedauerliche Ausnahmen handele. Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann sprach von insgesamt drei ICE von Berlin Richtung Köln, die am Samstag in Hannover oder Bielefeld wegen Überhitzung aus dem Verkehr gezogen wurden.
In den modernen Zügen lassen sich die Fenster nicht öffnen. Schon im Hitze-Sommer 2003 brachen bei dem damals recht neuen ICE 3 die Klimaanlagen regelmäßig zusammen. Es gab Probleme mit Luftfiltern, die schnell verschmutzten und so verstopften, so dass die Klimaanlage erst weiter hochfuhr und sich dann abschaltete.
Zeitung: Hitze-Debakel größer als Bahn zugibt
Nach Angaben der Bahn hat es an dem heißen Wochenende in mindestens zehn der 252 ICE-Züge Probleme mit der Klimaanlage gegeben. Der krasse Zustand wie in dem Zug, der in Bielefeld getoppt werden musste, sei aber ein Einzelfall gewesen.
Andere Informationen hat die Neue Osnabrücker Zeitung: Nicht nur die ICE 3, auch andere Züge seien von dem Hitzeproblem betroffen. Am Sonntag sei beispielsweise in Teilen des IC 2307 von Hamburg in Richtung Ruhrgebiet die Klimaanlage ausgefallen, berichtet das Blatt. Reisende durften in die erste Klasse wechseln und erhielten Getränke.
Der überhitzte 12.36-Uhr-IC von Berlin via Osnabrück nach Amsterdam sei in Stendal mit einem Lokschaden liegengeblieben. Als für den IC ein Ersatzzug kam, sei dieser ebenfalls nicht klimatisiert gewesen. Reisende berichteten der Zeitung von Wutausbrüchen von Fahrgästen und von Schaffnerinnen, die den Tränen nahe waren. Eine Dehydrierte musste aus dem Zug geführt werden. Die Bahn habe am Bahnsteig keine Getränke angeboten.
Fahrgastverband: DB hat an Sicherheit gespart
Der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Hartmut Buyken, sagte dem Radiosender hr info, er sehe einen Systemfehler als Ursache für das Hitzeproblem. «Die Deutsche Bahn hat an der falschen Stelle gespart», sagte Buyken. Die Technik ihrer Vorzeigezüge sei nicht auf Sicherheit ausgelegt, sondern auf Kostenminimierung. Dabei würden Ausfälle billigend in Kauf genommen. Das führe auch dazu, dass sich der ICE international schlechter verkaufe als das französische Konkurrenzprodukt TGV.
Die Standards für die Herstellung der ICE-Züge müssten deutlich erhöht werden, sagte Buykens. Die Bahn sei allerdings nicht in der Lage, dieses Problem zu erfassen.
ped/hav/reu/news.de/ddp/dpa
Klaro hat die Bahn die falschen Leute in der hoch bezahlten Führungsriege. Die kommen vielleicht von Bosch, SIEMENS, Bombardier usw. Die nennt man Quereinsteiger, eingestellt wegen ihrer besonderen Qualitäten, sprich Seilschaften. Den eigentlichen Fachkräften, gelernt bei der Bahn, studiert obendrein wird der Aufstieg und Kariere damit versagt. Klingt nach Personal-Missmanagement. Leider steckt da System dahinter, wie auch anders sollen sonst die hörigen Personen an die Schaltzentralen der macht gebracht werde. Dagegen hilft nur eins - den Grünen und den Linken an die macht verhelfen.
jetzt antwortenKommentar melden@tomahawk hat in außergewöhnlicher (für d Gerührtentruppe Deutschland)Weise auf das Versagen von Managern und auf die Ausreden,die hierauf folgen,hingewiesen. Es folgt: Plausibel ist woanders. Die verrücktesten Zusammenhänge werden hergestellt und ihre Machbarkeit unterstellt. Beisp.: Wenn Herr Kroll (K8) neue Zulassungsvorschriften wegen des Klimawandels fordert, so unterstellt er, dass der Klimawandel durch Klimatisierungsanlagen abgemildert werden könnte. Jetzt verteidige jemand gg.den Vorwurf der Körperverl.,wenn der Richter glaubt,mit anderen techn. Vorschriften wäre die Tat verhinderbar.
jetzt antwortenKommentar meldenSie Bundesbahn hat viele Feinde. Abgerissene Radreifen, kaputte Achsen, defekte Klimaanlagen, während der Fahrt herausfallende Türen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben sich gegen die Bahn verschworen und nun auch der verkauf von teuren Minaralwasser, was wohl bei abgeschalteten Klimaanlagen besser geht. Einen Fraund aber hat die Bahn. Den Steuerzahler. Der zahlt sogar, obwohl er nicht mit diesen Schrottvehikel fährt, alleine für das helten in seinem Ort.
jetzt antwortenKommentar meldenNach dem Klimawandel sind neue Zulassungsbestimmungen erforderlich. Es gibt auf der ganzen Welt tropentaugliche Anlagen. Die sind aber in der Anschaffung erheblich teurer. Die Bahn fährt gerade aus den roten Zahlen heraus und kann es sich nicht leisten alle Klimaanlagen auszutauschen. Statt Dessen wird gesagt:¨mit Verschleiss ist zu rechnen¨.
