Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert
Erst war eine Kuppel im 1500 Meter tiefen Wasser bis zur Nutzlosigkeit eingefroren. Dann blieb eine Säge stecken. Und BP spricht beinah täglich von neuen Plänen im Kampf gegen die Ölpest. Wir geben einen Überblick, welche Operationen gegenwärtig laufen.
Die Nebenbohrung
Das hilft wirklich gegen die Ursache der Ölpest. Glaubt jedenfalls British Petroleum (BP)BPBritish Petroleum und legte sich schon früh fest: Seit dem 2. Mai, also 12 Tage nach dem Untergang der «Deepwater Horizon», bohren die Spezialisten direkt neben dem Leck ein weiteres Loch. Sie versuchen so, die havarierte Bohrung unterirdisch genau zu treffen. Danach soll schweres Wasser gefolgt von Zement in das neue Loch gepumpt werden und so der Ölfluss langfristig gestoppt werden.
Für Experten ist das die einzig sinnvolle Lösung. Allerdings auch eine schwierige: «BP muss für die zweite Bohrung ganz genau wissen, wo das havarierte Loch liegt. Ansonsten suchen die sich zu Tode da unten», sagt Kurt Reinicke, Leiter des Instituts für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal. Normalerweise gebe es aber Pläne, wo genau die unterirdischen Schächte liegen.
Das zweite Problem: So eine Bohrung dauert drei Monate. BP rechnet damit, dass die Spezialisten im August fertig sind und der Ölfluss gestoppt sein wird.
Der Supertanker
Er war eine der wenigen BP-Erfolgsmeldungen in den vergangenen Wochen: Ein nie dagewesener Supertanker mit dem Namen «A Whale» (Ein Wal) sollte bis zu 80 Millionen Liter öligen Wassers täglich aufsaugen und sauberes wieder ausspucken. Inzwischen ist die aufgeflammte Euphorie allerdings schon wieder arg gedämpft: Ein erster Testlauf des Hoffnungstankers floppte, er kann wohl nur deutlich weniger Wasser reinigen als erhofft. TMT, der Hersteller des Schiffes, schob das auf die schwere See am vergangenen Wochenende: Sie habe schlüssige Testergebnisse unmöglich gemacht, man brauche mehr Zeit, um den gigantischen Schlürfer auszuprobieren.
Aber auch ohne «A Whale» hat BP bisher schon stationäre Ölaufsauger im Golf von Mexiko eingesetzt. 32 Zentrifugen hatte der Hollywood-Star Kevin Costner zu diesem Zweck geliefert. Allerdings ist unklar, wie viele Ölaufsauger es insgesamt gibt, weil der Konzern sich in Lügen verstrickte: Dem Fischer Billy Nungesser aus Louisiana legte BP eine Karte vor, auf der die genauen Einsatzorte von 140 dieser Reinigungsmaschinen verzeichnet sein sollten. Als Nungesser aber darauf drang, selbst über das Gebiet geflogen zu werden, um die Arbeiten in Augenschein zu nehmen, räumte BP schließlich ein, dass nur 31 Anlagen in Betrieb seien.
Die chemische Keule
BP war von Anfang an darauf bedacht, das austretende Öl schon unter Wasser mit chemischen Mitteln zu binden oder in kleinste Teile zu zerstreuen. So sollten Bilder von ölverschmierten Vögeln und an den Strand schwappender brauner Brühe vermieden werden. Diese Bilder gibt es inzwischen trotzdem. Dennoch setzt BP weiter die chemische Keule gegen das Öl ein. Das zerstöre weit unten im Meer die Lebensgrundlage für viele Tiere, sagte Matt Simmons, der sich als Energieexperte seit Jahren mit den Auswirkungen von Ölkatastrophen beschäftigt, im Gespräch mit Welt Online.
Die Aufräumarbeiten
Auch in Sachen Strandsäuberung ist BP in Verruf geraten. Mehr als 2000 Fischer ließen ihre Boote registrieren, um die Küste entlang zu fahren und Ölbarrieren auszulegen. Der Fischer Rocky Ditcharo aus Buras in Louisiana sagte aber, viele von BP angeheuerte Fischer ankerten häufig beschäftigungslos vor der Küste. «Sie warten einfach, weil es keine Anweisungen gibt», sagte Ditcharo.
Offenbar habe BP viele Kapitäne nur angeheuert, um auf eine möglichst große Zahl von Helfern verweisen zu können. «Aber eigentlich tun sie nichts.» Der Fischer Chris Mehlig erklärte, er arbeite derzeit etwa acht Tage pro Monat für BP. Er legt Schwimmbarrieren aus und bringe Ausrüstung zu anderen Booten. «Ich wünschte, ich hätte mehr Tage, aber so ist es nun einmal.»
Mehr als 20.000 Freiwillige aus Florida, Alabama und Mississippi haben sich für die Aufräumarbeiten an den Stränden gemeldet. Jedoch haben nur weniger als ein Sechstel von BP Aufgaben übertragen bekommen.
Auch die US-Küstenwache ist in die Kritik geraten, weil sie zu wenig Helfer einsetze und aus dem Ausland angebotene Technik nur zögerlich annehme. Nach Regierungsangaben arbeiten 550 Spezialschiffe im Golf von Mexiko. Mehr als 20.000 Helfer seien im Einsatz, darunter mehr als 17.000 Soldaten der Nationalgarde. Hunderte Arbeitslose waren Anfang Juni für die Reinigung der Küsten eingestellt worden, 4500 sollten es laut den Angaben inzwischen sein.
Die Rettung der Tiere
Auch Umweltorganisationen arbeiten mit Hochdruck im Krisengebiet. Im internationalen Vogelrettungszentrum in Louisiana reinigen Mitarbeiter von Greenpeace und anderen Hilfsorganisationen ölverschmierte Vögel. Besonders betroffen von der Katastrophe sind die amerkanischen Pelikane.
Auch die zuständige US-Behörde ist mit Helfern vor Ort. Gegenwärtig planen diese eine bisher einmalige Rettungsaktion für Meeresschildkröten: Tausende Eier sollen in den nächsten Tagen an den Stränden am Golf von Mexiko ausgegraben und nach Cape Canaveral in Florida geflogen werden. Dort sollen die Babys in einem Lagerhaus schlüpfen und dann an verschiedenen Orten in die Natur entlassen werden - dort, wo sie sicher vor dem Öl sind.
news.de/mac/ivb/dpa/ap
BP ist wie jeder Multikonzern:erst wenn so ein riesiges Schlamassel da ist-zeigen sich erst die großen Schwächen und das technische Unvermögen! So lange es gut geht ists ok-wenns aber nicht so klappt und wahnsinnig viel Geld aufgebracht werden muß, dann ist jeder andere Schuld u. da wird noch das Beste drausgemacht: Hallo, wir sind BP-machen wir doch alles- super! Dabei ist das nächste Unglück schon vorprogrammiert- jetzt startet die Hurrikan-Saison! Alle technisch komplizierten Bohrungen sofort einstellen und eine neue Fördertechnologie für solche Tiefen entwickeln! Gier u. Unvermögen = BP
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