jetzt antwortenKommentar meldenNur wer schon mal in einem ICE ohne Klimaanlage im heißen Sommer über Stunden eingesperrt war, kann mitreden. In einfachen Zügen könnte man die Fenster öffnen, da bliebe die Hitze sicher lästig, aber nicht bedrohlich. Kohlendioxidreduzierung? Deutschland muss sparen? Das war technisches Versagen und dann auch noch Versagen der Verantwortlichen. Würden sie selbst in einem solchen Zug sitzen, käme die rettende Entscheidung sicher sehr schnell.
jetzt antwortenKommentar meldenWer noch nie in einen Verkehrsausschuss sass, hat auch keinen Grund zum Sarkasmus. Beim Kaufhaus gilt cic oder pVV in elektiver Konkurrenz §§ 823 ff. BGB. Mit der StVO hat die Bundesbahn nichts am Hut, die Bahn befördert nach der Eisenbahnverkehrsverordnung (EVO). Die Bahn haftet auch für Verrichtungsgehilfen (Schaffner) - aber wenn die selbst dehydrieren? Die Fester können nur an einer bestimmten Stelle aufgeschlagen werden. Entscheid der Mill-Klage: "..wird abgewiesen..es wird zwar nicht verkannnt, dass der Kläger eine Einbuße an seinem Wohlbefinden erlitt...aber..." - also was solls?
jetzt antwortenKommentar meldenIn den 1950-er Jahren habe ich öfters Klassenreisen aus Mittelsiebenbürgen an die Schwarzmeerküste mitgemacht. Am Abfahrtsort herrschten meist Temperaturen wie hier und jetzt. Jenseits der Karpaten war(ist) es dann noch heisser. Der Bürgersteig in Bukarest(Gara de Nord) war gummiartig/plastisch. Im inneren der Züge gab es keine Klimaanlagen. Ich erinnere mich das Leute/Schüler zusammenbrachen. Wir legten diese dann flach auf den Boden und machten lauwarme Kompressen. Kalte Kompressen? Woher nehmen? Aber so ein Gezeter wie hierzulande gab es nicht! Im Sommerist es halt sehr warm!
jetzt antwortenKommentar meldenRAGNAROEKR: Du passt wohl im Leben nicht auf?! Das gleiche wäre du gingest im Kaufhaus und dir stürzt ein Dach auf dein kleines Hirnlein! Dann biste also selber Schuld wegen Eigenverpflichtung! Was für ein unsubstanzieller Vortrag der keinerlei Woge greift, was du da laberst, also schreibst großer quatsch Unsinn!! Sehr wohl ist das befindliche Wohlgut der Fahrgäste bei der Bahn stets versichert Beförderungsvertrag ist zudem einer Verpflichtung Fahrgäste wohlbehalten gesichert an Ort und Stelle zu bringen gem. § 1 StVO! Zu deiner Info!
jetzt antwortenKommentar meldenTeil II: Würde gerne die Leute verteidigen und hohe Schmerzensgelder in Millionen Höhe einklagen lassen! Da das, was die Bahn sich da ehe erlaubt mit verschlossener ICE- Zügen kein Fenster mehr auf zu machen ist ungesetzlich und von der Sicherheit grob fahrlässig in Betracht zuziehen für Leib und Tod eine Gefahr für die Allgemeinheit! Fahre ich mit solch einen Zug habe ich in Naher Zukunft einen 500g Vorschlaghammer stets nur noch dabei, auch um anderen zu helfen zu können wo ja schlicht weg die Deutsche Dumme Bahn versagt und, dass auch immer wieder. Rein donnern muss man bei denen..
jetzt antwortenKommentar meldenDas Wohlergehen des Beförderungsgutes ist nicht Aufgabe der Bahn. Da könnte ja jeder kommen und seine Befindlichkeiten gegen den Bahnverkehr durchsetzen. Ein Körperverletzungsdelikt scheidet aus, weil der Beförderungsvertrag eine Einwilligung ist. Jeder vernünftige Fahrgast weiß, dass es im Augenblick etwas wärmer ist und Deutschland sparen muss. Kohlendioxidreduzierung lautet das Gebot und das heißt Klimatisierungsenergie sparen. Nach RAGNAROEKR gilt: Wer am öffentlichen Verkehr teilnimmt, muss sich am Niveau der 3 A`s messen: Azubis, Asoziale und Alte (so die Verkehrsexperten der Parteien)
jetzt antwortenKommentar meldenDie Deutsche Bahn hat falsche Leute, mehr nicht!! Tun sich wichtig als wären sie das Kanzleramt persönlich, die Wichtigtuer!! Das haben sie davon, dass Resultat nun bekommen. Das nenne ich schon ein Mordanschlag, gem. § 211 StGB zu werten zu müssen, weils heimtückisch ist Leute Fahrgäste einzusperren und dahin ziehen zulassen, Fenster vergittert wie im Knast und sich nicht mit der Technik auskennen; - Über kommende Geldstrafe lachen die fertigen sich doch nur kaputt, keiner war´s der eine schieb´s auf dem anderen. Muss erst Tode geben damit sie wach werden! Teil I...
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